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Tönisvorst: Neue Nachbarschaftsbörse ist gestartet

Tönisvorst : Neue Nachbarschaftsbörse ist gestartet

Der Seniorenausschuss der Evangelischen Kirchengemeinde St. Tönis hat das Projekt "Nachbarn für Nachbarn" gestartet. Bei dieser ökumenischen Initiative kümmern sich Ehrenamtler jenseits von Pflege um Senioren.

Einkäufe erledigen, Spazierengehen, Arztbesuch, Formulare ausfüllen oder einfach nur ein "Quätschchen" bei einer Tasse Kaffee - die Wünsche der 70-, 80-jährigen Senioren in St. Tönis sind höchst unterschiedlich. Die evangelische Kirchengemeinde hilft jetzt mit, solche Wünsche zu erfüllen. Marion Wlotzka, hauptamtlich für die Seniorenarbeit in der Kirchengemeinde zuständig, hat das Projekt Nachbarn helfen Nachbarn zusammen mit den Gemeindegliedern Ingeborg von Kalkstein und Karin Kullwitz gestartet - erst vorsichtig innerhalb der Gemeinde, jetzt im größeren Rahmen. Gesucht werden sowohl freiwillige Ehrenamtler der Generation 55plus, als auch Senioren, die sich gerne einmal beim ein oder anderen Alltagsproblem helfen ließen. Anlaufstelle ist die Evangelische Kirchengemeinde St. Tönis, das Büro im ersten Stock des Gemeindehauses ist montags von 15 bis 16.30 Uhr besetzt und telefonisch unter 02151 791888 zu erreichen. Das Projekt ist ökumenisch angelegt, Helfer wie Hilfesuchende müssen nicht Mitglied der Evangelischen Kirchengemeinde sein, sie sollten allerdings in St. Tönis leben, da für die Nachbarschaftshilfe kurze Wege wichtig sind.

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Viele ältere Menschen möchten so lange es geht zu Hause in ihren eigenen vier Wänden leben. Vielfach ist es aber so, dass die erwachsenen Kinder nicht mehr am Ort wohnen und viele kleine Handreichungen oder Zuwendungen fehlen. Viele alte Menschen vereinsamen häufig, gerade wenn sie nicht mehr so gut zu Fuß sind, dass sie jederzeit nach draußen könnten. Als die drei Damen in der Kirchengemeinde ihre Anfrage starteten, waren sie erfreut, dass sich innerhalb kurzer Zeit bereits 25 Freiwillige bei ihnen gemeldet hatten. Karin Kullwitz war regelrecht überrascht: "Wir dachten, Helfen sei eine reine Frauensache, aber es haben sich zu 40 Prozent auch Männer gemeldet."

Gezielt wurde die Gruppe 55plus angesprochen, weil diese Frauen und Männer noch sehr aktiv sei, beruflich aber meist kurz vor der Rente und an neuen Aufgaben interessiert seien. Nach einer Info-Veranstaltung im April waren 25 Männer und Frauen gefunden. Jetzt wird die Suche nach draußen ausgeweitet. Die Mitarbeit wird ganz flexibel gehandhabt. Wer sich nur einmal im Monat engagieren will, ist genauso willkommen wie jemand, der einmal in der Woche Zeit hat oder gar zweimal die Woche verschiedenen Menschen helfen will. Auch die Anforderungen sind gut zu erfüllen. Ein altes Ehepaar lässt sich helfen, weil die Frau ihren Mann im Rollstuhl nicht mehr für längere Spaziergänge schieben kann. Manchmal geht es aber auch nur um das kleine Schwätzchen, den gemeinsamen Theaterbesuch oder ein Kartenspiel. Eigentlich müssten es noch nicht einmal Senioren sein. Auch alleinerziehende Mütter oder Väter können sich mit Hilfswünschen melden. Bei allen Hilfegesuchen handelt es sich nicht um professionelle Pflege, auch sind Bankgeschäfte oder Schlüsselübernahme nicht eingeschlossen. Die Helfer sind durch die Kirchengemeinde unfall- und haftpflichtversichert.

Die Zeiten, in denen Gemeindeschwestern für die Krankenpflege, Diakonie und Seelsorge in den Gemeinden arbeiteten und die älteren Gemeindemitglieder, die nicht mehr selber zum Gottesdienst kommen konnten, sind lange vorbei. Wenn die Gesellschaft insgesamt älter wird, weil die Lebenserwartung steigt, nimmt auch die Zahl der Hilfesuchenden in den Gemeinden zu. Mit diesem ersten Projekt hat die evangelische Kirchengemeinde in St. Tönis darauf reagiert.

(RP)