Modellflug-Club Tönisvorst lud zum Tag der offenen Tür in die Rosentalhalle

Hobby : Modelle fliegen durch die Rosentalhalle

Beim Tag der offenen Tür zeigten Mitglieder des Modellflug-Clubs Tönisvorst, wie vielfältig ihr Hobby ist. Mehr als 80 Mitglieder hat der Verein, dem es allerdings an Nachwuchs mangelt.

Es ist mucksmäuschenstill in der Rosentalhalle. Hin und wieder ist ein Summen zu hören. Ein Summen von „Bienen“ in der Form von ultraleichten Segelfliegern mit Elektroantrieb. Der vom Vorster Allgemein-Mediziner Holger Schmitz angeführte Modellflug-Club Tönisvorst hatte zum zweiten Tag der offenen Hallentür eingeladen.

Die Boden-Piloten achteten mit ihren Steuerungselementen natürlich darauf, dass sich die leichten Modelle aus Styropor, Schaumstoff oder Hartschaum, bis zu etwa 200 Gramm leicht, nicht in die Quere kamen. Auf einer Drohne die gerade ruhig ihre Bahnen drehte, stand sogar ein Glas Sekt. Einer der Piloten war Ulrich Berchick (57), der dem Verein Grenzland angehört, gerade seinen 140 Gramm leichten EPP-Flieger „Su 29“ steuerte und schon als Kind zu diesem Hobby gekommen ist.

Peter Lambooy lässt ein Tablett in der Luft schweben. Foto: Wolfgang Kaiser

Aus Nettetal war der 13-jährige Florian Thamm mit seinem Vater Andreas gekommen. Beide sind seit etwa eineinhalb Jahren im Verein. „Mein Vater ist der Mechaniker, ich bin lieber der Pilot“, erzählte Florian. Er hatte das Multiplex-Einsteigermodell, den Motorsegler „Easy Glider“, mitgebracht, der mitsamt der Fernsteuerung, den Akkus und dem Ladegerät etwas über 200 Euro gekostet hat. Florian: „Natürlich macht die Fliegerei draußen noch mehr Spaß; mit 14 Jahren möchte ich auch den richtigen Segelflugschein in Grefrath machen.“

Viele unterschiedliche Modelle hatten die Mitglieder des Modellflug-Clubs mitgebracht. Foto: Wolfgang Kaiser

Zu Weihnachten hatte der 13-jährige Marek den Motorsegler „EasyStar“ bekommen. Marek träumt ebenfalls davon, einmal ein richtiger Pilot zu werden. Er nutzte auch beim Tag der offenen Tür die Gelegenheit, seine Steuerungskünste bei einem der dort aufgebauten Flugsimulatoren auszuprobieren. Aus St. Tönis war Anja mit ihrem sechsjährigen Sohn Alexander gekommen. Der Knirps hatten am Eingang ein Mini-Modell geschenkt bekommen, schaute sich die Flüge interessiert an und kam auf den Geschmack: „Das wäre auch etwas für mich“, sagte Alexander, der bisher bei der Turnerschaft St. Tönis bei einer Le-Parkour-Gruppe mitmacht.

Mitglieder des Veranstalters stellten auch einige größere Fluggeräte aus: Motor-, Segelflieger und Militärmaschinen mit Verbrennungsmotoren mit Spannweiten von über 1,40 Meter.

Den Modellflug-Club Tönisvorst gibt es seit Dezember 1979. „Damals waren es einige Männer leid, ständig mit ihren Maschinen von den Feldern vertrieben zu werden“, sagt Vorsitzender Holger Schmitz, der mit dem Zweiten Vorsitzenden Jochen Riefers und mit Kassenwart Benjamin Dickel Rede und Antwort stand. Derzeit gibt es über 80 Mitglieder, unter 18 Jahren seien es allerdings leider nur sechs. „Daher können wir Nachwuchs immer gebrauchen“, erzählt der Chef, der selbst am liebsten die Thermik-Segler bewegt. Das Hobby ist derzeit noch in Männerhand, die Willicherin Brigitte Brügel ist das einzige weibliche Mitglied des Vereins.

Seit Längerem gibt es den eigenen etwa 100 mal 100 Meter großen und breiten Modellflugplatz, der inmitten von Apfelplantagen und einem Reiterhof zwischen St. Tönis und Vorst, an Tack 2, liegt. Dort sind auch an den Tagen des 6. und 7. April, jeweils von 12 bis 16 Uhr, Flugtage zur Saisoneröffnung vorgesehen. Allerdings gibt es danach ein Problem. Denn „Zeelink“ beabsichtigt wahrscheinlich schon ab Mitte April, in diesem Bereich, genau in der Mitte des Modellflugplatzes, die neue Erdgasleitung zu verlegen. „Wir gehen davon aus, dass wir dann etwa vier Monate lang dort unser Hobby nicht ausüben können“, sagt der Vorsitzende. Ausweichen können die Hobbypiloten mit ihren Gerätschaften in der Übergangszeit auf den Platz des Modellclubs (MC) Schiefbahn. MC-Vorsitzender Norbert Winkelmann unterstrich beim Tag der offenen Tür gemeinsam mit Holger Schmitz die Absicht, dass beide Vereine auch in der Zukunft intensiver zusammenarbeiten.