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Netto-Markt in Vorst eröffnet am 24. November

Neuer Discounter : Netto-Markt in Vorst eröffnet am 24. November

Nach viereinhalb Jahren Planung und sieben Monaten Bauzeit ist der Discounter in Vorst fertig. Die Inhaberinnen sind zwei Freundinnen, die etwas zur Versorgung im Stadtteil beitragen wollen. Der Bäcker hat auch sonntags geöffnet.

Am Dienstag, 24. November, öffnet der neue Netto-Markt an der Anrather Straße 17 in Vorst erstmals seine Türen für Kunden. Damit haben die Menschen aus der Umgebung neben dem Rewe-Markt im Norden nun einen Discounter im Süden des Stadtteils. „Wir können damit die Nahversorgung in Vorst sicherstellen“, sagt Sebastian Mauß, Leiter des Gebiets Expansion bei der Netto Marken-Discount AG & Co. KG in Krefeld. Die Inhaberinnen sind zwei Freundinnen mit langer Verbundenheit zum Stadtteil.

Für die beiden ist es das erste Projekt dieser Art. „Als ich mal eine Anfrage bekam, ob ich das Grundstück für einen Supermarkt verkaufe, habe ich mir gedacht: Das können wir auch“, sagt Gerta Peters. Auf der Fläche stand einst der Vierkanthof ihrer Eltern, 1897 gebaut. „Er war marode“, erinnert sich die 66-Jährige. Weil die Summe, die nötig gewesen wäre, um das Gebäude zu sanieren und dort beispielsweise Wohnungen einzurichten, zu hoch gewesen wäre, entschied sie sich, stattdessen den Netto-Markt zu bauen.

Die Inhaberinnen Silke Abbelen-Mooren (li.) und Gerta Peters mit Sebastian Mauß (Netto). Foto: Emily Senf

Mit im Boot sitzt Silke Abbelen-Mooren. Als die heute 54-Jährige der Liebe wegen nach Vorst zog, lernten sich die beiden vor 24 Jahren kennen. Sie hatten ein gemeinsames Hobby: Pferde. Schnell wurden die Frauen Freundinnen.

Eine gewisse Erfahrung bringen sie mit: Gerta Peters arbeitete 48 Jahre in einer Bank, Silke Abbelen-Mooren kommt aus der Lebensmittelbranche. Als Architekt gewannen sie Michael Velde. Der Euskirchener ist freischaffender Künstler und hat bereits einige Netto-Märkte geplant. Nach knapp sieben Monaten Bauzeit ist die Filiale in Vorst nun planmäßig fertig geworden.

Die Regale sind befüllt und die Schilder angebracht: Am Montag wurden die letzten Arbeiten vorgenommen. Foto: Emily Senf

Der Aspekt, der am meisten an den Nerven gezerrt habe, sei das Warten auf die Baugenehmigung gewesen, berichten die beiden Inhaberinnen. Gut viereinhalb Jahre habe es aus verschiedenen Gründen gedauert, bis die endlich vorgelegen habe. Dadurch sei das Projekt allerdings immer teurer geworden, berichtet Silke Abbelen-Mooren, ohne eine Summe zu nennen. „Wir sind froh, dass Netto in all der Zeit nicht abgesprungen ist“, sagt die 54-Jährige.

Der Markt hat eine Verkaufsfläche von etwa 1000 Quadratmetern, dazu kommen die angeschlossene Bäckerei und das Lager. Im Sortiment sind nach Angaben von Netto mehr als 5000 Artikel „mit Fokus auf Frische, Qualität und Regionalität“. Darunter befinden sich demnach mehr als 400 ökologisch zertifizierte Bio-Produkte wie Obst, Käse und Wurst. Dazu gibt es hinter der Obst- und Gemüseabteilung am Eingang ein sogenanntes Bake-Off-Regal, wo täglich frisch gebackene Brot- und Backwaren zu finden sind.

Die Bäckerei im Netto-Markt hat auch sonntags für Kunden geöffnet. Foto: Emily Senf

Beschäftigt werden in dem Vorster Netto-Markt 16 Mitarbeiter. Als Kaufanreiz für die Kunden gibt es zur Eröffnung in der Zeit vom 24. bis zum 28. November zehn Prozent Rabatt auf den Einkauf.

Der Markt ist laut Architekt Velde technisch auf dem neuesten Stand. So werde beispielsweise die Abwärme aus den Kühlhäusern für die Beheizung verwendet. Es gibt hocheffiziente LED-Beleuchtungskonzepte und energiesparende Türluftschleier mit Außentemperaturregulierung. Draußen wurden für die Kunden 84 Parkplätze angelegt, und auf der Anrather Straße wurde eine Linksabbiegerspur eingerichtet. Ein Leitsystem am Boden führt Menschen mit Sehbehinderung in den Markt hinein.

In dem Gebäude betreibt das Backhaus Schollin eine Filiale mit Terrasse. Sie öffnet jeden Tag schon eine Stunde eher als der Discounter sowie sonntags von 7 bis 12 Uhr und bietet Brot, Kuchen und Snacks an. Sechs Mitarbeiter beschäftigt das Familienunternehmen aus Dinslaken in Vorst. In St. Tönis gibt es bereits eine Schollin-Filiale am Nordring.

Nun muss rund um den Markt noch das Grün wachsen. Ein Gärtner hat Sträucher gepflanzt, hinter dem Gebäude soll Rasen mit Wildblumen entstehen, berichten die Inhaberinnen.

Die beiden sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. „Ich sehe den Markt heute selbst zum ersten Mal fertig“, sagt Silke Abbelen-Mooren beim Besuch am Tag vor der Eröffnung. Ihr Mann Peter habe die Frauen besonders bei administrativen Dingen unterstützt, betont sie.

Mit der Zusammenarbeit soll es das für die beiden Frauen noch nicht gewesen sein. Sie arbeiten bereits an Plänen für das Nachbargrundstück.