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Tönisvorst: Neue Ideen fürs Einkaufen umsetzen

Tönisvorst : Neue Ideen fürs Einkaufen umsetzen

Nach fünf Jahren ist der Real-Markt in Tönisvorst kein bundesweiter "future store" mehr. Doch das Unternehmen investiert weiter in die Filiale im Gewerbegebiet Höhenhöfe. Bald stehen Umbauten im Inneren des Marktes an.

Der Future Store von Real ist Vergangenheit. Der Real- Markt Tönisvorst, am 28. Mai 2008 eröffnet, ist seit Ende August kein Future Store mehr. Die Metro Group zeigt jetzt das, was sie mittlerweile konzeptionell als Zukunft des Handels definiert, in Essen-Altendorf. Doch wer in diesen Tagen den Real-Markt besucht, findet leer geräumte Regale oder Leerflächen und ganz viele "Sale"-Schilder mit hohen Prozenten. Der Real-Markt in Tönisvorst gehört zu den 30 Standorten, die nach den neuen Erkenntnissen aus Essen in Sortiment und Präsentation umgestaltet werden.

Der erste Future Store stand in Rheinberg, ein ehemaliger Extra-Markt, der 2008 verkauft wurde. Als der Handelsriese damals einen Nachfolgemarkt für die Future Store-Initiative suchte, fiel die Wahl aus zwei Gründen auf Tönisvorst. Zum einen war das Gebäude 2005 neu errichtet worden — 150 Meter neben dem alten Standort — und hatte mit 8600 Quadratmetern die richtige großzügige Größe. Zum anderen zählte die Nähe zu Düsseldorf, damit sich Besucher der Messe Euroshop bei Interesse schnell die Zukunft des Einkaufens im realen Betrieb ansehen konnten. "Der real- Future Store hat die Stadt Tönisvorst innerhalb eines Jahres weit über die Region hinaus bekannt gemacht. Über 9000 Besucher aus 30 Ländern haben in den letzten zwölf Monaten an einer Führung durch den Markt teilgenommen," hieß es allein für 2009 in einer Pressemitteilung. Aus der ganzen Welt kamen Besucher nach Tönisvorst — darunter viele Japaner und Südamerikaner — um sich den Zukunftsmarkt anzusehen, sagt Markus Jablonski, Pressesprecher bei Real.

Auch für die Kunden aus Tönisvorst und dem Kreis Viersen war der Future Store ein Magnet. Auf dem Boden des Fischstandes schwammen auf den Boden projizierte Forellen, in die Fahrradabteilung lockte Vogelgezwitscher, an der Fleisch- und Wursttheke ließen Fenster den Blick in die Metzgerei zu. In der Weinabteilung konnte Weine probiert werden. Was damals revolutionär erschien, wie etwa die Selbstbedienungs-Kasse, ist bereits in vielen anderen Märkten übernommen worden, anderes verschwand wieder in der Schublade der Planer.

Am 14. Oktober 2013 wurde nun in Essen-Altendorf der neue Real-Markt eröffnet, der nun konzernweit die Zukunft des Einkaufens demonstriert. Was sofort äußerlich auffällt, ist die besondere Architektur. Als eine für die Besucher erlebbare Grünlandschaft wird der unmittelbar angrenzende Krupp-Park optisch in der Dachfläche des Gebäudes fortgeführt. Das dient als natürliche, heizkostensparende Dämmung, kühlt die Umgebungsluft und speichert Wasser. Das Dachtragewerk aus Holz, die Heiz- und Kühlsysteme sowie moderne LED-Beleuchtung in den Kühlmöbeln zeigen, dass der gesamte Markt auf einen effizienten und schonenden Umgang mit Ressourcen ausgelegt ist.

Was aber für Tönisvorst wichtiger ist, sind die Änderungen im Angebot und der Präsentation. Neben Frische und Vielfalt soll vor allem die Regionalität im Vordergrund stehen. "Der Real-Markt in Essen repräsentiert die nächste Generation der Real-Märkte und dient somit als Vorbild für die zukünftige Ausrichtung und Weiterentwicklung von Real." Mit diesem Statement wird Didier Fleury, Vorsitzender der Geschäftsführung in einer Pressemitteilung zitiert.

Das Innenleben des Marktes soll hochwertiger werden. Dazu sollen die Gänge freigeräumt werden, "Stopper" für Spontankäufe werden zur Seite geräumt. Im neuen Look präsentieren sich auch die verschiedenen Abteilungen wie die in Fachmarkt-Charakter gestalteten Wohnwelten oder das Textil-Angebot, das wie in einem Fashion-Store gezeigt wird. In Tönisvorst ist der Umbau bereits im Gange. Das ehemalige Besucherzentrum ist geschlossen. Auch ohne das Etikett "Future store" wird der Real-Markt in Tönisvorst demnächst modernisiert und für die Zukunft fit gemacht — damit er auch weiterhin ein lohnendes Ziel für Kunden weit über Tönisvorst hinaus bleibt.

(RP)