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Sieben Kilometer lange Joggingrunde durch Vorst

Tipp der Woche : Joggingrunde durch Vorst

In Zeiten, in denen Freizeitmöglichkeiten eingeschränkt sind, entdecken viele Menschen die natürlichste Art der Fortbewegung ganz neu: das Laufen. Wir stellen eine Runde durch Vorst vor.

Start und Ziel für die knapp sieben Kilometer lange Runde ist der Parkplatz am Waldstück Rottheide an der Oedter Straße, Ecke Gotthardusweg. Von dort geht es zunächst über einen unbefestigten Weg stadteinwärts die Oedter Straße entlang, bis der Läufer nach etwa 200 Metern links auf die ehemalige Schluff-Trasse stößt. Am Drängelgitter vorbei geht es über den viel genutzten Rad- und Fußweg parallel zur Straße Am Försterhof.

Die ehemalige Eisenbahntrasse wurde um 1870 zur Erschließung des Krefelder Hinterlandes angelegt. Fortan fuhr die Dampfeisenbahn, die ob ihres schluffenden Geräusches „Schluff“ genannt wurde, von Hüls und Krefeld über St. Tönis, Vorst und Süchteln bis nach Viersen. 1978 wurde die Konkurrenz durch den Autoverkehr zu groß, der „Schluff“ wurde kaum noch genutzt. Der Schienenverkehr wurde eingestellt und die Eisenbahnstrecke bis auf ein Stück zwischen Hüls und St. Tönis zurückgebaut. Heute erinnert noch der Fuß- und Radweg an die ehemalige Schluff-Trasse.

Hinter dem Neubaugebiet Vorst-Nord, dessen Straße nach dem Ehrenbürger und Heimatdichter Walter Lehnen benannt ist, der sich um die Verbreitung des Vörschter Platt verdient gemacht hat, verlässt der Läufer die Trasse und biegt links ein. Mit dem Kirchturm im Rücken geht es einen breiten, asphaltierten Feldweg entlang, der durch die Ansiedlung Hecke führt. An der Gabelung geht es links weiter zum Haus Neersdonk. Schon von Weitem sind die beiden Türme und die weißgetünchte Fassade des Wasserschlosses zu sehen.

Haus Neersdonk ist einer von vier Vorster Adelssitzen, die sehr gut erhalten sind. Die Geschichte lässt sich bis ins zwölfte Jahrhundert zurückverfolgen. Das heutige Anwesen wurde um 1667 erbaut und bietet heute die Möglichkeit, sich dort standesamtlich trauen zu lassen. Weiter geht es den historischen Gotthardus-Kreuzweg entlang und am ehemaligen jüdischen Friedhof vorbei, wo jedes Jahr am 27. Januar der Befreiung von Auschwitz gedacht wird. Bis 1939 wurden dort Vorster Bürger jüdischen Glaubens beigesetzt. Über den Gotthardusweg gelangt der Läufer wieder zum Ausgangspunkt. Die Hälfte der knapp sieben Kilometer langen Runde ist nun geschafft.

Weiter geht es hinter dem Parkplatz rechts ins Wäldchen. Dort gibt es einen drei Kilometer langen Trimm-dich-Pfad. Vor ein paar Jahren hat die Stadt die alten Stationen aus den 1970er-Jahren restauriert und einige mit neuen Geräten versehen. 20 Stationen stehen jetzt zur Verfügung, sechs davon sind mit modernen Geräten ausgestattet. Wer mag, kann hier eine Pause einlegen und etwa an der Station „Double Side & Swing Walker“ die Hüft- und seitliche Rumpfmuskulatur dehnen oder mit der „Double Step Disc“ Schulter- und Nackenmuskulatur stärken und gleichzeitig die Beine trainieren.

Der Trimm-dich-Pfad führt den Läufer im Karree links durch das Wäldchen auf einen asphaltierten Weg, der wieder die ehemalige Schluff-Trasse kreuzt. Auf die biegt der Jogger nach links ab und kommt nach ein paar hundert Metern zum Ausgangspunkt. Wer möchte, kann die Waldrunde nochmal laufen und kommt so auf eine zehn Kilometer lange Strecke. Die gesamte Runde lässt sich übrigens auch gut mit dem Fahrrad abfahren. Die Wege sind breit genug und gut befestigt.