Die Turnerschaft St. Tönis organisiert in Kooperation mit vier Kindertagesstätten das Bewegungsfest

Turnerschaft St. Tönis : Mit großen Sprüngen zum Kibaz

Seit 2002 bietet die Turnerschaft in Kooperation mit vier St. Töniser Kindertagesstätten jedes Jahr im Januar das Bewegungsfest für Familien an. Kinder und Eltern sind mit großer Begeisterung dabei.

Zehn Stationen, an denen gehüpft wird und geklettert, balanciert und gesprungen, gekrabbelt und geworfen – das Bewegungsfest für Familien, das die Turnerschaft in Zusammenarbeit mit dem Kreissportbund, dem Familienzentrum Gänseblümchen und den Kitas Biberburg, Hoppetosse und Mullewapp jedes Jahr Mitte Januar in der Turnhalle am Schulzentrum ausrichtet, bietet für jeden Geschmack etwas. Und egal, ob groß oder klein: Im Mittelpunkt stehen Spaß und Bewegung.

„Wir kommen jedes Jahr hierher, und es ist immer toll“, sagt Florian Huth, der mit Tochter Ida unterwegs ist. Gerade testen die beiden die Holz-Ski für zwei Personen. „Da ist Teamwork gefragt“, sagt der Vater. Ida mag am liebsten die fliegende Schaukel, in der die Kinder auf dem Bauch liegen und durch die Halle schwingen. Aber auch die anderen Stationen erfreuen sich großer Beliebtheit. Es gibt einen Hindernislauf, einen Mutsprung, eine Station, an der Kunststücke eingeübt werden können, und die Sprossenwand zum Klettern. Und auch ein Trampolin, ein buntes Schwungtuch und verschiedene Elemente, bei denen der Gleichgewichtssinn trainiert wird, haben die 20 Helfer aufgebaut.

„Wir möchten alle fünf Bereiche, die für die kindliche Entwicklung wichtig sind, ansprechen“, sagt Sigrid Riemensperger, seit ein paar Jahren der Kopf des Orga-Teams. Neben rein motorischen Fähigkeiten fördert der Parcours auch die Wahrnehmung, die soziale Kompetenz, die kognitive und die psychisch-soziale Entwicklung. Und damit die Kinder nicht den ganzen Nachmittag an zwei Lieblingsstationen hängen bleiben, gibt es einen Laufzettel. Wer an allen zehn Stationen einen Stempel bekommen hat, kann sich am Tisch des Kreissportbundes das „Kibaz“ abholen, das Kinderbewegungsabzeichen des Landes.

Hinter dem fröhlichen Fest mit den sportlichen Ambitionen steckt allerdings viel Arbeit. Morgens um 11 Uhr beginnen die Ehrenamtler mit dem Aufbau, damit um halb drei, wenn die Familien mit den Kindern im Alter zwischen drei und acht Jahren kommen, alles perfekt ist. Den Nachmittag über stehen an jeder Station zwei Helfer, die Mut zusprechen, loben, Hilfestellung geben. Ist das Fest nach zweieinhalb Stunden beendet, heißt es noch abbauen und aufräumen. „Wir sind mittlerweile ein eingespieltes Team“, sagt Sigrid Riemensperger, um 18 Uhr sei meistens Feierabend.

Aber die Mühe ist nicht umsonst. Von den Gästen bekommen die Organisatoren viel Lob und von den Kindern nicht selten ein stolzes und dankbares Lächeln. „Jetzt hab ich mich doch getraut“, sagt Charlotte und staunt selbst, wie gut sie über die wackligen Seile gegangen, auf den großen Kasten geklettert und von dort auf die weiche Matte gesprungen ist. Auch darum geht es den Organisatoren des Bewegungsfestes: In Zeiten, in denen nicht mehr in jedem Garten ein Kletterbaum steht, sollen die Kinder sich ausprobieren, ihre Grenzen verschieben, merken, dass sie sich auf ihren Körper verlassen können und mehr schaffen, als sie vielleicht denken.

Mehr von RP ONLINE