Pläne für Vorst stocken zum größten Teil

Tönisvorst: Pläne für Vorst stocken zum größten Teil

Nicht wirklich voran kommen die vielen Bauvorhaben in Vorst. Im Planungsausschuss gab Jörg Friedenberg, kommissarischer Fachbereichsleiter, einen Überblick über die verschiedenen Projekte.

Da hatten sich die Vorster Bürger auf der Zuhörerempore des Ratssaals wohl mehr versprochen. Das „Bauleitplanverfahren im Stadtteil Vorst“ steht auf der Tagesordnung des Planungsausschusses, und einige Vorster sind gekommen, um zu hören, wie es weitergeht mit den Baustellen und Neubauplänen in ihrem Ort. Viel Neues erfahren sie allerdings nicht, und Fragen zu stellen, ist den Zuhörern im Ausschuss generell nicht erlaubt. Jörg Friedenberg von der Verwaltung, der in der Sitzung mündlich berichtet, teilt mit, dass der Bebauungsplan für die 70 Grundstücke in Vorst-Nord jetzt rechtskräftig sei, 30 Bauge­nehmigungen bereits erteilt seien und die Erschließung des ehemaligen Ackers zu 99 Prozent abgeschlossen sei. „Und es gibt schon eine rege Bautätigkeit“, sagt Friedenberg. Auch der Zuschuss zu den nötigen Aufschüttungen, den die Stadt versprochen hatte, sei für einige Grundstücke berechnet. Die Höhe des städtischen Zuschusses liegt demnach bei einigen Grundstücken bei 6500 Euro, bei den meisten sei es weniger.

Zum von der Kirchengemeinde und der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (GWG) geplanten Neubau an der Kuhstraße teilt Friedenberg mit, es werde jeden Tag damit gerechnet, dass der Bauantrag eingereicht wird. Das Stellplatzproblem sei gelöst, weil die Pfarrgemeinde zusätzliche Parkplätze hinter der Kirche bereitstelle. Das sei auch vertraglich so mit dem Bauherrn festgelegt worden.

21 Wohnungen und ein Pfarrbüro sollen an der Kuhstraße entstehen. Das bisherige Pfarrhaus wird dafür umgebaut und in ein neues Mehrfamilienhaus eingebettet. Der Neubau erstreckt sich entlang der Kuhstraße und L-förmig in den hinteren Bereich des Grundstücks. Im bisherigen Pfarrhaus entstehen vier Wohnungen, im Neubau auf drei Etagen die restlichen Wohnungen und das Pfarrbüro. Acht Wohnungen sind Sozialwohnungen. Weil Anwohner eine Parkplatzknappheit auf der Kuhstraße befürchtet hatten, stellt die Pfarrgemeinde jetzt weitere Stellplätze für die Autos der Bewohner zur Verfügung.

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Ein weiteres, größeres Bauvorhaben im Vorster Ortskern betrifft das Grundstück um das historische Herrenhaus Haus Brempt an der Kokenstraße. Hierzu teilt Friedenberg mit, die Pläne würden derzeit überarbeitet und sollen zum Jahresende noch einmal öffentlich vorgestellt werden. Nach Bürgerbeteiligung und Ratsbeschluss sei dann mit einem Baubeginn im Frühjahr 2019 zu rechnen. Fünf Wohngebäude mit insgesamt 34 Wohneinheiten will ein Investor auf dem ehemaligen Gärtnereigrundstück errichten.

Für den Bau des Discounters „Netto“ an der Anrather Straße sei jetzt ein neues Gutachten auf den Weg gebracht worden, teilt der kommissarische Fachbereichsleiter weiter mit. Die Bezirksregierung hatte bemängelt, dass der neue Discounter außerhalb des zentralen Versorgungsbereichs liege. Deshalb hatte der Fachausschuss das Einzelhandelskonzept für Vorst aufgehoben und die Stadt ein neues Gutachten in Auftrag gegeben. Auch andere strittige Punkte seien nun aber mit der Bezirksregierung geklärt, so dass sich der Discounter vermutlich bald ansiedeln könne, sagt Friedenberg.

Zum Plan der katholischen Kirchengemeinde St. Godehard, die Kindertagesstätte an der Oedter Straße neu zu bauen, kann Friedenberg keine Neuigkeiten verkünden. „Persönliche Gespräche mit der Bezirksregierung stehen in den nächsten zwei Wochen an“, teilt der Verwaltungsmann mit. Die Kirchengemeinde hatte Ende des vorigen Jahres beschlossen, zwischen Oedter Straße und Dückershof eine neue Kindertagesstätte zu bauen. Das bisherige Gebäude am Grünen Weg sei zu klein geworden, um die steigende Nachfrage aufzufangen, hieß es dazu.

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