Tönisvorst: NEW lässt in St. Tönis 40 Jahre alte Bäume fällen

Tönisvorst: NEW lässt in St. Tönis 40 Jahre alte Bäume fällen

Hässlich sehen sie aus - die vier Baumstümpfe an der Viersener Straße. Mitte Februar teilte die Stadtverwaltung mit, dass an der Viersener Straße und am Nordring jeweils vier Bäume gefällt werden müssen. Als Begründung wurde lediglich mitgeteilt: "Im Rahmen turnusmäßiger Überprüfungen der Versorungsleitungen hat die NEW Netz GmbH zu geringe Abstände zwischen den Bäumen und den Leitungen festgestellt." Zur Beruhigung wird dann doch angefügt, über die Standorte für die Ersatzpflanzungen solle nach den Fällungen entschieden werden. Über die immer wieder bei solchen Gelegenheiten gesprochenen Ersatzpflanzungen wurde bisher nie etwas offiziell bekannt.

Bei den auf der Viersener Straße gefällten Bäumen handelt es sich um vier 40 Jahre alte Spitzahorn-Bäume. Am Nordring wurden bisher sieben Bäume gefällt. Es handelt sich dabei um Rotbuchen, Platanen und Bergahorn, diese Bäume sind zwischen 20 und 50 Jahren alt. Die Fällungen wurden in diesem Fall vom Energieversorger NEW beantragt, der Ausschuss für Bauen, Energie, Verkehr und Umwelt hat diesen Anträgen zugestimmt. Ersatzpflanzungen werden im Herbst oder Frühjahr vorgenommen. Dabei werde angestrebt, dies am jeweiligen Standort zu tun, wenn dies nicht möglich sei, kommen die Pflanzungen auf Ausgleichsflächen. Probleme entstehen mit Gasleitungen und dem Einwachsen in die Kanalisation. Im Allgemeinen gilt ein Abstand von 2,50 Meter von Leitungen zu Bäumen als sicher, Versorgern ist das nicht sicher genug. Ob beim Verlegen der bisherigen Leitungen in Tönisvorst Wurzelschutzplatten oder besser Wurzelführungsplatten ins Erdreich eingeführt wurden, ist nicht bekannt.

In einer Stellungnahme bezieht sich die NEW auf das Regelwerk des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW). In einem Arbeitsblatt gibt er Vorgaben, nach denen alle Abstände von Bäumen über fünf Metern zu den Leitungen unproblematisch seien, unter fünf Metern Abstand zur Leitung spielten Faktoren wie die Baumart, das Alter, die Größe, die Standfestigkeit sowie der Wuchs des Baumes eine Rolle der Bewertung. Ebenso gebe es, laut NEW, auch eine "Einteilung in kritische Baumarten und unkritische Baumarten."

Zu den aktuellen Baumfällarbeiten an Nordring und Viersener Straße heißt es in einer Stellungnahme der NEW: "Die NEW hat eigens einen Baumsachverständigen (Ingenieur) beauftragt, der alle Bäume, die unter fünf Meter Abstand zu den Versorgungsleitungen haben, regelmäßig begutachtet. Für seine Bewertung misst er den Standort der Bäume mit GPS ein und vergleicht diese mit dem geografischen Informationsdienst der NEW, in dem alle Versorgungsleitungen verzeichnet sind. Aufgrund der Verkehrssicherheit wurde im Falle der betroffenen Bäume an der Viersener Straße und dem Nordring in enger Absprache mit der Stadt entschieden, die Bäume zu fallen."

Von Verkehrssicherheit wird eigentlich nur gesprochen, wenn der Baum krank ist. Das war an beiden Abschnitten nicht der Fall.

(hb)