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Neuer Pächter der Gaststätte Rosental in St. Tönis verkauft Suppe

Gaststätte Rosental : „Samstageintopf am Rähmchen“ – Corona macht’s möglich

Statt Eröffnungsparty gibt es Suppe nach alten Familienrezepten. Der neue Pächter der Gaststätte Rosental macht aus den Corona-Einschränkungen das Beste.

Nico Frass und seine Lebensgefährtin Pia Heyer hatten sich den 17. April im Kalender rot markiert. Der 28-Jährige und die 25-Jährige haben die Gaststätte Rosental vom Pächter-Ehepaar Gisela und Horst Stamms übernommen, die sie 19 Jahre betrieben. An diesem Abend sollte die Eröffnungsparty sein – aber die Corona-Pandemie hat die Pläne durchkreuzt.

„Wir haben in unseren Kalkulationen Durststrecken eingeplant, aber dass wir direkt mit einer starten, das hätten wir nicht gedacht“, sagt Frass. Den Kopf in den Sand stecken möchte der St. Töniser aber nicht, schließlich ist die Gaststätte nach Renovierungsarbeiten startklar. Vor dem Hintergrund, dass auch der neue Koch Uwe Müller – ein St. Töniser, der zuvor in Krefeld arbeitete – bereits parat steht, hatte Frass einen spontanen Einfall: Er kreierte den Samstagseintopf zum Mitnehmen. Die Suppen werden nach alten Familienrezepten der Fleischerfamilie Heyer gekocht.

Der Name war schnell gefunden. Weil die Suppe an der Tür verkauft wird und das Wort Rähmchen ein alter Begriff für eine Tür ist, wählte Frass den Titel „Samstageintopf am Rähmchen“. Bei der ersten Aktion am vergangenen Samstag gab es eine Überraschung. „Wir hatten damit gerechnet, dass wir vielleicht 50 Liter Suppe und 200 Würstchen verkaufen würden. Doch die Vorbestellungen zeigten uns andere Zahlen“, berichtet der 28-Jährige. Die hausgemachte Erbsensuppe und die Würstchen von der Straelener Fleischerei Beterams kamen an: Am „Rähmchen“ wurden mehr als 200 Liter Suppe und mehr als 500 Würstchen verkauft.

In seiner Küche sind Frass Frische und Regionalität wichtig. „Wir haben lange überlegt, wie unsere zukünftige Speisekarte aussehen soll und welche Gerichte wir anbieten möchten“, sagt er. Herausgekommen ist ein Mix von bekannten Speisen, die es auch bei Stamms schon gab, und von neuen Gerichten. Neu sind Burger, während dicke Bohnen mit Falschem Kotelett und Bratkartoffeln, Currywurst und Schnitzel nach wie vor auf der Speisekarte stehen. Geblieben sind auch die beliebten Schnibbelskuchen am Dienstag und das Hähnchen am Freitag. Frass und Heyer planen neben der allgemeinen Karte eine wechselnde Monatskarte. Zwei Fleischgerichte, etwas Vegetarisches sowie eine Suppe und ein Dessert sollen darin zu finden sein.

Der Mix aus Tradition und Neuem spiegelt sich auch in der Gaststätte wider. Die alten Wandmalereien und die Rixenfenster wurden erhalten. Mit der Wandfarbe cremeweiß, abgesetzt in blau-grau, ist hingegen frischer Wind eingezogen. Die Schürzen und T-Shirts der Mitarbeiter – ebenfalls bekannte und neue Gesichter – sind ebenfalls in blau-grau gehalten. Neu ist auch das Logo: Statt Rosen gibt es nun ein modernes Piktogramm, bestehend aus einem Teller samt Gabel und Messer.

Der Biergarten wurde mit neuem Mobiliar ausgestattet, die sanitären Anlagen wurden komplett erneuert. „Wir möchten die Gaststätte Rosental zu einem Treffpunkt für alle Generationen machen. Alle sollen sich wohlfühlen. Der Großvater soll mit seinem Enkel gemütlich an der Theke sitzen, und beiden soll es gefallen“, wünscht sich Frass.

Er kommt aus dem Außendienst eines Produzenten von Ladungssicherung und Heyer aus dem kaufmännischen Bereich, wo sie auch weiterarbeiten wird. Doch beide haben langjährige gastronomische Erfahrungen und es sich gründlich überlegt, ob sie die Nachfolge antreten sollten. „Wir treten in große Fußstapfen“, sagt Frass. Wobei der St. Töniser den ersten Schritt als Nachfolger vom Ehepaar Stamms mit Bravour gemeistert hat. Trotzt der Corona-Einschränkungen macht er das Beste aus der Situation.

Verkauf Gaststätte Rosental, Gelderner Straße 63 in St. Tönis; samstags von 11 bis 14 Uhr. Vorbestellung unter www.­gaststaette-rosental.de, Ruf 02151 797442 oder E-Mail info@gaststaette-rosental.de.