Mitsingen beim Chorkonzert der Evangelischen Kirchengemeinde St. Tönis

St. Tönis : Mitsingen beim Chorkonzert der Evangelischen Kirchengemeinde

„Ich weiß, dass nur Vertrauen das Leben möglich macht, am Morgen und am Abend und auch in jeder Nacht.“ „Gott vertrauen“ – Melodien, die berühren, lautete das Motto des diesjährigen Chorkonzerts der Evangelischen Kirchengemeinde St. Tönis unter der musikalischen Leitung von Anette Golombek.

75 Minuten vergingen wie im Fluge, und kaum eines der Lieder berührte die Gäste in der voll besetzten Christuskirche in St. Tönis nicht zutiefst, wie man an ihren Reaktionen sehen und hören konnte.

Moderne Liedtexte – viele zum Kirchentag entstanden – waren es, die den Glauben an das Vertrauen zu Gott, aber genauso auch die Zweifel und Ängste aussprechen, die den Menschen im Jahr 2019 auf den Punkt bringen. Dies und die mitreißenden oder bewegenden Melodien und Rhythmen machten es leicht, zuzuhören, mitzusingen, sich wiederzufinden.

Die Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde, Daniela Büscher-Bruch, begrüßte die Zuhörer und bettete das Konzert inhaltlich in den Gedanken des vergangenen Kirchentages ein, der unter dem Gedanken „Was für ein Vertrauen“ stand. Gleich drei Chöre hatten sich zusammengetan, um das Kirchentagsmotto musikalisch aufzunehmen und durchzuspielen. Mit Liedern in deutscher, englischer, lateinischer und französischer Sprache bewiesen der Chor der Christuskirche, der Chor Voice Connection und die Singgruppe freiTöne ihre musikalische Ausgereiftheit und ihr wunderbares Zusammenspiel. Unterstützt wurden die Chöre von den Querflötistinnen Bäbel Niese und Birgit Kühne sowie von Robert Kamlage am Klavier.

Das Chorkonzert unterschied sich auf angenehme Weise von den traditionellen Aufführungen: Den Chören scheint es nicht nur darum zu gehen, ihr Können zu zeigen. Vielmehr waren die Gäste aufgefordert, mitzusingen – nicht bei jedem Lied, aber erfreulich oft. Und das taten die Gäste auch: anfangs noch zögerlich, später dann mit mehr Sicherheit und Vertrauen. Auch bei schwierigen Rhythmen wie bei „O Lord hear my prayer“. Golombek ermunterte die Gäste: „Sie werden schon reinkommen. Viel Glück!“ So machte das Zuhören doppeltes Vergnügen, und sicher ging dem einen oder anderen Zuhörer der Gedanke durch den Kopf, sich einem der Chöre anzuschließen.

Auch die Präsentation der Chöre unterschied sich von einem konventionellen Konzert. Wie bei einem (angekündigten) Flashmob saßen die Mitglieder der Singgruppe freiTöne anonym verteilt in den Reihen der Zuhörer, nur zu erkennen an den großen Notenblättern, die vor ihnen lagen. Die Sängerinnen und Sänger des jungen Chores von Voice Connection verteilten sich mal an den Seitenwänden der Kirche, mal standen sie mit dem Chor der Christuskirche im Altarraum.

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