„Salz und Pfeffer“ für Kinder zeigt „Die dumme Augustine“

Vorst : „Salz und Pfeffer“ für Kinder zeigt „Die dumme Augustine“

Viel Beifall gab es für die Aufführung des Stücks nach dem Klassiker von Otfried Preußler. Auf der Bühne bot sich ein buntes Bild.

Nicht wiederzuerkennen sind die Darsteller des Kinderstücks „Die dumme Augustine“ nach dem Klassiker von Otfried Preußler. Wilde, knallrote Perücken, gekonnt geschminkte Clownsgesichter, grün- und rotkarierte Schlabberhosen und riesige Lackschuhe tragen Thomas Nellen, der den dummen August spielt, Sonja Zeletzki in der Rolle der Augustine, Lea Nilges, die kurzfristig für die verhinderte Stefanie Kaczikowski in die Rolle des Sohnes Guggo schlüpft, und ihre Mutter Gabi Nilges als Gugga. Nur Stefanie Floeth, die das völlig verzogene kleine Guggilein gibt, sitzt statt mit Perücke mit einer Schlafmütze auf dem Kopf auf der Bühne. Die kleinen und großen Zuschauer sind vom ersten Moment an hingerissen von der lustigen Clownsfamilie, die vor schöner Kulisse und mit viel Spielfreude agiert. Jedes Jahr im Frühling zeigt das Ensemble von „Salz und Pfeffer for Kids“ ein 45-minütiges Stück für Kinder ab vier Jahren. In diesem Jahr haben die Mitglieder „Die dumme Augustine“ ausgesucht, ein Stück aus dem Jahr 1972, das ein bis heute aktuelles Thema aufgreift: die Gleichberechtigung von Mann und Frau. „Das muss schön sein, wenn man so mitten im Zirkus steht und die Leute klatschen“, sagt Augustine eines Tages und beichtet ihrem Mann, sie träume manchmal davon, auch mal, wie er, im Zirkus aufzutreten. „Im Zirkus auftreten?“, fragt der dumme August. „Bleib’ Du mal lieber da, wo Du hingehörst: in die Küche und zu den Kindern. Du bist die Frau, Du gehörst ins Haus.“ Ihr „aber ich möchte doch auch mal so gerne …“ hört er schon nicht mehr.

Als der dumme August aber schlimme Zahnschmerzen bekommt und zum Arzt muss, springt Augustine bei der Abendvorstellung für ihn ein. Und sie macht ihre Sache großartig. Begeistert berichtet die Zirkusdirektorin (gespielt von Judith Rhein) den Zuschauern, wie Augustine auf Händen läuft, auf einem wilden Esel reitet und dem Stallmeister einen Eimer Marmelade über den Kopf kippt. Die Zuschauer hören den Jubel und die Bravo-Rufe des Zirkuspublikums aus dem Off. Als August von dem Erfolg seiner Frau hört und sieht, wie glücklich sie ist, beschließt er, dass sie zusammen auftreten. „Und ich alter Esel hätte Dich fast in der Küche versauern lassen“, sagt er selbstkritisch. Weil die Hausarbeit aber auch gemacht werden muss, verspricht August, künftig auch mal „die Kartoffeln zu stopfen und die Socken zu schälen“. An den Fähigkeiten ihrer Mutter in der Manege haben die Kinder keinen Zweifel, an den Fähigkeiten des Vaters im Haushalt schon.

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