Eiserne Hochzeit: August und Waltraud Ortgies aus Vorst sind seit 65 Jahren verheiratet

Eiserne Hochzeit : Milchkanne wurde zum Glücksbringer

Seit 65 Jahren sind August und Waltraud Ortgies verheiratet. Morgen feiert das Jubelpaar aus Vorst das seltene Fest der Eisernen Hochzeit. Und tatsächlich hat das Paar immer eisern zusammengehalten, auch wenn das Leben sich nicht von seiner sonnigen Seite zeigte.

„Wir hatten viele Höhen und Tiefen“, sagt die 83-jährige Waltraud Ortgies, die ursprünglich aus Essen stammt und 1943 zusammen mit ihrer Mutter völlig mittellos zu Verwandten nach Vorst kam. „Wir waren ausgebombt worden und hatten nichts mehr“, erzählt die Seniorin.

August Ortgies, heute 86 Jahre alt, stammt aus Ostfriesland. Weil es dort nach dem Krieg aber keine Arbeit gab, ging der junge Mann an den Niederrhein, um auf einem Bauernhof zu arbeiten. „Und auf diesem Bauernhof habe ich jeden Abend frische Milch geholt“, erzählt Waltraud Ortgies. Die jungen Leute lernten sich kennen und verliebten sich ineinander. Zwei Jahre später haben sie geheiratet und sich ein gemeinsames Leben aufgebaut.

August Ortgies arbeitete nach der Zeit auf dem Bauernhof noch eine kurze Zeit lang auf der Zeche Heinrich in Essen, bevor er in den Straßenbau wechselte. „Die Straßen hier in Vorst, die habe ich alle ausgeschachtet“, erzählt der Senior, der später Vorarbeiter war und weit über das Rentenalter hinaus im Baugewerbe tätig blieb. „Insgesamt habe ich 60 Jahre lang gearbeitet“, erzählt der 86-Jährige.

Das Haus, in dem das Paar wohnt, haben die beiden in den 60er Jahren der Genossenschaft abgekauft. Die drei Töchter wuchsen dort auf. Früher sind die Ortgies’ gerne gereist, besonders die balearischen und die kanarischen Inseln haben ihnen gefallen. Heute ist das aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich.

Die Eiserne Hochzeit wird mit einer großen Gästeschar aus der Familie, zu der drei Enkelkinder und drei Urenkel gehören, und dem Freundeskreis gefeiert.

(wic)
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