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Jugendfußballabteilungen der St. Töniser Sportvereine Teutonia und Spielverein werden zusammengelegt.

Sport in St. Tönis : Junge Fußballer nach Talent fördern

Die Jugendfußballabteilungen der beiden St. Töniser Sportvereine Teutonia und Spielverein sollen zusammengelegt werden. Ziel ist eine Aufteilung der Nachwuchskicker in Leistungsklassen.

Bisher spielen die einen auf Asche und Rasen, die anderen auf Rasen und Kunstrasen, dazwischen ist an manchen Stellen nur ein Zaun. Künftig sollen die Fußballplätze der Jahnsportanlage, die heute noch säuberlich zwischen Teutonia und Spielverein (SV) aufgeteilt sind, allen jugendlichen Nachwuchs­kickern gehören. Die beiden Sportvereine wollen ihre Jugend-Fußballabteilungen zusammenlegen. Jugendspielgemeinschaft St. Tönis, kurz JSG, heißt das neue Konstrukt, von dem die Kinder- und Jugendmannschaften beider Vereine profitieren sollen.

Die Vorstände von SV und Teutonia haben den Plänen bereits zugestimmt. Im nächsten Schritt werden die Spieler der G- bis A-Jugend und ihre Eltern informiert. Wenn dann noch die Hauptversammlungen im März grünes Licht geben, können die neu zusammengewürfelten Jugendmannschaften in der nächsten Saison, also ab August 2019, als JSG St. Tönis in den Ligaspielbetrieb einsteigen.

Den Hintergrund erläutern Markus Hagedorn von der Teutonia und Thomas Müller vom SV in einem Schreiben so: Zurzeit bieten zwei St. Töniser Vereine Kinder- und Jugendfußball von der G- bis zur A-Jugend an. Aufgrund der Aufteilung der Kinder auf die zwei Vereine bilden sich zwangsläufig Mannschaften mit inhomogenem Leistungsgefüge und unterschiedlichen Leistungsansprüchen. Einige Kinder seien dadurch unterfordert und wechselten zu leistungsstärkeren Mannschaften in anderen Städten. Noch öfter aber komme es vor, dass Kinder unverhältnismäßig viel auf der Bank säßen, weil sie den Leistungsansprüchen der Mannschaft nicht gerecht werden könnten.

„Die Verteilung von talentierten Spielern auf zwei Vereine verhindert zuverlässig das Erreichen und langfristige Halten von gehobenen Spielklassen“, schreiben die Vereinsvertreter. Das Potential, das „in unserem Dorf steckt“, solle aber durch fehlende Zusammenarbeit nicht länger geschwächt werden. In der JSG St. Tönis soll es stattdessen vielmehr künftig möglich sein, sowohl fußballerischen Leistungssport als auch fußballerischen Breitensport anzubieten und so allen Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden.

Konkret sei geplant, die bestehenden Teams in der G- und F-Jugend weitestgehend beizubehalten. Ab der E-Jugend sei eine Zusammenführung der Spieler beider Vereine geplant, um mit leistungsgerechten Teams in die neue Saison zu gehen. Ab der D-Jugend bis zur A-Jugend soll es dann nur noch JSG-Mannschaften geben, die nach Leistungsklassen unterteilt werden. Beginnen soll die neue Einteilung bereits nach den Osterferien – also ab Ende April/Anfang Mai. Die Trainer beider Vereine wollen dann Sichtungstrainings für die D- bis A-Jugend durchführen, um zu sehen, welche Kinder leistungsmäßig besonders gut zusammenpassen.

Ganz über die Köpfe der Fußballer hinweg soll das nicht geschehen: Bei der endgültigen Einteilung der neuen Mannschaften zur nächsten Saison sollen die Wünsche der Kinder berücksichtigt werden, betonen die Vereinsvertreter. Auch die Aufteilung der Trainer erfolgt nach Qualifikation für das jeweilige Team. Bis Ende Mai, schreiben Hagedorn und Müller, soll bereits feststehen, wer künftig in welcher Mannschaft und unter welchem Trainer spielt. Die Neuerung bezieht sich übrigens nur auf die Kinder- und Jugendfußballteams von SV St. Tönis und Teutonia, in den Stamm-Abteilungen wollen beide Clubs weiterhin getrennte Wege gehen.