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Oberstufenschüler entwickeln Ideen für Tönisvorsts Zukunft

Vertiefungsphase für das Stadtentwicklungskonzept : Schüler gestalten Tönisvorst in 15 Jahren

Wie sie sich das Tönisvorst der Zukunft vorstellen, haben 30 Jugendliche der Rupert-Neudeck-Gesamtschule und des Michael-Ende-Gymnasiums erläutert. Ihre Ideen sind für das Stadtentwicklungskonzept gefragt.

„Ihr seid die Menschen, die in dieser Stadt, die wir mit dem Konzept gestalten wollen, vielleicht einmal mit ihrer Familie leben werden“, sagt Jörg Friedenberg, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung in Richtung der 30 Oberstufenschüler der Rupert-Neudeck-Gesamtschule und des Michael-Ende-Gymnasiums in St. Tönis. Einen Vormittag lang haben sich die 16- und 17-Jährigen Gedanken darüber gemacht, wie Tönisvorst in 15 Jahren, wenn das Stadtentwicklungskonzept umgesetzt ist, wofür zurzeit Ideen gesammelt werden, aussehen soll. Dabei waren die Jugendlichen in Gruppen aufgeteilt. Was bei der Präsentation auffällt: Alle wünschen sich bessere Busverbindungen in alle Richtungen, besonders abends, und mehr Raum für die Natur in den innerörtlichen Bereichen von St. Tönis und Vorst.

„Der Alte Markt in St. Tönis wirkt nicht sehr lebendig“, sagt etwa Pia Langels. Mehr Grün, Sitzgelegenheiten und einen Wetterschutz, schlägt die Schülerin vor. Zudem wünsche sich ihre Gruppe ein Internet-Café. Die Gruppe von Tamino Wenske schlägt vor, das Schwimmbad zum Freibad auszubauen und am St. Töniser Pastorswall einen Treffpunkt für Jugendliche einzurichten. „Dazu braucht es mehr Licht und der Pavillon müsste länger geöffnet haben“, sagt der Gesamtschüler. Um die Autos in den Ortskernen auszubremsen, die sich weder in Vorst nach in St. Tönis an die Schrittgeschwindigkeit hielten, schlagen die Jugendlichen Bremsschwellen vor.

„Auch sollte für Radfahrer mehr getan werden“, findet Tamino, „etwa indem die Gelderner Straße zur Einbahnstraße wird und so Platz für breite Radwege entsteht.“ Eric Voth, der die Ideen seiner Gruppe vorstellt, schlägt ein Bistro für Jugendliche in St. Tönis vor, das auch mittags, wenn die Schüler Freistunden haben, geöffnet hat. „Außerdem sollte es mehr Feste und Festivals in der Stadt für junge Leute geben, die Sportplätze sollten immer offen sein und eine Spraywand wäre gut“, sagt der Gymnasiast. Die Gruppe um Sarah Nilges hat besonders den Stadtteil Vorst ins Auge gefasst. „Der Markt ist sehr schön, aber das Potential wird nicht genutzt“, bilanziert die Schülerin. Mehr Restaurants und Geschäfte wären gut., finden die Schüler

In dem leerstehenden Fabrikgebäude am Kniebeler Park könnten die Jugendlichen sich einen Club vorstellen, für dessen Erreichbarkeit eine Busverbindung eingerichtet werden soll. „Es fehlen ein Fitnessstudio oder eine Outdoor-Fitnessfläche“, sagt Sarah Nilges. Finn Anstötz und Leon Thomas schlagen vor, die Straßenbahnlinie 41 bis zum Gewerbegebiet Hohenhöfe zu verlängern sowie den dadurch gewonnen Raum am St. Töniser Wilhelmplatz zu begrünen und in den Park zu integrieren. Außerdem wünschen sie sich, dass der Autoverkehr in der Kurve Willicher Straße durch einen Tunnel geführt wird. „Davon würde die ganze Fußgängerzone profitieren“, ist Finn Anstötz sicher.

Mehr Bäume und Grün auf dem St. Töniser Rewe-Parkplatz und mehr grüne Dächer in der Stadt seien außerdem gut für ein positives Stadtbild. Auch eine Idee zur Belebung des Nachtlebens haben die Schüler: „Hinter dem Schluff-Bahnhof gibt es leerstehende Industriebauten“, ist Leon Thomas aufgefallen, „dort könnten sich Bars und Clubs ansiedeln.“

Second-Hand-Läden, Elektrotankstellen, Solaranlagen auf die Dächer, Car-Sharing, einen Wasserspielplatz für den Alten Markt und aus einem der Baggerseen im Stadtgebiet ein Freibad zu machen sind weitere Ideen der Jugendlichen. Außerdem sind sich alle einig, dass sie öfter gefragt werden und mitreden möchten.