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Kommunalwahl 2020: Grüne Tönisvorst wollen mehr Frauen in der Politik

Kommunalwahl in Tönisvorst : Grüne: Mehr Frauen in die Politik

Nach Überzeugung der Tönisvorster Grünen bringen Frauen frischen Wind, ­unverbrauchte Ideen und eine differenzierte Betrachtung in die lokalpolitischen Zusammenhänge. Sie wollen ein Signal setzen.

Weiblich, jung, politisch ambitioniert: Drei der ersten fünf Kandidaten auf der Reserveliste für den neuen Tönisvorster Stadtrat sind Frauen. Die Grünen setzen damit ein Signal mit Blick auf die nahe Kommunalwahl. „Wir würden uns wünschen, dass auch die anderen Parteien mehr Frauen in die Politik bringen“, will der Fraktionsvorsitzende Jürgen Cox die Botschaft verstanden wissen.

Nach Überzeugung der Grünen bringen junge Frauen frischen Wind, unverbrauchte Ideen und eine differenzierte Betrachtung in die lokalpolitischen Zusammenhänge. Dennoch hält Cox eine eigene weibliche grüne Bürgermeister-Kandidatin bereits zum 13. September 2020 für verfrüht: „Es fehlt noch die Erfahrung, wir wollen niemanden verheizen“, begründet der 58-Jährige, warum die Grünen bei diesem Urnengang den „alten Hasen“ Uwe Leuchtenberg (SPD) unterstützen.

Die jungen Wilden, die nun in den Stadtrat drängen und dies mit erhofften 15 Prozent Grünen-Stimmen auch schaffen dürften, heißen Britta Rohr (41), Meral Thoms (49) und Nicole Gobbers (34). Britta Rohr ist gebürtige St. Töniserin, verheiratet und Mutter von zwei Kleinkindern. Eine Verkehrswende für Tönisvorst mit Hinwendung zum Rad ist der Diplom-Medienwirtin ein Anliegen, sagt sie bei der Vorstellung des Wahlprogramms. Selbst auf ihrem Lastenrad in der Stadt unterwegs, kennt Britta Rohr die Gefahren sehr genau und möchte im Verkehrsausschuss darauf hinwirken, dass in den Familien statt des Zweitautos ein Rad angeschafft wird – „natürlich auch aus ökologischen Gründen, unserem ureigenen Thema“.

Das hat auch Nicole Gobbers im Blick, die als Bautechnikerin in einem örtlichen Unternehmen um den Wert von unversiegelten Vorgärten, Mehrgenerationenhäusern, ökologischem Bauen und Dachbegrünung weiß. Wie ihr Mann Roland Gobbers, der für die Grünen auf Platz 4 der Reserveliste direkt vor ihr steht, will die gebürtige St. Töniserin grüne Grundgedanken forcieren: „Da ist noch Luft nach oben.“

Die sieht Meral Thoms vor allem bei der städtischen Gleichstellungsbeauftragten, wo nach Überzeugung der Soziologin aus Vorst mit Arbeitsplatz beim Land NRW, Schwerpunkt Bildungsforschung, „deutlich zu wenig passiert“. Die umweltpolitische Sprecherin möchte auch mehr Dynamik in die Digitalisierung bringen und sieht bei Schulen, bei der Stadtverwaltung und in der Wirtschaft große Defizite. „Ich wohne auf dem Land mit schlechter Internet- und Telefon-Versorgung. Nicht vorstellbar, wenn hier jemand einen Schlaganfall bekommt, auf schnelle Hilfe angewiesen ist und im Funkloch hängt.“