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Mit „Der Wahrheitsspiegel“ feiert die Vorster Laienspielgruppe „Salz und Pfeffer for Kids“ am 21. März Premiere

Vorster Laienspielgruppe „Salz und Pfeffer for Kids“ : Rappende Waldeulen sind voller Poesie

Mit dem modernen Märchen „Der Wahrheitsspiegel“ feiert die Vorster Laienspielgruppe „Salz und Pfeffer for Kids“ am 21. März Premiere. Die Geschichte gefällt Kindern und Erwachsenen gleichermaßen.

Schon das Bühnenbild ist ein Hingucker: Ein Wald ist dort zu sehen, ursprünglich und freundlich, die Sonne scheint golden durch die Zweige, und das Laub vom letzten Herbst liegt noch auf dem Boden. In dieser Kulisse bewegen sich die Waldgnomin Amarella und der Hase Klops, zwei völlig gegensätzliche Charaktere, die dennoch, auch wenn Amarella das nie zugeben würde, die besten Freunde sind.

Kaum öffnet sich der Vorhang, sind die Zuschauer schon mittendrin im Märchen „Der Wahrheitsspiegel“, das das Ensemble der Laienspielgruppe „Salz und Pfeffer for Kids“ in diesem Jahr ausgesucht hat. Die Autorin Rosemarie Potzinger, mit deren Stücken „Salz und Pfeffer for Kids“ bereits mehrere erfolgreiche Aufführungen gefeiert hat, hat ein modernes, vielschichtiges Märchen geschrieben. Es geht um Toleranz und Zusammenhalt, um die Frage, warum jemand bösartig agiert, obwohl er ein gutes Herz hat, und um Freunde, die füreinander da sind, auch wenn der andere mal nicht so nett ist.

All das ist verpackt in ein kindgerechtes Stück, das oft lustig ist und sich durch Originalität und eine gute Choreografie auszeichnet. Da gibt es zum Beispiel Klimpi und Wimpi, zwei kluge Waldeulen, die so obercool sind, dass sie nicht sprechen, sondern ihre Texte immer rappen. Diese Sprechgesänge wiederum hat die Autorin mit viel Poesie geschrieben, was das Zuhören zum Genuss macht. Dass Corine Brötz und Elke Kiefer die Rollen mit sichtlich viel Spielfreude verkörpern, rundet die Auftritte der beiden Eulen ab, die auch optisch ein echter Hingucker sind.

Aber auch die anderen Darsteller sind wieder mit ganzem Herzen, großer Spielfreude und tollen Kostümen dabei. Da ist zum Beispiel die Waldgnomin Amarella, perfekt besetzt mit Gudrun Heidenfels, die ziemlich grummelig ist, aber, und das merkt der Zuschauer sofort, die Waldbewohner längst in ihr großes Herz geschlossen hat. Für die kleinen Zuschauer ist Hase Klops, den Sonja Zeletzki gekonnt verkörpert, der Star. Der kugelrunde, kuschlige Hase, der gerne kocht und genauso gerne isst, ist freundlich, hilfsbereit und großzügig. Nie käme ihm ein böser Gedanke in den Sinn.

Das ist bei Hexe Zilly, sehr gut gespielt von Steffi Floeth, ganz anders. Sie ist sauer auf die Zwerge, weil die sie nie zu ihren Festen einladen, und will sie aus dem Wald verjagen. Zum Glück gibt es aber den Raben Leopold, dargestellt von Anne Germes, der die gekränkte Hexe daran erinnert, dass sie eigentlich keine böse Hexe ist. Und auch die anderen Waldbewohner, wie der Zwerg Fungius (Stefanie Kaczikowski) und Mirroria, die Hüterin des Wahrheitsspiegels (Katharina Reiners), tragen im Laufe des Stücks dazu bei, dass Hexe Zilly sich auf ihre guten Tugenden besinnt.

Auch wenn das Märchen sich in erster Linie an Kinder richtet, so ist es doch ob seines Facettenreichtums, der schönen, literarischen Sprache und der Meta-Ebene auch ein Stück, das erwachsene Zuschauer anspricht. Das gutaufgelegte Ensemble von „Salz und Pfeffer for Kids“, das mittlerweile auf 13 erfolgreiche Kindertheaterjahre zurückblickt, tut das Übrige, um die Aufführungen am 21. und 22. März im Saal von Haus Vorst zu einem vergnüglichen Theaternachmittag werden zu lassen.