Der Künstlerverein „facette“ wird 30 Jahre alt : Kreativität ohne Grenzen

Zum Kunsttrödel lädt die Gruppe „facette“ für Samstag in den St. Töniser Seulenhof. Außerdem gibt es eine Kunstausstellung und Live-Musik. Anlass ist das 30-jährige Bestehen der Künstlergruppe.

Es ist ein seltenes Jubiläum, das die niederrheinische Künstlergruppe „facette“ am kommenden Samstag feiert. Seit 30 Jahren gibt es den Zusammenschluss, dem Künstler aus Tönisvorst, Krefeld, Mönchengladbach, Nettetal und Meerbusch angehören. Selten ist das Jubiläum, weil Künstler naturgemäß Individualisten sind und eigentlich nicht für „Vereinsmeierei“ zu haben. Und selten ist es auch, weil „facette“ eine der wenigen Künstlergruppen ist, die es geschafft hat, immer wieder neue, junge Mitglieder zu gewinnen.

 Die aktuell 32 Mitglieder sind zwischen 30 und 80 Jahre alt, und jeder macht „sein Ding“. Bildhauerei, Bleistiftzeichnungen, Aquarelle, Fotografie, Objekte, Ölgemälde – so groß wie das Spektrum der Kunst, so groß ist auch die Bandbreite, in der sich das künstlerische Schaffen der Mitglieder bewegt. „Wenn wir eine Ausstellung machen, ist das für die Besucher mitunter anstrengend“, weiß Manfred Küsters. Der 62-Jährige gehört zu den Gründungsmitgliedern von „facette“.

Dabei traf sich die Künstlergruppe in den ersten Jahren nur, um sich über Materialien, Techniken, Feinheiten beim Malen und Kunst auszutauschen. „Erst nach einem Jahr kam der Wunsch zu einer Ausstellung auf“, erinnert sich Küsters. Im Krefelder Seidenweberhaus zeigte der Freundeskreis einige Exponate. „Die kamen so gut an, dass gleich drei Kunstwerke gestohlen wurden“, erinnert sich Küsters.

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Die Ausstellung sei auch der Anlass gewesen, einen Namen für den losen Zusammenschluss zu suchen. „Wir haben uns für ‚facette‘ entschieden, weil sich bei einer Facette viele Einzelteile zu einem sinnvollen Ganzen zusammensetzen“, erklärt der 62-Jährige. Weitere Ausstellungen folgten. Die Gruppe wurde bekannter, die Zahl der Künstler wuchs. „Und so haben wir 1995 dann doch die Vereinsstruktur gewählt“, erzählt Küsters, der seitdem der Vorsitzende des Vereins ist, dem einige „Vollblutkünstler“ angehören. „Viele sind engagierte und ernsthafte Künstler, einige haben bei namhaften Künstlern gelernt und arbeiten schon jahrelang freischaffend“, weiß der Vorsitzende.

Eine Zeit lang hat die Künstlergruppe auch eine Artothek in St. Tönis betrieben. Zunächst am Wilhelmplatz, später in der ehemaligen Grundschule am Kirchplatz haben Mitglieder von „facette“ ihre Werke als Leihgabe angeboten. Wer sein Haus für eine Party oder einfach so mit Kunst dekorieren wollte, konnte dort Exponate ausleihen. Aber die Nachfrage sei nicht sehr groß gewesen, wie Küsters sich erinnert, weshalb die Artothek vor fünf Jahren geschlossen wurde. Seit die alte Grundschule abgerissen ist, hat „facette“ keine eigenen Räume mehr. „Das ist aber nicht schlimm“, sagt Küsters, „einige Mitglieder treffen sich privat, um gemeinsam zu arbeiten und unsere Ausstellungen sind sowieso oft in anderen Städten.“

Zum Jubiläum aber geht es zurück zu den Wurzeln. Im St. Töniser Seulenhof an der Hochstraße bietet „facette“ am Samstag, 21. Juli, 11 bis 19 Uhr, einen Kunsttrödel an. „Wir geben unsere Werke gegen eine Spende ab“, erzählt der Vorsitzende, der damit rechnet, dass 100 Objekte für den Trödel zusammen kommen. Das eingenommen Geld will der Verein dem Medikamentenhilfswerk Action Medeor spenden. Außerdem gibt es am Samstag eine Ausstellung mit Exponaten im benachbarten Antoniushaus. Auch Musik soll zum Jubiläum erklingen. Die Gruppe „Farfalla“ spielt auf historischen Instrumenten irische und keltische Weisen, Emanuele Martinez wird auf seiner Violine die Kunst klanglich interpretieren.