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Heimatverein Vorst und Heimatbund St. Tönis veröffentlichen Heimathefte

Heimathefte in Vorst und St. Tönis vorgestellt : Heimatgeschichte für Vorst und St. Tönis

Reisen in die Vergangenheit: „Voorsch – os Heimat“ heißt es in Vorst. Der Heimatverein Vorst hat das Heimatheft Nummer 83 herausgebracht. In St. Tönis wurde jetzt die 186. Ausgabe des Heimatbriefes veröffentlicht.

„Es ist schön dick geworden“, sagt Heinz-Josef Köhler. Dabei blickt der Vorsitzende des Heimatvereins Vorst – Freunde des Vöörschter Platt auf die nunmehr 83. Ausgabe des Heimatheftes des Heimatvereins. Über 60 Seiten warten darauf, entdeckt zu werden. Ab Ende der Woche sind die Heimathefte erhältlich, der Tönisvorster Bürgermeister Uwe Leuchtenberg (SPD) kann sich bereits jetzt über ein druckfrisches Exemplar freuen. Er erhielt vorab das Heimatheft aus den Händen von Köhler im Heimatmuseum.

Für Leuchtenberg eine Lektüre, in die er sich noch im Heimathaus vertiefte. „Ich fange immer in der Mitte an und schaue nach, wer verstorben ist. Danach gehe ich von hinten durch die Seiten und gucke, wen ich auf den Bildern kenne. Dann erst geht es ans Lesen“, plaudert Leuchtenberg über sein Leseverhalten. Wobei selbst ihn die Mundartgedichte, die ebenfalls zum Inhalt gehören, schon so manches Mal in Übersetzungsschwierigkeiten gebracht haben. „Dann frage ich halt nach, was das mir nicht klar zu erkennende Wort bedeutet“, sagt er mit einem Lächeln.

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Allerdings sind in Ausgabe 83 die Mundartgeschichten gut zu verstehen. Was „Adventstiit“ bedeutet, „Et Päckské ongér däé Boom“ oder „Juté Wünsche trotz Corona“, geht eindeutig aus den Texten hervor. Ansonsten geht es erneut querbeet sowohl durch die Historie als auch durch die aktuellen Ereignisse, die sich in Vorst ereignet haben.

Die Einweihung des Martin-Denkmals oder die Vorstellung des neuen Bildbandes von Vorst fehlen ebenso wenig wie ein genereller Rückblick auf das Jahr 2021 mit Maibaumsetzen und historischen Führungen durch Vorst. Der Tante-Emma-Laden wird wieder zum Leben erweckt und man erfährt mehr über die Abfahrt des letzten fahrplanmäßigen Personenzuges aus dem Bahnhof Vorst. Sowohl alte Postkarten als Quellen der lokalgeschichtlichen Forschung, die Entwicklung von „Sing in 73“ als auch die Bedeutung der Totenzettel als Fundgrube für Heimat- und Ahnenforscher – die Themen sind vielschichtig und berühren die unterschiedlichsten Bereiche. Herzlich schmunzeln – insbesondere beim Betrachten der zahlreichen Bilder – kann der Leser bei den Geschichten aus der Vorster Schulchronik in den Jahren 1970 und 1971, wo es ins Jugendwaldheim Ringelstein ging.

Was nicht fehlen darf, ist die Fortsetzung der Tönisvorster Stadtgeschichte. Teil fünf behandelt die Jahre 2013 und 2014. „Ich kann mich nur bei allen Autoren bedanken, die wieder einmal dazu beigetragen haben, dass ein solch umfangreiches Heimatheft in den Druck gehen konnte“, lobt Köhler. Ganz wichtig ist der Einleger, der dem aktuellen Heimatheft beiliegt. Der Heimatverein Vorst plant nämlich auf der Jahreshauptversammlung im Januar 2022 eine Satzungsänderung. Der Name „Freunde des Vöörschter Platt –     Heimatverein Vorst 1978“ soll in „Heimatverein Vorst 1978“ abgeändert werden. „Rein technisch gesehen bringt der lange Name Probleme mit sich. Allein beim Ausfüllen von Anträgen wird es kompliziert. Der kürzere Name macht viele Dinge einfacher“, sagt Köhler.

In St. Tönis ist der neue Heimatbrief veröffentlicht worden. Mit Freude präsentierte das Redaktionsteam des St. Töniser Heimatbundes nun den 186. Heimatbrief. Das Team um den Vorsitzenden Peter Steppen hat auf 54 Seiten Interessantes von damals bis heute zusammengetragen, was, so Steppen, bei den Mitgliedern zu viel Lesespaß und der ein oder anderen Reise in die Vergangenheit führen wird. Denn den fast 1300 Mitgliedern des Vereines werden die Exemplare in den kommenden Tagen zugehen –  verteilt von den Vereinsmitgliedern oder per Postversand. Bei allen Mitgliedern sollte ein Exemplar in Kürze vorliegen.

In den Händen hält der Leser als erstes den Kolping-Bilderstock – und das mit guten Grund. Denn auf drei Seiten wird an die St. Töniser Kolpingsfamilie erinnert, die in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feiern konnte, corona-bedingt in einem kleineren Rahmen als es sich eigentlich für solch ein Jubiläum gehört. Auch wenn der Sommer rückblickend fast coronafrei erscheint – es gab doch viel zu berichten. Guido Beckers setzt seine Chronologie mit einem vierten Teil fort – im April, als noch alle Gaststätten geschlossen waren und die Impfkampagne erst langsam Fahrt aufnahm. Er erinnert an Impfaktionen im Rathaus, an die Fußball-EM und begrenztes Rudelgucken und mehr.

Nicht nur die Kolpingsfamilie feierte ihr 150-jähriges Bestehen. Gleiches gilt auch für die Gesellschaft Eintracht, die vielen möglicherweise nicht mehr präsent ist. Helga Weyers und Günter Klücken lassen die lange, interessante Geschichte der Gesellschaft Revue passieren und erinnern daran, dass auch dieses Jubiläum würdig gefeiert werden sollte. Was aber, wie aus dem Kreis der verbliebenen Mitglieder zu hören ist, nachgeholt wird, wenn die Umstände es wieder zulassen.

Einen Rückblick über ein ganzes Jahr Ortsgeschichte macht Peter Steppen, der von Veränderungen in der Geschäftswelt ebenso berichtet wie über den Deutschen Meister Marcel Nöbels, durch den die Deutsche Eishockey-Nationalmannschaft durch einen sehenswert verwandelten Penalty ins Halbfinale der Weltmeisterschaft gelangte. Auch aus dem Vereinsleben berichtet der neue Heimatbrief. Etwa, dass der Heimatbund gemeinsam mit Radiomacher Michael Franken ins Radio ging. Die „Tönisvorster Heimatwelle“ soll die heimische Mundart wieder in aller Munde bringen. Gemeinsam mit den Vorster Heimatfreunden ist man schon auf Sendung gegangen – auf www.nrwision.de auch im Netz von überall abrufbar.

Klein kommt ein Bericht von Lars Tutt daher, der St. Tönis – zumindest Teile davon – mit Legosteinen nachbaute. Mühle, Wasserturm, die Kirchen und der Schluff finden sich inklusive Werdegang im Heimatbrief, ebenso ein Gang über die Vorster Straße – gestern und heute, zu dem Edgar Kohnen einlädt und berichtet. Zwei Seiten zu der von ihm initiierten Aktion „Rettet die Bäume“ steuert Sven Pricken bei und beleuchtet seine Aktivitäten, Erfolge und vieles mehr. Berichtet wird auch von der Rettung der Bäume, die im Bereich der alten Josef-Hally-Gärtnerei an der Friedrichstraße eigentlich fallen sollten. Gratulationen, Nachrufe und am Ende die Einladung zur Mitgliederversammlung, die für den 14. Januar geplant ist, bieten den Vereinsmitgliedern eine gute und informative Lektüre für die dunkle Jahreszeit, meint Peter Steppen. Er sagt: „Nach dem Heimatbrief ist vor dem Heimatbrief“ – Ausgabe 187 sei schon in Vorbereitung.