Kinder- und Familienfest in St. Tönis

„Apfelblüte“ und „Flüchtlingshilfe“ feiern ein Familienfest : Spiele und Essen aus aller Welt

Ein Kinder- und Familienfest haben die Flüchtlingshilfe und der Verein Apfelblüte am Samstag auf dem St. Töniser Rathausplatz ausgerichtet. Neben Spielen und Bühnenprogramm gab es internationale Köstlichkeiten.

„Tabola“, ein Salat mit Couscous und Petersilie aus Syrien, „Klulket brnjie“, gefüllte Teigtasche mit Reis, Rindfleisch und Zwiebeln aus dem Irak oder „Gutab“, ein mit Hackbraten gefüllter Blätterteig aus Aserbaidschan - beim Kinder- und Familienfest der Flüchtlingshilfe und des Vereins Apfelblüte haben die Besucher die Möglichkeit, zahlreiche internationale Köstlichkeiten zu testen.

Rosa-Maria Papenfuß-Wöchtl hat ihre kulinarische Reise im Irak begonnen, hat eine Speise aus Afghanistan probiert, sich etwas am Syrien-Stand ausgesucht und sitzt jetzt mit eritreischem Essen an einem der Tische auf dem Rathausplatz. „Die Machart ist zwar anders, aber das Essen schmeckt trotzdem nicht fremd“, urteilt die St. Töniserin, die begeistert ist von dem Fest und der netten Atmosphäre auf dem Rathausplatz.

Auch Veronica Ochalska und ihre Mutter loben die Atmosphäre. „Es sind viele Menschen hier, aber es ist trotzdem nicht hektisch“, stellt das Mutter-Tochter-Gespann fest. Alle seien sehr freundlich, rücksichtsvoll und entspannt. „Und das orientalische Essen ist eine tolle Idee“, finden die beiden Besucherinnen. Hindren Sefkhan freut sich, dass das Essen so gut ankommt. Die 21-Jährige, die mit Mann und Tochter aus dem syrischen Krieg geflohen ist, hat zwei Tage lang gekocht und gebacken, um den Menschen in ihrer neuen Heimat etwas aus ihrer alten Heimat vorzustellen. „Kochen ist mein Hobby“, sagt die junge Frau.

Auch die Familie Sleman hat sich viel Arbeit gemacht, um typische Gerichte aus ihrer Heimat zuzubereiten. Seit zwei Jahren lebt die jesidische Familie aus dem Nordirak in Deutschland. „Wir sind vor dem IS geflohen, der tausende jesidische Frauen verschleppt hat“, erzählt Argan Sleman. Dass die meisten der Geflüchteten an den Essensständen gut deutsch sprechen, ist kein Zufall. „Wir möchten gerne, dass die Menschen hier miteinander in Kontakt kommen“, sagt Peter Hohlweger von der Flüchtlingshilfe.

Manchmal gelingt es und es entwickelt sich ein Gespräch, meistens aber bleibt es bei einem kurzen Austausch über das Essen. Den Kindern fällt es leichter, miteinander in Kontakt zu kommen. Sie tanzen vor der Bühne zur Musik vom Band und mit den Cheerleadern der Katholischen Grundschule Schulstraße, sie warten geduldig am Schminkstand des Jugendkarnevalsvereins und freuen sich über die Luftballontiere des Clowns „Wolfelino“, der auch als Stelzenmann unterwegs ist.

Außerdem mit dabei: Die Lebenshilfe des Kreises Viersen, das Medikamentenhilfswerk Action Medeor, das Jugendfreizeitzentrum St. Tönis, der SV St. Tönis, das Tanzstudio Danza und das Katholische Familienzentrum Marienheim, an dessen Stand mit Luft und Wasser experimentiert wird. Das Geld, das an diesem Tag über den Essensverkauf, das Kuchenbüffet, die Getränke und den Bücherflohmarkt eingenommen wird, kommt der Flüchtlingshilfe und der Apfelblüte zugute.

Die Flüchtlingshilfe Tönisvorst kümmert sich seit 2015 um Geflüchtete, die in die Stadt gekommen sind. Deutschunterricht, Beratung, Sprechstunden, Freizeitaktionen, Fahrradwerkstatt, Hilfe bei Wohnungs- und Jobsuche und vieles mehr leisten die 80 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, um Flüchtlingen den Einstieg in den Alltag zu erleichtern und die Integration zu verbessern. Der Verein Apfelblüte hat das Ziel, die Chancen auf Bildung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für bedürftige Kinder zu verbessern. Für das Fest haben sie sich zusammengetan.

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