Rotes Kreuz Kreis Viersen steht vor großen Herausforderungen

Kreisversammlung : Rotes Kreuz steht vor Herausforderungen

Das DRK im Kreis Viersen steht zwar finanziell gut da, wie jetzt bei der Kreisversammlung deutlich wurde. Eine Daueraufgabe ist aber die Sicherung der Mitgliedsbeiträge.

Der Kreisverband Viersen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ist derzeit gut aufgestellt. Bei einer Bilanzsumme von rund zwölf Millionen Euro war im vergangenen Jahr ein Gewinn in Höhe von stolzen 849.000 Euro erzielt worden. Auf der Kreisversammlung am Dienstagabend im Schulzentrum Corneliusfeld waren der Vorstand und die Delegierten dennoch nicht in Sektlaune: Die Zukunft birgt etliche Risiken. Eine Daueraufgabe ist die Sicherung der Mitgliedsbeiträge. Außerdem gilt es, junge Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler möglichst lange an das DRK zu binden.

Christiane Schlieper vom Landesverband Nordrhein lobte die Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes im Kreis Viersen. Landrat Andreas Coenen hob das Angebot im sozialen Bereich hervor, „das Seinesgleichen sucht“. Das DRK sei in vielen Bereichen des Lebens der erste Ansprechpartner. Für den Kreis und die Gemeinden sei das Rote Kreuz „ein verlässlicher und zuverlässiger Partner“. Der Kreisvorsitzende Thomas Goßen beklagte Folgendes: „Die Fördermitglieder werden älter und weniger.“ Neue, wegweisende Konzepte müssten entwickelt werden. Unter anderem gehe es darum, „Menschen, die hilfsbedürftig sind, ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen“. Sein Versprechen: „Wir werden in Neersen eine Tagespflege aufbauen, zur Not auch aus eigenen Kräften.“ Auch in St. Tönis solle eine Tagespflege für Senioren eingerichtet werden. Goßen bedankte sich bei den Ehrenamtlern und den hauptamtlichen Kräften.

Kreisgeschäftsführer Detlef Blank wies auf einige bemerkenswerte Jubiläen hin: „Das Tagespflegehaus für Senioren in Willich gibt es jetzt seit 20 Jahren, den Generationentreff in Kaldenkirchen seit 50 Jahren.“ Das DRK sei erfolgreich im Offenen Ganztag aktiv. Zu den neueren Institutionen gehörten die Kindergroßtagespflege-Einrichtungen.

Der stellvertretende Kreisbereitschaftsleiter Dirk Schmitz und Kreisvorstandsmitglied Stephan Zdrojewski erklärten, dass sich das DRK im Wandel befinde. Es sei an der Zeit, mit alten Traditionen zu brechen. Der Katastrophenschutz sei eine Aufgabe von zunehmender Bedeutung. Man müsse auch darauf reagieren, dass sich junge Leute mit geringerer Verbindlichkeit als früher einbringen. Kreisschatzmeister Bernd Balsen stellte den Haushaltsplan 2020 zur Abstimmung. Vor allem neue Kindertagesstätten und Großpflegeeinrichtungen führten dazu, dass die Aufwendungen und Erträge deutlich steigen werden, und zwar auf genau 15.978.876 Euro. Die Sicherung der Mitgliedsbeiträge bezeichnete Balsen als eine Daueraufgabe.

Ziemlich zum Schluss gab es dann noch zwei Ehrungen: Dirk Schmitz ist seit 30 Jahren mit dabei. Und die Leiterin der Sozialarbeit, Wilma Jansen, nahm die Urkunde entgegen für die zwölf Ehrenamtlerinnen, die die Seniorenreisen, die es seit 30 Jahren gibt, begleiten.