Die drei Schulsozialarbeiter Tönisvorsts stellten sich im Schul- und Kulturausschuss vor.

Vorstellung im Schulausschuss : Sozialarbeiterin auch an Grundschulen

Die drei Schulsozialarbeiter der Stadt Tönisvorst stellten sich und ihre Arbeit im Schul- und Kulturausschuss vor. Dabei wurde deutlich, wie wichtig die Mitarbeiter für die Kinder und Jugendlichen sind.

Was Tanja Bruckes, Frederik Bovendeerd und Eva Hachmann, die drei Schulsozialarbeiter der Stadt, in ihrem Arbeitsalltag von den Tönisvorster Kindern und Jugendlichen mitbekommen, lässt sie nicht kalt. Zu ihnen kommen Jugendliche, die Drogen- und Alkoholprobleme haben, unter Schulangst leiden, Stress mit den Eltern haben oder von anderen gemobbt werden. Auch Mädchen, die ungewollt schwanger geworden sind, saßen schon im Büro der Schulsozialarbeiter.

Ein paar Mal mussten die städtischen Mitarbeiter in der Vergangenheit auch die Polizei und das Jugendamt einschalten, weil das Wohl eines Kindes in der Familie gefährdet war. Im Schul- und Kulturausschuss stellten die drei Schulsozial­arbeiter sich und ihre Arbeit jetzt vor. Neu im Team ist Eva Hachmann, die seit diesem Schuljahr in den vier Tönisvorster Grundschulen eingesetzt ist. „Ich bin jeden Tag an einer anderen Grundschule“, berichtet die Sozialpädagogin. Zunächst habe sie ermittelt, welchen Bedarf welche Schule habe, seit November habe sie Schwerpunkte in ihrer Arbeit gesetzt.

An der Hülser Straße etwa sei ihre Unterstützung in der Integrationsarbeit wichtig. So habe sie ein Elterncafé für Flüchtlingsfamilien eingerichtet, in dem – mit Hilfe von Dolmetschern – auch Vorträge etwa zum deutschen Schulsystem gehalten werden. Außerdem leite sie eine Theatergruppe zur Gewaltprävention und begleite eine Familie im häuslichen Umfeld. In Vorst und an der Katholischen Grundschule biete sie Sozialtraining im Klassenverband und in Kleingruppen an. Auch Einzelförderung und eine Schülersprechstunde gibt es. „Der Gesprächsbedarf bei den Kindern ist sehr groß“, hat die Sozialpädagogin festgestellt.

An der Corneliusstraße standen bisher soziale Gruppenarbeit für besonders stille Kinder und ein Sozialtraining im dritten Schuljahr im Mittelpunkt. Jetzt sollen die vierten Klassen folgen. „Der Bedarf ist an allen vier Schulen vorhanden. Es wäre deshalb sehr gut, wenn eine weitere Pädagogin eingestellt werden könnte“, sagt Eva Hachmann abschließend. Es sei schade, dass sie immer nur einen Tag in der Woche an einer Schule sein könne, das führe dazu, dass aktuelle Probleme nicht immer sofort angesprochen werden könnten. Die Ausschussvorsitzende Angelika Hamacher (CDU) nimmt die Anregung auf und verspricht, bei den nächsten Haushaltsberatungen darauf zurückzukommen.

Anders sieht die Schulsozialarbeit an den beiden weiterführenden Schulen Michael-Ende-Gymnasium (MEG) und Rupert-Neudeck-Gesamtschule aus. Frederik Boven­deerd ist bereits seit 2007 im Dienst, damals noch an der Hauptschule Kirchenfeld. Tanja Bruckes kam 2012 für die Realschule und das MEG hinzu. „Wir sind immer da“, sagt Tanja Bruckes. Sowohl im Gebäude Kirchenfeld als auch im Schulzentrum haben die Mitarbeiter ein Büro, das Schülern jederzeit offen steht. Beratung, individuelle Begleitung, Streitschlichtung, Kontakte pflegen zum Kreisjugendamt, zum Jobcenter, zur Polizei, zur Jugendgerichtshilfe, zu Therapeuten, Kinderheimen und Beratungsstellen, gehören zu ihren Aufgaben.

„Auch die Vermittlung von Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket für einkommensschwache Familien ist ein wichtiger Punkt“, sagt Tanja Bruckes. Die Politiker im Ausschuss loben die Arbeit der Sozialpädagogen. „Ich habe sogar auf Kreisebene schon gehört, wie die Tönisvorster Schulsozialarbeiter als besonders effektiv und engagiert gelobt worden sind“, sagt Christa Voßdahls (SPD). Und Andreas Kaiser, Schulleiter der Rupert-Neudeck-Gesamtschule, nutzt die Gelegenheit, um sich bei den Schulsozialarbeitern für ihre „hervorragende Arbeit“ zu bedanken.

Mehr von RP ONLINE