Die Jugendlichen der Rupert-Neudeck-Gesamtschule führen das ehemalige Schülercafé der Realschule im Schulgebäude Kirchenfeld weiter.

Schüler gründeten Genossenschaft : My Café RNG – neuer Name für Pausencafé

Die Jugendlichen der Rupert-Neudeck-Gesamtschule führen das ehemalige Schülercafé der Realschule im Schulgebäude Kirchenfeld weiter. Das bewährte Konzept der Genossenschaft bleibt erhalten, der Name hat sich geändert.

Das Schülercafé im Gebäude der Rupert-Neudeck-Gesamtschule Kirchenfeld hat einen neuen Namen. „My Café RNG“ heißt die Einrichtung, die von einer Schülergenossenschaft geleitet wird. Gegründet wurde die Genossenschaft mit Hilfe der Volksbank bereits 2012 von Jugendlichen der damaligen Tönisvorster Realschule Leonardo da Vinci. Die Realschule lief aus, die Gesamtschule wuchs nach und mit ihr auch die Schüler, die in der Pause eine Verpflegung brauchen.

„Wir bieten zehn verschiedene Sachen an“, erzählt Pia Langel, die Aufsichtsratsvorsitzende der Schülergenossenschaft. Elf Mitarbeiter sorgen dafür, dass in den Pausen Baguettes, Brezel und Käsebrötchen, Croissants, Berliner und Donuts aus den Backstuben der örtlichen Bäckereien in den kleinen Kästen für den Verkauf bereitliegen. Auch Getränke können im Café gekauft werden. Und weil es im Schulgebäude Kirchenfeld keine Mensa gibt, die Schüler aber mitunter auch nachmittags Unterricht haben, bietet „My Café RNG“ in Kooperation mit dem nahegelegenen Imbiss „Bines Brutzelstube“ auf Bestellung auch warme Mahlzeiten an.

„Von Pommes bis Pizza ist alles dabei“, sagen die Schüler, und der Stolz auf ihr kleines, erfolgreiches Unternehmen ist ihnen anzuhören. „Tatsächlich sind wir am Ende des Tages meistens ausverkauft“, weiß Pia Langel, und es ist klar: Die Genossenschaft versteht es zu kalkulieren. Weggeworfen wird hier nichts. Einkauf, Verkauf, Investitionen, Buchhaltung und Kasse – all das erledigen die elf jugendlichen Mitarbeiter in Eigenleistung. Lehrerin Christiane Küsters steht lediglich beratend zur Seite. „Die Schülerinnen und Schüler arbeiten sehr verantwortungsvoll“, lobt die Lehrerin.

Allerdings sei die Arbeit auf zu wenige Schultern verteilt. „Wir brauchen dringend mehr Mitarbeiter aus der Schülerschaft“, sagt Christiane Küsters. Um Werbung für die Mitarbeit zu machen, hat die Volksbank Flyer entworfen und gedruckt. Melanie Thelen und Lukas Frenken übergaben die Flyer bei einem Treffen im Café. Die Schüler verteilen die kleinen Handzettel jetzt an die Klassen 8 und 9, um Nachwuchs für das Pausencafé zu gewinnen, denn viele der Mitarbeiter besuchen zurzeit die Jahrgangsstufe 10, was bedeutet, dass sie im nächsten Schuljahr nicht mehr im Kirchenfeld sein werden: Manche verlassen die Gesamtschule mit dem Real- oder Hauptschulabschluss, andere wechseln in die Oberstufe, die aber im Schulzentrum unterrichtet wird.

Bei der Flyer-Übergabe konnten die Schüler ein neues Mitglied für ihre Genossenschaft gewinnen: Schulleiter Andreas Kaiser kaufte zehn Anteile zu je drei Euro und ist jetzt eines der 100 Mitglieder, die die Genossenschaft durch den Kauf von Anteilen finanziell unterstützen. „Ich finde die Genossenschaft toll“, lobt der Schulleiter das Projekt, „so werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Unsere Schüler bekommen zum kleinen Preis eine Verpflegung, und die Mitarbeiter übernehmen Verantwortung und lernen eine Menge über Geschäftsführung.“

Das Schulgebäude Kirchenfeld ist die Dependance der Rupert-Neudeck-Gesamtschule am Schulzentrum. Die Jahrgänge fünf bis sieben und ab dem nächsten Schuljahr auch der erste Jahrgang der Oberstufe werden am Schulzentrum unterrichtet, wo auch das Michael-Ende-Gymnasium beheimatet ist. Die Jahrgänge acht bis zehn der Gesamtschule sind im 450 Meter entfernten Kirchenfeld untergebracht, in dem früher die Hauptschule und später die auslaufende Realschule waren.

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