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Politiker in Tönisvorst planen Bebauung für ehemaliges Kasernengelände

Tönisvorst : „Moderate“ Bebauung für ehemaliges Kasernengelände geplant

Ein Bürgerantrag regt den Ankauf und die Aufforstung einer gut 58.000 Quadratmeter großen Fläche auf dem Areal der ehemaligen Kaserne an. Die Politik hat allerdings andere Pläne.

Erneut stand der Bürgerantrag zu Ankauf und Aufforstung des ehemaligen Kasernengeländes auf der Tagesordnung in einer Ausschuss-Sitzung in Tönisvorst. Die Mitglieder des Ausschusses für Stadtplanung und Infrastruktur hatten den Antrag im März in den Liegenschaftsausschuss gegeben. Es geht um eine gut 58.000 Quadratmeter große, unbebaute Fläche am Stockweg auf der Stadtgrenze zum Forstwald. Viele Bürger wünschen sich, dass die Stadt das Grundstück von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) kauft und aufforstet.

Auch die Tönisvorster Stadtverwaltung steht dem aufgeschlossen gegenüber: Für die Fläche sei im Regionalplan die Entwicklung eines regionalen Grünzuges ausgewiesen. Und da das Grundstück sich in unmittelbarer Nähe zu einer bestehenden Waldfläche befinde, könne mit einer Aufforstung ein Lückenschluss erfolgen.

Außerdem, so heißt es in der Vorlage der Verwaltung, entspreche eine Waldvermehrung den Klimaschutzzielen der Stadt Tönisvorst, die als eine der ersten Kommunen den Klimanotstand ausgerufen hatte und sich im vorigen Jahr in der Liste der heißesten Orte des Landes wiederfand.

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Die Politiker aber haben andere Pläne. Vertreter aller Fraktionen, auch der Grünen, haben sich für eine „moderate“ Bebauung ausgesprochen, an der sie auch weiterhin festhalten wollen. Lediglich die CDU-Fraktion ruderte im jüngsten Ausschuss vorsichtig zurück. „Es gibt ein Altlastenrisiko, Gutachten werden nötig sein, der Kaufpreis ist sehr hoch und die Stadt knapp bei Kasse“, sagte Alexander Decher (CDU). Seine Fraktion könne einen Ankauf zum jetzigen Zeitpunkt nur ablehnen.

Wie teuer das Grundstück ist, sagte Decher nicht. Auch die Verwaltung machte keine konkreten Aussagen. „Das Geld, das in den Haushalt dafür eingestellt ist, reicht jedenfalls nicht aus“, sagte Fachbereichsleiter Jörg Friedenberg. Aber eventuell könne der Ankauf mit Fördermitteln bestritten werden.

Über den Bürgerantrag wurde im Ausschuss nicht abgestimmt. Die Verwaltung schlug vor, Daten und Fakten über das Grundstück aufzuarbeiten und in der nächsten Ausschusssitzung zur Beratung vorzulegen.

Gegen die Stimmen der CDU-Fraktion wurde der Vorschlag mehrheitlich angenommen.

(wic)