"Lebendiger Advetskalender" in St. Tönis: Familie Daniels machte den Anfang

St. Tönis : Der Adventskalender lebt

Das erste Fenster des „Lebendigen Adventskalenders“ in St. Tönis wurde geöffnet. Initiiert hat die Aktion der katholische Pfarreirat, mit Leben gefüllt wird die Idee von den Menschen der Stadt.

Große Kerzen und eine Feuerschale beleuchten die Einfahrt der Familie Daniels an der Gerhard-Hauptmann-Straße in St. Tönis. Auf Stehtischen finden sich Schalen mit Spekulatius, Nüssen und Mandarinen. Etwa 30 Jugendliche und Erwachsene und gut 15 Kinder haben sich bereits versammelt. Sie alle warten gespannt darauf, dass die Rollläden hochgezogen werden und das erste Fenster des „lebendigen Adventskalenders“ sich öffnet.

Als es schließlich so weit ist, fällt Licht auf die Einfahrt. Das Fenster, hübsch bemalt mit weihnachtlichen Motiven, wird geöffnet, und Ute Daniels begrüßt die Gäste. Dann beginnt sie, die Geschichte von Ralf Rüdiger, dem Rentier, vorzulesen, das Weihnachten sucht. Während ihr Sohn die kopierten Bilder zur Geschichte hochhält, damit auch die kleinen Gäste gut folgen können, erzählt Ute Daniels, wie Ralf Rüdiger durch die Stadt irrt, um Frieden, Freude und Liebe, kurz: um Weihnachten zu finden. Aber weder im Spielzeuggeschäft noch im Süßigkeiten-Laden wird er fündig.

Am Heiligen Abend aber sitzt er mit Freunden zusammen am festlich geschmückten Tannenbaum. Alle bekommen selbstgebastelte Geschenke, die nicht viel Geld gekostet haben, aber von Herzen kommen. Und so findet Ralf Rudolf es doch noch, das Weihnachtsfest. Unterbrochen wird die Geschichte von weihnachtlichen Liedern, die vom Band kommen und von den Besuchern spontan mitgesungen werden, was der Lesung einen festlichen Rahmen gibt.

Und während die Töchter Getränke an die Gäste ausschenken, atmet Ute Daniels erleichtert aus. „Ich habe das zum ersten Mal gemacht und war schon ein bisschen nervös“, gibt die Gastgeberin zu, die hauptberuflich als Tagesmutter arbeitet und in ihrem Haus sechs Kleinkinder betreut, die sich das Adventsfenster bei ihrer Tagesmutter natürlich nicht entgehen ließen. „Ich freue mich, dass so viele gekommen sind und alles gut geklappt hat“, sagt die Gastgeberin, die sich vorstellen kann, im nächsten Jahr wieder ein Fenster für den „Lebendigen Adventskalender“ zu gestalten.

Seit 2015 gibt es die Aktion in St. Tönis, und jedes Jahr nehmen mehr Familien, Vereine und Gruppen daran teil. Initiiert hat den „Lebendigen Adventskalender“ der katholische Pfarreitrat von St. Cornelius. „Die Idee dahinter ist, Menschen zusammenzubringen und in der vorweihnachtlichen Hektik zu einem besinnlichen Moment einzuladen“, sagt Barbara Schulz vom Pfarreirat. Es gehe darum zu zeigen, wie schön die Adventszeit ist und dass das Wesentliche nicht das Abarbeiten der Geschenkelisten und das Planen des Weihnachtsessens sind, sondern die Vorfreude auf die Ankunft Jesu.

Nicht nur Privatpersonen, vor allem Kitas, Schulen, Vereine und Gruppen engagieren sich beim „Lebendigen Adventskalender“. So sind in diesem Jahr unter anderem die Landfrauen dabei, der Seniorenverein „Alter-native“, das Akkordeonorchester, der Kirchenchor und der Heimatbund.

Wer im nächsten Jahr Gastgeber werden möchte, kann sich Ende Oktober im Pfarrbüro St. Cornelius melden.

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