Europawahl 2019: Heile liberale Welt in Tönisvorst

Mit Blick auf die Europawahl am 26. Mai : Heile liberale Welt in Tönisvorst

Ohne Gegenstimmen wurden die Mitglieder des Vorstandes des FDP-Ortsverbandes wiedergewählt. Michael Terwiesche, niederrheinsicher Kandidat für Brüssel, wirbt für die „Richtungswahl“ für Europa.

„Wir sind keine kommunistische Partei“ gab Torsten Frick nach den Vorstandswahlen des Tönisvorster FDP-Ortsverbandes zu Protokoll. Zuvor waren Vorsitzender Marcus Thienenkamp, die beiden Stellvertreter Birgit Koenen und Olaf Kaiser, Schatzmeister Kristian Schneider und Schriftführerin Vanessa Thienenkamp jeweils mit neun Ja-Stimmen von neun abgegeben Stimmen gewählt worden. Auch die Beisitzer Hans H. Frick, Thomas Köhler, Heribert Vennhaus, Bernd und Lore Kowalcyk wurden mit jeweils acht oder neun Stimmen gewählt. Insgesamt hat die FDP zurzeit 32 Mitglieder. Wie Schatzmeister Kristian Schneider beim Ortsparteitag der FDP im Restaurant Ravvivi  erläuterte, „explodierte“ die Mitgliederzahl 2017 durch zahlreiche Neueintritte von 24 auf 36 Mitglieder, im Folgejahr 2018 ging sie auf 32 Mitglieder zurück.

Vorsitzender Marcus Thienenkamp blickte in seinem Bericht auf ein Jahr ohne ´Wahlkampf zurück. 2018 sei ein Jahr der Sacharbeit gewesen. In diesem Jahr hätten ihn so viele Bürger angerufen wie in sechs Jahren zuvor zusammen.

Torsten Frick, der Fraktionsvorsitzende, berichtete aus dem Rat und schaute bereits in Rictung Kommunalwahl 2020. Ob die FDP einen eigenen Bürgermeisterkandidaten sucht oder nicht, ließ er erst einmal offen. Auf jeden Fall will die FDP im nächsten Stadtrat wieder stärker vertreten sein. Heute ist sie nur mit zwei Mandaten vertreten. Während Frick zu CDU und UWT nichts sagte, setzte er sich deutlich von der „Verbotsmentalität“ bei den Grünen ab. Der SPD bescheinigte er beim Haushalt „gute Ansätze“, aber es mangele an der Umsetzung. Gar nicht mag er einen Aktionismus, mit dem die SPD die anderen Fraktionen mit Tischvorlagen überfalle. Und bei den Plänen, auch die Grundsteuer zu senken, sei man gar nicht so weit auseinander.

Dass besonders SPD und Grüne gegen die Windräder für Vorst eintreten, kritisiert Frick. Rot-Grün hätten im Landtag die Windenergie gepusht, man könne nicht im Landtag so und vor Ort anders argumentieren.  Aber die SPD sei wohl halt schon im Wahlkampfmodus. Dass die FDP von der Einigung im Ältestenrat abrücke, verteidigte Frick vor den Mitgliedern. Die Idee, trotz Antrag auf Ende der Debatte jede Fraktion drei Minuten reden zu lassen, sei schwierig, vor allem künftig im Umgang mit anderen Parteien. Dieses scharfe Schwert dürfe man nicht aufgeben. Ansonsten wünsche sich die FDP mit den anderen Parteien im Rat einen vernünftigen Umgang und gute Gespräche.

Zur Mitgliederversammlung war Michael Terwiesche aus Moers eingeladen worden, er ist Spitzenkandidat der Niederrhein-FDP für das Europa-Parlament. Er begann sehr persönlich mit einem Erlebnis zum Brexit. Er hat einen siebenjährigen Patensohn, der die doppelte Staatsbürgerschaft besitzt. Dessen Vater, Terwiesches Trauzeuge, ist mit einer Britin verheiratet. Die Familie lebt in London, er arbeitet die Woche über in Deutschland. Niemand weiß, was der Brexit für die Menschen im Alltag bedeutet. Viele Annehmlichkeiten, an die wir uns gewöhnt hätten, könnten auch wieder verloren gehen. Viele europaskeptische Parteien und Politiker wie Le Pen, Wilders, Orban oder die AfD wollten die EU aufhebeln. Die Europawahl sei eine Richtungswahl. Terwiesche steht für ein Europa, das schnell, schlanker und transparenter wird. Die Kommission müsse verkleinert werden. Das Parlament müsse aufgewertet und in Brüssel konzentriert werden.

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