Netzwerkveranstaltung des Werberings St. Tönis im Ratssaal

Werbering : Viele originelle Ideen für St. Tönis

Ein voller Erfolg war die Netzwerkveranstaltung, zu der das neue Vorstandsteam des Werberings St. Tönis in den Ratssaal eingeladen hatte. Viele gute Gespräche und kreative Ideen waren die Bilanz des Abends.

Netzwerkveranstaltung mit Speed-Datings vom Werbering – so richtig konnte sich wohl keiner der Gäste vorstellen, was ihn an diesem Abend im Ratssaal erwartet. Aber schon im Vorfeld hatten sich 25 Vereine aus dem Stadtgebiet, Vertreter der evangelischen Kirche und der Parteien CDU, SPD, FDP und Grüne angemeldet, die bereit waren, sich auf das Format einzulassen und hören wollten, welche Ideen das neue sechsköpfige Vorstandsteam des Werberings für eine attraktive Stadt mitbringt. Auch Bürgermeister Thomas Goßen und der städtische Wirtschaftsförderer Markus Hergett waren unter den etwa 50 Gästen.

Um die Bilanz vorwegzunehmen: Wenn dem neuen Team alles so gut gelingt wie dieser Abend und die sechs sich weiterhin trauen, neue Formate zu testen, kreative Ideen zu fördern und es schaffen, eine solche Souveränität an den Tag zu legen wie am Dienstagabend, stehen St. Tönis rosige Zeiten bevor.

Heike Werner, Steuerberaterin bei Hahlen, Nellesen et Jansen und Mitglied im Vorstandsteam, hatte es prophezeit: „Das wird ein spannender Abend, weil Menschen aus ganz vielen verschiedenen Vereinen, aus Sport, Musik, Kultur, dem sozialen Bereich, dem Brauchtum und dem Handwerk dabei sind.“ Das gemeinsame Ziel der Versammelten sei es, die Stadt attraktiver und liebenswerter zu machen. „Und Sie sind hier, weil Sie uns sagen können, wie wir es machen sollen“, sagt Werner, die die Moderation übernommen hat.

Einige eigene Ideen, vor allem zu den Stadtfesten, die der Werbering ausrichtet, gäbe es aber auch schon, sagt Andrea Hermes vom neuen Team. So soll die „Weiße Nacht“ am 28. Juni mit Tanzeinlagen vom Studio Danza bereichert werden. Beim Sommerfest Ende August soll es freitags eine Silent-Party für Jugendliche auf dem Rathausplatz geben. Drei DJs legen auf. Die Besucher hören die Musik über Funkkopfhörer statt über Lautsprecherboxen. Tanzende Menschen in einem stillen Raum sind das Ergebnis. Auch soll die Veranstaltung nicht mehr Stadtfest heißen, sondern Foodtruckfestival. „Wir haben bereits einige Zusagen, und die ersten Verträge sind auch schon aufgesetzt“, freut sich Andrea Hermes.

Das neue Festival soll künftig im jährlichen Wechsel mit dem Oktober-Frischemarkt stattfinden, für den der Werbering die Kirchen gewinnen will, damit der Markt seinen Erntedank-Charakter zurückbekommt. Die beliebte Lichternacht im November bleibe unverändert, teilt die Floristenmeisterin mit, aber der Weihnachtsmarkt werde „völlig neu gedacht“. Details dazu gäbe es noch nicht. Die Vertreter der Vereine hingegen haben schon eine Idee. Beim Speed-Dating, dessen Ergebnisse sie auf Zetteln festhalten, schlagen sie vor, Seulenhof, Brauereihof, Alter Markt und Kirchplatz in die Feste, speziell in den Weihnachtsmarkt, einzubeziehen.

Aber auch ganz andere Ideen ergeben sich. So schlägt Christian Hülsemann von der Turnerschaft, Karin Stefan, Presbyterin der evangelischen Kirche, vor, einen ökumenischen Sportlergottesdienst zu Beginn der Saison durchzuführen. Die Pfadfinder, die mit Vertretern der Flüchtlingshilfe zusammensitzen, laden die Familiengruppe des Vereins ein, die Gruppentreffen des Pfadfindernachwuchses zu besuchen. Der Händlerverband „Vorst aktiv“ bietet „Manpower“ beim Aufbau für St. Töniser Stadtfeste an und fragt, ob der Werbering sich das andersrum ebenfalls vorstellen könne.

DRK und das Team vom Bürgerbus merken an, dass das Pflaster in der Fußgängerzone für ältere Menschen ein Problem darstelle, und die Vereine Handwerker in Tönisvorst (HiT) und Stadtkulturbund möchten in die Stadtfeste mehr eingebunden werden. Die Prinzengarde bespricht mit der SPD, wie der Karnevalszug attraktiver werden kann. Und Oliver Schüren vom Akkordeon­orchester fragt bei Birgit Koenen von der „Apfelblüte“ nach, ob ihr Verein Musikunterricht im Orchester für Kinder aus armen Familien finanziere.

Im Laufe des Abends tauschen sich noch viele Menschen aus, die sonst nicht zusammengefunden hätten, und die Ergebnisse der Gespräche werden wohl in den nächsten Monaten und Jahren zu sehen sein.

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