Tönisvorst: Ex-Stadtdirektor Günter Scheuer ist tot

Tönisvorst: Ex-Stadtdirektor Günter Scheuer ist tot

Kurz vor Weihnachten erinnerte der langjährige Chefarzt des Krankenhauses, Erich Tizek, noch einmal an den Kampf um das Haus - und damit auch an Günter Scheuer, damals Stadtdirektor.

"1997 war das Jahr, als in Tönisvorst die Nachricht vom Ministerium (MAGS) ankam, das Krankenhaus sollte aus dem Bedarfsplan des Landes NRW genommen und damit geschlossen werden. Bürgermeister Albert Schwarz, Stadtdirektor Günter Scheuer, Aufsichtsratsvorsitzender Günter Körschgen und Erich Tizek sind am Morgen vor Heiligabend nach Düsseldorf gefahren, um ihre Argumente zum Erhalt des Krankenhauses vorzutragen. Die Besucher bekamen dort aber den Eindruck, dass die Entscheidung zur Schließung längst gefallen war."

Günter Scheuer ist tot. Er starb am 26. Februar im Alter von 76 Jahren und hinterlässt seine Frau Christel, drei Kinder und fünf Enkel. Pfarrer Ludwig Kamm wird am Donnerstag, 8. März, um 9.15 Uhr in St. Cornelius das Seelenamt halten. Die Urnenbeisetzung findet später im Kreise der Familie statt.

  • Tönisvorst : Erich Tizek erinnert an den Kampf ums Krankenhaus

Dass ein FDP-Politiker in Tönisvorst Stadtdirektor wurde, verdankt er einem Losentscheid. Die Ratsparteien konnten sich 1990 auf keinen Kandidaten verständigen, und so entschied das Los. "Er war immer ein guter, sparsamer Verwaltungsmann", sagte Albert Schwarz. Und der muss es wissen, er war zu Scheuers aktiver Zeit als Stadtdirektor ehrenamtlicher Bürgermeister. Als Schwarz 1999 hauptamtlicher Bürgermeister wurde, war die Amtszeit des Stadtdirektors vorbei. Bis 2011 gehörte Scheuer dem Tönisvorster Stadtrat an, dann machte er Platz für jüngere Mitglieder. Nach dem Rathaus arbeitete er als freiberuflicher Rechtsanwalt. Auch in seiner Partei, den Liberalen, blieb er weiter aktiv. 2014 fand er bei der FDP-Wahlversammlung im Café Papperlapapp eine Mehrheit für seinen Antrag für eine freiwillige Wahlkampfvereinbarung mit den anderen Parteien und Wählervereinigungen.

Ursprünglich kommt Scheuer aus dem Saarland, wo er am 27. September 1941 in St. Ingberg geboren wurde. Dort trat er 1965 in die FDP ein, wurde 1969 in den Stadtrat gewählt und war von 1984 bis 1989 hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt St. Ingbert. Dann bewarb er sich auf den Posten als hauptamtlicher Beigeordneter und Stadtdirektor in Tönisvorst - kam und blieb mit seiner Familie am Niederrhein. Die Wahl zum Stadtdirektor sei für Scheuer persönlich sein größter politischer Erfolg gewesen. Große Spuren hat er auch als langjähriger Vorsitzender des Vereins "Kultur im Rathaus St. Tönis" hinterlassen.

(hb)