Jugendliche des Jugendtreff „Wohnzimmer“ in Vorst haben dieFläche vor der Einrichtung umgeplant.

„Das Wohnzimmer“ : Ideen Jugendlicher werden umgesetzt

Die Jugendlichen, die regelmäßig den Jugendtreff „Das Wohnzimmer“ in Vorst besuchen, haben die große Außenfläche vor der städtischen Einrichtung komplett umgeplant. Jetzt sollen ihre Ideen realisiert werden.

Voriges Jahr sind die Politiker zu ihnen gekommen, jetzt kamen sie zu den Politikern. Etwa zehn Vorster Jugendliche nahmen an der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Senioren, Soziales und Sport teil. Der Grund: Die Umgestaltung der Multifunktionsfläche vor dem Jugendtreff „Das Wohnzimmer“ an der Gerkeswiese stand auf der Tagesordnung und damit die Pläne und Ideen der jungen Leute. In ihren Anträgen zum Haushalt hatten CDU, UWT und FDP die Idee aufgegriffen und beantragt, dafür zum Start 15.000 Euro in den Haushalt einzustellen.

Schon voriges Jahr im Sommer hatten sie sich, gemeinsam mit der neuen Jugendtreffleiterin Annika Weyers, Gedanken gemacht, wie die unattraktive und auch wenig genutzte Fläche vor dem Jugendtreff umgestaltet werden kann. Mit einem selbstgedrehten Film, den die Jugendlichen den Mitgliedern des Fachausschusses und Mitarbeitern der Verwaltung im Jugendtreff zeigten, hatten die Jugendlichen dafür geworben, einen Skater-Parcours anzulegen, ein Hockeyfeld einzurichten, eine überdachte Sitzgelegenheit zu schaffen und Tischtennisplatten aufzustellen.

Nach weiteren Treffen zwischen dem Jugendteam und dem neuen Leiter des Fachbereichs Erziehung und Bildung, Lars Schaath, stellte der die fertigen Pläne jetzt im Ausschuss vor. Die 1500 Quadratmeter große Fläche vor dem Eingang des „Wohnzimmers“ soll demnach in Themenbereiche eingeteilt werden. So gibt es den „Treffpunkt Tischtennis“ mit zwei Platten, ein Feld mit dem Titel „Treffpunkt Hockey“, für das zwei mobile Tore angeschafft werden, den „Treffpunkt Basketball und Volleyball“ mit entsprechender Ausstattung und den „Treffpunkt Fitness“, für den auf einer Rasenfläche Trimm-dich-Elemente aufgebaut werden. Auch die gewünschte, überdachte Sitzgelegenheit findet sich in diesem Bereich.

Mit etwas Abstand dazu soll der umzäunte Skater-Parcours angelegt werden. Er bekommt mehrere Rampen und Sprungelemente sowie weitere Sitzgelegenheiten. Zur Planung gehören außerdem ein neuer Fahrradunterstand, ein Grillplatz, neue Beleuchtung sowie einige Hecken und Bäume. Insgesamt kostet die Neugestaltung rund 377.000 Euro. Lars Schaath teilte den Politikern und Zuhörern mit, dass er zurzeit einen Förderantrag vorbereite. „Es gibt das Landesprogramm ‚Soziale Integration im Quartier‘“, sagt der Fachbereichsleiter; werde das Projekt dort anerkannt und als förderfähig eingestuft, würde das Land die Kosten zu 90 Prozent übernehmen.

Für die Stadt Tönisvorst, die seit Jahren klamm ist, wäre das ein Hauptgewinn. Und auch für die Jugendlichen, die viel Zeit, Energie und Kreativität in die Planung gesteckt haben, wäre das eine gute Nachricht, denn nur dann kann der Plan „in einem Rutsch“ umgesetzt werden. „Sollte die Förderung nicht bewilligt werden, müssen wir die einzelnen Felder nach und nach realisieren“, erklärte Schaath. Für diesen Fall haben die Jugendlichen bereits eine Prioritätenliste angefertigt, die festlegt, dass die Skaterbahn erst ein paar Jahre später, in einem zweiten Schritt, gebaut wird. So oder so verspricht der Fachbereichsleiter aber einen Baubeginn für Anfang 2020.

Die Politiker freuten sich über die Entwicklung am Jugendtreff. „Es ist toll, dass das Projekt so schnell bearbeitet worden ist und jetzt hoffentlich auch schnell umgesetzt werden kann“, sagte Michael Landskron von der CDU. Birgit Koenen, FDP, bedankte sich bei den Jugendlichen, dass sie sich eingebracht hätten, und betonte: „Das Projekt ist gelebte Demokratie.“