Die Musikerin Katrin Höpker war mit „Frau Höpker bittet zum Gesang“ im Corneliusforum in Tönisvorst

Tönisvorst : Frau Höpker rockt das Haus

Die studierte Musikerin Katrin Höpker war mit ihrem Programm „Frau Höpker bittet zum Gesang“ wieder im Corneliusforum. 600 Besucher kamen und erlebten ein spritziges und abwechslungsreiches Mitsingkonzert.

„Thank you for the music“, rufen am Ende des Abends zu den Tönen des Abba-Hits 600 Besucher Katrin Höpker zu. Zweieinhalb Stunden lang hat die Frau auf der Bühne mit ihrem Keyboard und ihrer gut ausgebildeten Gesangsstimme die Töne vorgegeben für unvergessene Schlager wie „Ein Bett im Kornfeld“, „Tulpen aus Amsterdam“, „Veronika, der Lenz ist da“, für deutsches Liedgut von „Der Kuckuck und der Esel“ bis zu „Freude schöner Götterfunken“, für Nenas „Nur geträumt“ und Johnny Cashs „Ring of Fire“.

Es ist eine wilde Mischung, die Katrin Höpker bei ihren Mitsingkonzerten auf der Liste hat – und genau das kommt so gut an beim Publikum. Bei „Frau Höpker bittet zum Gesang“ wird gesungen und gegrölt, geschunkelt und geklatscht. Nach 2017 ist die Kölnerin jetzt zum zweiten Mal auf Einladung des Stadtkulturbundes Tönisvorst ins Forum Corneliusfeld gekommen. Die 600 Karten, die es für das Stehkonzert gab, waren bereits vor Weihnachten verkauft.

Wie eine Blitzumfrage ergibt, ist gut die Hälfte der Gäste schon einmal bei einem Mitsingkonzert der Kölnerin gewesen. Da die aber ein scheinbar unerschöpfliches Repertoire an Liedern vorrätig hat und die Auswahl der jeweiligen Jahreszeit anpasst, haben die Abende mit der Musikerin zwar einen hohen Wiedererkennungswert, sind aber doch immer anders.

Seit 2008 tourt die studierte Musikerin durch ausverkaufte Hallen. Hits und Evergreens, Volkslieder, Gassenhauer und Popsongs hat die Wahlkölnerin, die ursprünglich aus Westfalen kommt, wo sie mit vier Schwestern in einem von Musik geprägten Pfarrhaushalt aufwuchs, im Programm. Und das Erstaunliche: Das Konzept funktioniert überall und generationsübergreifend, wobei Frauen sich offensichtlich eher davon angesprochen fühlen als Männer.

198 Songs habe sie auf ihrer „Frühlingsliste 2“, erzählt die Profimusikerin dem Tönisvorster Publikum. „Ich bin gerüstet!“, sagt Katrin Höpker und begrüßt ihre „Logengäste“ – für Menschen, die nicht gut stehen können, gibt es vorn ein paar Stuhlreihen – und mit Blick auf die Empore den „erweiterten Elferrat“. Nach dem ersten Lied („Über den Wolken“) stellt die Entertainerin, Pianistin und Sängerin fest: „Was soll ich Ihnen sagen? Der Abend ist schon geritzt.“

So erlebt der Chor auf Zeit drei Gesangseinheiten mit je 40 Minuten, in denen viele Menschen sehr gut, manche etwas schief, aber alle mit viel Freude und voller Inbrunst singen. Die Texte werden an die Bühnenwand projiziert, nur Katrin Höpker – elegant im weißen Glitzerhosenanzug – kann sie alle auswendig singen. Zwar hat sie ein Notenblatt am Keyboard, schaut aber eher selten darauf. Rund 1300 Texte und Noten habe sie im Kopf, hat die Musikerin mal gesagt und tatsächlich: Alle Texte sitzen, alle Noten klingen harmonisch – gelernt ist gelernt, von Kindesbeinen an und über Jahrzehnte geschult.

„Es ist egal, wie alt wir sind“, sagt die Kölnerin, „wir alle haben ganz viel Musik in unseren Köpfen und in unseren Herzen.“ Weil dieser musikalische Schatz aber viel zu selten abgerufen werde, habe sie „Frau Höpker bittet zum Gesang“ gegründet. „Es ist doch schade, wenn so viel Talent brachliegt“, sagt die Profimusikerin. Außerdem, davon ist sie überzeugt, mache Singen glücklich.

Und tatsächlich: Als der stimmgewaltige Chor am Ende des Abends wieder auseinandergeht, ist etwas mit den Gästen passiert. Die meisten sind ein bisschen glücklicher als vorher, beschwingter, beseelter, besser gelaunt und haben ein Liedchen auf den Lippen. „Wenn alle mehr singen würden, gäbe es weniger Kriege“, sagt Katrin Höpker. Einen Versuch wäre es wert.

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