1. NRW
  2. Städte
  3. Tönisvorst

MIT Tönisvorst beklagt: "Es hätte eines Konjunkturpakets gebraucht"

Wirtschaft in Tönisvorst : „Es hätte eines Konjunkturpakets gebraucht“

Eine deutliche Senkung der Gewerbesteuer hätte einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, heimische Unternehmen in der Corona-Pandemie zu entlasten, meint die Mittelstands- und Wirtschaftsunion in Tönisvorst.

Mit der Verabschiedung des Haushalts 2021 sei in Tönisvorst eine große Chance vertan worden, die heimische Wirtschaft zu unterstützen, meint Georg Körwer, Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) in Tönisvorst. Durch die Auswirkungen der Corona-Krise sei auch die heimische Wirtschaft stark belastet worden, viele Unternehmen und Geschäfte stünden vor großen Problemen. Die wieder in Kraft getretene Insolvenzantragspflicht verschärfe die Lage weiter, argumentiert Körwer.

2019 gab es in Tönisvorst sieben Unternehmensinsolvenzen, 2020 waren es sechs, wie eine Auswertung des statistischen Landesamts IT NRW zeigt. Diese Zahl könnte mit der wieder eingesetzten Insolvenzantragspflicht allerdings steigen, gab Wirtschaftsförderer Markus Hergett jüngst zu bedenken.

Es hätte daher eines Konjunkturpakets für die Stadt gebraucht, findet die MIT. „Die Anträge der CDU zum Haushalt 2021 zur Entlastung der Unternehmen durch Senkung der Hebesätze für die Grund- und Gewerbesteuer gingen in die richtige Richtung“, meint Vorstandsmitglied Günter Stammes. Im Stadtrat hatten die CDU-Anträge, die Grundsteuer A und B sowie die Gewerbesteuer um jeweils 20 Punkte zu senken, keine Mehrheit gefunden. Zuletzt waren die Steuern vor zwei Jahren gesenkt worden.

  • Willicher vor Gericht : Cannabis-Prozess: Polizei spricht von professionellen Anlagen
  • Die Windräder in Vorst speisen seit
    Windenergie in Tönisvorst : Arbeiten an den Vorster Windrädern
  • Vielen Frauen fehlte während des Lockdowns
    Frauenhaus in Erkelenz : „Leider boomt die häusliche Gewalt während Corona“

Tönisvorst hat mit 465 Prozent den höchsten Hebesatz aller Kommunen im Kreis Viersen sowie im benachbarten Rhein-Kreis Neuss. Langfristig könne durch die Senkung der Hebesätze der Ertrag aus der Gewerbesteuer erhöht und der städtische Haushalt spürbar entlastet werden, meint die MIT – zumal die Stadt die einzige im Kreis Viersen sei, die 2020 trotz der Corona-Pandemie steigende Gewerbesteuereinnahmen habe vorweisen können.

Der gute Branchenmix in Tönisvorst habe zu einer positiveren Entwicklung der Erträge geführt als gedacht, sagt Kämmerin Nicole Waßen. Für 2020 sei die Planung von neun Millionen Euro um knapp 200.000 Euro übertroffen worden. Dazu kämen allerdings auch Abschreibungen auf Forderungen in Höhe von rund 125.000 Euro, etwa durch Insolvenzen.

(emy)