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Neues Navigationsverfahren für Flugroute soll für weniger Lärm sorgen

Neues Navigationsverfahren : Tönisvorst enthält sich bei Votum über Flugroute

2018 lag der Pro-Kopf-Ausstoß an Kohlendioxid in Deutschland bei 8,6 Tonnen. Rund 300 Tonnen pro Jahr dürfte jetzt eine technische Neuerung im Flugverkehr über Tönisvorst einsparen: digitale statt terrestrischer Navigation von Flugzeugen auf der Modru-Route.

Am 1. April dieses Jahres stellte die Deutsche Flugsicherung (DFS) dieses neu geplante Navigationsverfahren für die Flugroute Modru vor: die digitale, satellitengesteuerte Navigation im Gegensatz zur herkömmlichen, terrestrischen Navigation. Dadurch können Lärmbelastungen bei den Anwohnern reduziert und Flugwege, Flughöhen und Kraftstoffverbrauch optimiert werden, heißt es von der Stadtverwaltung Tönisvorst. So sei die digitale Modru-Route 18 Kilometer kürzer, wodurch 300 Tonnen Kohlendioxid jährlich eingespart würden.

„Die neue Routenplanung wurde mit Vertretern der betroffenen Kommunen, der Bundesvereinigung gegen Fluglärm, der DFS, der Fluggesellschaften sowie des Flughafens in drei Arbeitskreissitzungen erörtert“, sagt Bürgermeister Thomas Goßen (CDU), der gleichzeitig Vorsitzender der Fluglärmkommission des Flughafens Düsseldorf ist.

Am 18. November dieses Jahres gab es dann das positive Votum der Fluglärmkommission (FLK) für die Route bei drei Enthaltungen von insgesamt 21 stimmberechtigten Mitgliedern. Wobei eine Enthaltung von der Stadt Tönisvorst darunter war: Denn die begrüßt zwar die mit einer Einführung der satellitengestützten Navigation einhergehende Verkürzung und CO2-Einsparung der Flugroute, heißt es von der Stadtverwaltung, lehnt die Flugroute Modru jedoch vom Grundsatz her wegen Sorgen in der Bevölkerung ab.

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Durch die digitale Route wird Modru am Osten von St. Tönis über das Gewerbegebiet geführt. Die analoge Route führt am östlichen Rand von St. Tönis zwischen Krefeld und St. Tönis vorbei. Die DFS hat die geplante Inbetriebnahme für den 13. August 2020 vorgesehen. An einem verkehrsreichen Tag nutzen derzeit zirka 110 Flüge die bisherige, analoge Modru-Route. Ab August 2020 könnten dann zehn Prozent der Flüge die neue Route nutzen.

(RP)