Löschzug Vorst fühlt sich von Bürgermeister Thomas Goßen falsch informiert

Frust beim Löschzug Vorst : Feuerwehr fühlt sich falsch informiert

Nach einer Rücktrittswelle im Löschzug Vorst der Freiwilligen Feuerwehr steht jetzt ein Antrag im Hauptausschuss auf der Tagesordnung, der sich für einen ehrenamtlichen Wehrführer stark macht.

Der Vorster Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr hat seine Spitze verloren. Sowohl der langjährige Löschzugführer Toni van Cleef als auch sein Stellvertreter Bernd Heyer und Brandoberinspektor Albert Roesges haben vor zwei Wochen ihren Rücktritt erklärt. Toni van Cleef will darüber hinaus zum Jahresende auch sein Amt als stellvertretender Wehrführer niederlegen. Mit den drei Spitzenkräften sind acht weitere Wehrleute von Aufgaben und Ämtern im Löschzug zurückgetreten. Der Grund: Die Ehrenamtler fühlen sich von Bürgermeister Thomas Goßen (CDU) in Fragen der Sicherheitsauflagen falsch informiert. Näher ausführen möchte dies allerdings niemand.

Goßen möchte sich dazu öffentlich nicht äußern. „Ich sehe dazu keine Veranlassung“, sagt der Bürgermeister. In diesem Zusammenhang fällt ein Antrag auf, den ein Mitglied des Vorster Löschzugs gestellt hat und der am Dienstag, 10. Dezember, unter dem Punkt Bürgerhaushalt im Hauptausschuss ansteht. Der Antragsteller Sebastian Röttges fordert darin, die Mittel für die Stelle des Wehrführers, die es 2021 neu zu besetzen gilt, solange mit einem Sperrvermerk zu versehen, bis geprüft wurde, ob die Position ehrenamtlich besetzt werden kann.

Wichtig ist dem Antragsteller, dass der zukünftige Wehrführer in keinem wirtschaftlichen Abhängigkeitsverhältnis zur Stadtverwaltung steht. „Das muss jemand sein, der auch mal ‚Nein‘ sagen kann“, findet Röttges. Die SPD-Fraktion und die Grünen unterstützen den Antrag mit einer Anfrage, in der sie darum bitten, die Kosten für einen hauptamtlichen und einen ehrenamtlichen Wehrführer einander gegenüberzustellen. Bisher wird es so gehandhabt, dass der Wehrführer bei der Stadt angestellt ist und für seine Aufgabe rund um die Feuerwehr freigestellt wird.

Rolf Peschken, der diese Stelle seit 2009 innehat, hat mitgeteilt, dass er nach Ablauf der Dienstzeit am 30. September 2021 nicht mehr als Wehrführer zur Verfügung stehe. Das sei eine gute Gelegenheit zu prüfen, ob es jemanden gebe, der das ehrenamtlich machen möchte, bevor das Geld für die Stelle in den Haushalt eingestellt werde, sagt Röttges: „Das würde ja auch den Haushalt dauerhaft entlasten.“

Die Tönisvorster Stadtverwaltung schreibt in ihrer Stellungnahme zum Antrag, sie habe sich zu dem Punkt mit dem Kreisbrandmeister beraten und halte an der Stelle im Stellenplan fest: „Aufgrund der besonderen Anforderungen, dem Verantwortungsgrad und der Vielzahl der zu erledigenden Aufgaben erfolgte seitens des Kreisbrandmeisters die Empfehlung, dass […] ein aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr als Ehrenbeamter zum Leiter der Feuerwehr bestimmt wird und zu diesem Zweck als ausschließlich dazu freigestellter Mitarbeiter der Stadt Tönisvorst beschäftigt wird“, heißt es in der Vorlage, mit der sich die Mitglieder des Hauptausschusses am Abend beschäftigen werden (s. Info-Kasten).