Neujahrskonzert des Stadtkulturbundes: Prickelnd wie Champagner

Neujahrskonzert des Stadtkulturbundes: Prickelnd wie Champagner

Die „Französische Kammerphilharmonie“ entfachte ein Feuerwerk der guten Laune bei zwei Neujahrskonzerten in der Apfelstadt. Damit startete der Stadtkulturbund Tönisvorst im Forum Corneliusfeld erfolgreich ins neue Jahr.

Es ist längst eine liebgewordene Tradition, auch in Tönisvorst das neue Jahr mit klassischer Musik zu beginnen. Diesmal hatte der Stadtkulturbund die „Französische Kammerphilharmonie“ verpflichtet. Unter dem Motto „Vom Eiffelturm zum Moulin Rouge“ versetzte das aus überwiegend jungen und internationalen Musikerinnen und Musikern zusammengesetzte Ensemble unter seinem Dirigenten Philip van Buren das Publikum in gleich zwei Neujahrskonzerten im Forum Corneliusfeld in St. Tönis in eine beschwingte und prickelnde Champagnerlaune.

Die „Französische  Kammerphilharmonie“ interpretierte das französische Lebensgefühl des „Savoir vivre“ musikalisch hervorragend und mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit und erkennbarer Lebens- und Spielfreude. Das Neujahrskonzert startete nach Grußworten von Thomas Nellen, Vorsitzender des Stadtkulturbundes, und der stellvertretenden Bürgermeisterin Christiane Tille-Gander mit der kraftvoll und stark akzentuiert dargebotenen Ouvertüre aus der burlesken Oper „Die schöne Helena“ von Jacques Offenbach. Es blieb so temperamentvoll und voller Rasanz bis zum traditionellen Mitklatsch-Radetzky-Marsch am Ende des Abends.

Dazwischen umfasste das Repertoire des Orchesters eine breite Palette von französischen Komponisten wie Charles Gounod, Ambroise Thomas bis Georges Bizet. Und natürlich kommt kein Orchester beim Neujahrskonzert an der Strauß-Familie vorbei: Die Französische Polka „Feuerfest“ mit ihren markanten Hammerschlägen von Josef Strauß und die Klassiker von Johann Strauß (Sohn), die Polka „Unter Donner und Blitz“ und der Walzer „An der schönen blauen Donau“ fehlten nicht.

Die Sopranistin Penelope Mason bewies ihr Können mit der Arie „On me nomme Héléne La Blonde“ aus der „Schönen Helena“ ebenso wie mit dem eingängigen Ohrwurm des „Vilja-Liedes“ von Franz Lehár und im  Duett mit dem Bariton Thomas Scharfenberger im humorvoll dahin gesummten „Fliegen-Duett“ aus der Offenbach-Operette „Orpheus in der Unterwelt“. Aus dieser Operette wurde vom Orchester auch der bestens bekannte schmissige „Cancan“ dargeboten.

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Die süßlich-träumerische „Méditation“ von Jules Massenet gab der Kapellmeisterin Evgenia Pavlova Gelegenheit, sich als meisterhafte Violine-Virtuosin zu präsentieren, und Thomas Scharfenberger durfte aus der Lehár-Operette „Die Lustige Witwe“ den Klassiker „Heut geh `ich ins Maxim“ schmettern.

Philip van Buren, Künstlerischer Leiter und Dirigent des Orchesters, ist Musikfreunden vom Niederrhein noch bestens in Erinnerung aus seinem Engagement an den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld-Mönchengladbach von 2000 bis 2010. Der aus einem deutsch-französischen Elternhaus stammende Dirigent gründete 2014 die „Französische Kammerphilharmonie“. Er führte anekdotenreich und mit launigen Texten durch das Programm.

Mit der Sopranistin Penelope Mason, die einen australischen und Schweizer Pass besitzt, und dem in München geborenen Bariton Tobias Scharfenberger gestalteten zwei außerordentliche Opernsolisten das Programm entscheidend mit. Scharfenberger hatte übrigens auch Kontakte zu den Krefeld-Mönchengladbacher Bühnen: Er war dort in der Saison 2011/12 als Sänger verpflichtet. Dank der bemerkenswerten Qualität der Akteure und des homogenen Ensembles wurden die beiden Neujahrskonzerte in der Apfelstadt zu einem wahren Feuerwerk der guten Laune, das auf ein begeistert mitgehendes Publikum zum Jahresbeginn niederprasselte. Das erklatschte sich mit stehenden Ovationen mehrere Zugaben.

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