Tönisvorst: Infohäppchen bei Kaffee und Rührei

Tönisvorst: Infohäppchen bei Kaffee und Rührei

Rund 80 Anmeldungen erhielt der Wirtschaftsförderer für das Unternehmerfrühstück "TönisVorst um 8". Dabei gab es ein kleines Jubiläum von fünf Jahren zu feiern. Der Impulsvortrag drehte sich um Fördermittel für kleine Unternehmen.

Nahezu 80 Handwerker und Selbstständige aus Tönisvorst und Umgebung hatten sich angemeldet und waren gestern Morgen zu "TönisVorst um 8" ins italienische Restaurant Ravvivi gekommen. Die Wirtschaftsförderung der Stadt und Hauptsponsor Sparkasse Krefeld konnten dabei ein kleines Jubiläum feiern: Das Unternehmerfrühstück gibt es seit genau fünf Jahren, und so sprach auch Bürgermeister Thomas Goßen bei der Begrüßung von einem "etablierten Format". Mit einer gewissen Genugtuung stellte er fest, anfangs sei diese Veranstaltung noch belächelt worden, doch heute nicht mehr. Auswärtige Besucher staunen oft, wie gut diese Veranstaltung in Tönisvorst läuft. Das Interesse ist ungebrochen, die Besucher kommen angeregt ins Gespräch.

Tan Türel und Androosh Minayan stellten ihr neues Unternehmen pace it vor. Foto: Brinkmann Heribert

Den Impulsvortrag am Anfang des Frühstücks hielt Armin Möller, seit fünf Monaten Projektmanager bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Viersen und vorher viele Jahre bei der Regio Rhein-Maas grenzüberschreitend tätig. Sein Thema gestern war der "leichte Zugang zu öffentlichen Zuschüssen für KMU", was kleine und mittlere Unternehmen meint. Einerseits gibt es Geld in vielen Fördertöpfen, andererseits fürchten viele Unternehmen eine umfangreiche Bürokratie. Möller ermutigte seine Zuhörer, Fördermittel abzurufen. Da es sich um Steuermittel handele, wäre auch ein gewisses Maß an Bürokratie unumgänglich, vor allem in den höheren Ebenen von Land, Bund und EU. Andererseits sei es auf kommunaler und regionaler Ebene gar nicht so schwierig. Wirtschaftsförderer, die gemeinsame Agentur "Standort Niederrhein" oder die IHK helfen dabei weiter. In der aktuellen Niedrigzinsphase ließ der Referent Kredite der KfW gleich unter den Tisch fallen. Aber etwa eine Potenzialberatung für Unternehmen von zehn bis 20 Mitarbeitern sei über Standort Niederrhein in Neuss relativ einfach zu beantragen. Dabei würden die Kosten eines zugelassenen Beraters für maximal zehn Tage zu 50 Prozent übernommen. Themen könnten die Digitalisierung oder der demographische Wandel sein. Nach einem Erstgespräch bei der IHK gäbe es für eine Ist-Analyse für Betriebe unter zehn Mitarbeitern eine 80-Prozent-Förderung für Beratung. Im Förderdschungel von Land und Bund helfen die Wirtschaftsförderer mit "go-inno", "go-digital", Auma, Bafa, Zenit weiter. So gibt es vom Land erhebliche Zuschüsse für Studienabsolventen, die für 24 Monaten beschäftigt werden (pro Jahr 22.500 Euro). Oder sind Innovations-Gutscheine, die vom Forschungszentrum Jülich ausgegeben werden, interessanter? Andere fliegen vielleicht auf eine Messeförderung, etwa für einen Gemeinschaftsstand auf der Handwerkermesse in Brüssel?

Oliver Schieren (OS Dienstleistungs GmbH). Foto: HERIBERT Brinkmann

Beim anschließenden Frühstück war Armin Möller ein gefragter Mann - und bei der Tombola der Sparkasse Krefeld gewann er gleich zwei Konzertkarten. Das erste Mal dabei waren Tan Türel und Androosh Monayan. Mit ihrer neuen IT-Firma "pace it" haben sie sich in Tönisvorst niedergelassen. Die beiden IT-Profis, seit 20 Jahren in der Branche unterwegs, wollen Geschäftskunden die Angst vor dem Thema nehmen: "IT kann auch einfach sein." Mit "pace it" haben sie ein Wortspiel als Firmennamen gewählt, der soviel wie "Tempo machen, Gas geben" meint. Oliver Schieren (OS Dienstleistungs GmbH) macht als neuer Vorsitzender des Vereins Akkordeon-Orchester St. Tönis nebenbei Werbung für besondere Konzerte und neue Gruppenangebote. Und Anke Dubberke schwärmt von ihrem Restaurant im Golfclub Stadtwald. An jedem Tisch gab es viel zu erzählen.

Foto: NORBERT PRÜMEN
(RP)