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Graffiti-Workshop im JFZ St. Tönis begeistert Kinder und Jugendliche

Kulturrucksack-Angebot in Tönisvorst : Graffiti-Workshop begeistert Kinder und Jugendliche

Im Jugendfreizeitzentrum in St. Tönis zischten am Dienstag die Sprühflaschen. Im Rahmen des Kulturrucksacks in den Herbstferien fand dort ein Graffiti-Workshop für Kinder und Jugendliche statt.

Die Neugierde ist den zehn jungen Teilnehmern des Graffiti-Workshops am Gesicht abzulesen, kaum hat Johannes Veit seinen Wagen ausräumt. Zehn Staffeleien stapeln sich unter den Bäumen am Jugendfreizeitzentrum (JFZ) in St. Tönis, dazu kommen ein großer Karton mit verpackten Leinwänden und Körbe voller Farbsprühflaschen.

Die Teilnehmer greifen zu den Staffeleien, um sie im Halbkreis unter den Bäumen aufzustellen. „Hoffen wir, dass das Wetter hält. Ansonsten wird im großen Saal weitergearbeitet“, sagt Einrichtungsleiterin Petra Schippers mit einem Blick in den Himmel. Kollegin Anette Wackers verschwindet im Keller, um Töpferkittel zu holen. „Entscheidet euch jetzt schon, ob ihr hochkant oder waagerecht arbeiten wollt, und stellt die Leinwände entsprechend auf die Staffeleien“, gibt Veit den Zehn- bis 14-Jährigen vor.

Der Workshopleiter startet mit der Einführung, denn einfach eine Sprühdose nehmen und drauflos sprühen ist nicht. Graffiti sprayen will gelernt sein. Mit unterschiedlichem Abstand vom Bild verändert sich der Sprühnebel, und auch das Kippen der Flaschen spielt eine Rolle. Außerdem soll der Nachbar an der Leinwand nicht aus Versehen eine Ladung Farbe abkriegen.

Für die ersten Probesprühungen hat Veit eine alte Leinwand dabei, die schon voller Farbe ist. Da seien die Hemmungen kleiner zu sprühen, als wenn es der erste Sprühstoß auf die eigene schneeweiße Leinwand ist, weiß er aus Erfahrung. Mehr oder weniger sicher drücken die Teilnehmer zum ersten Mal auf die Flaschen und verfolgen, wie der Farbstrahl auf die Leinwand trifft. „Ich habe Graffiti bei meinem Cousin gesehen und fand es spannend. Ich möchte es gerne einmal ausprobieren und finde das Angebot daher super“, sagt Jana. Greta sagt: „Graffiti sieht voll schön aus, und daher habe ich mich für diesen Workshop angemeldet.“

Beide gehören zu den zehn glücklichen Teilnehmern, die es in den Workshop geschafft haben. „Wir bieten Graffiti zum nunmehr fünften Mal an. In jedem Jahr gab es eine Warteliste. Wir hätten den Workshop auch diesmal wieder drei Mal anbieten können, so groß war die Nachfrage“, berichten die Einrichtungsleiterinnen. Der Näh-Workshop, der auch in diesem Jahr zum Kulturrucksackangebot im JFZ gehört, erfreue sich ebenfalls großer Beliebtheit.

Inzwischen sind auf den Leinwändern bunte Hintergründe entstanden. Jeder Teilnehmer ist damit beschäftigt, seinen Namen aufzusprühen. Die einen nutzen Schablonen dafür, andere der Gruppe, wie Greta, Leo, Luca und Lars, trauen sich schon an das freie Sprayen heran. Doch egal, ob frei gesprüht oder Schablone – jeder ist stolz auf sein erstes eigenes Werk, und das mit Recht.

Zehn tolle Bilder sind unter freiem Himmel entstanden, die jetzt nur noch im Keller des JFZ trocknen müssen, bevor die Teilnehmer sie mitnehmen können. Dass jedes Werk einen persönlichen Ehrenplatz bekommt, versteht sich von selbst.

(tre)