Die Bilanz der Hip-Hop-Gruppe „Tetrix“ des Tanzsportkreises Tönisvorst kann sich sehen lassen.

Tanzsport: „Tetrix“ sorgt für Gänsehautmomente

Acht Turniere, sechs Meistertitel: Die Bilanz der Hip-Hop-Gruppe „Tetrix“ des Tanzsportkreises Tönisvorst kann sich sehen lassen. Jetzt gab es auch vom Bürgermeister eine kleine Auszeichnung für die erfolgreichen Tänzerinnen.

Die Bässe hallen durch den Tanzraum am Ostring. 21 Mädchen zwischen neun und zwölf Jahren lassen die Musik wie eine Welle durch ihre Körper laufen. Dann ändert sich die Choreografie. Die Füße stehen fest auf dem Boden, die Knie sind angewinkelt,  und in die Bewegungen der Kinder fließen Elemente ein, die an den Haka, den rituellen Tanz der Maori, erinnern. Jeder Schritt, jede Bewegung sitzt. Die Blicke sind fest auf das Publikum gerichtet, die Gesichter strahlen. Die gesamte Formation bewegt sich vollkommen synchron. Ganz klar: Hier sind Profis am Werk.

Seit Januar 2017 gibt es die Hip-Hop-Gruppe „Tetrix“ beim Tanzsportkreis Tönisvorst. Trainerin Katharina Schweins, von allen nur Kathi genannt, hat sich aus drei Kinder-Tanz-Gruppen die talentiertesten Mädchen herausgesucht. So ist „Tetrix“ entstanden. 21 Mädchen zwischen neun und zwölf Jahren gehören dazu. Sie alle trainieren zweimal in der Woche, vor Turnieren zusätzlich vier bis fünf Stunden am Wochenende. Und der Fleiß zahlt sich aus: Im vorigen Jahr haben die Mädchen an sechs Turnieren teilgenommen und fünf Meister- sowie einen Vizemeister-Titel mit nach Hause gebracht.

Seitdem dürfen sie sich Deutsche Hip-Hop-Meister der Street-Dance-Factory und Vize-Europameister im Video-Clip-Dancing nennen. Und wie es aussieht, geht die Erfolgsgeschichte der Gruppe in diesem Jahr weiter. Im Juni holten die Mädchen mit ihrer neuen Choreografie den ersten Platz bei der Westdeutschen Meisterschaft im Hip-Hop der Street-Dance-Factory. Außerdem belegten die Tönisvorsterinnen bei den European Mastes of Videodancing in Ratingen vor ein paar Wochen den zweiten Platz in ihrer Altersklasse.

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Was ist das Erfolgsrezept der Schülerinnen? „Alle sind mit Leidenschaft dabei, haben Rhythmusgefühl und diesen Flow im Körper, den es für den Hip-Hop braucht“, sagt Trainerin Kathi. Außerdem stünden die Eltern voll hinter den Kindern und seien die „besten Fans der Welt“, lobt die 30-Jährige die Unterstützung aus der Elternschaft. „Aber auch Disziplin und Konzentration spielen eine Rolle“, sagt die Trainerin, die selber mit fünf Jahren mit dem Balletttanz und mit 13 Jahren mit Hip-Hop angefangen hat.

Fragt man die Kinder selber, sagen sie, alle könnten sich aufeinander verlassen. „Außerdem macht es Spaß, die Schrittfolgen zu lernen“, findet die neunjährige Amira. Und Sina betont, es sei toll, dass sich alle so gut verstehen. „Wir sind wie eine Familie“, sagt die Zwölfjährige. Die Titel hingegen scheinen den Mädchen gar nicht so viel zu bedeuten. „Mein schönstes Erlebnis mit Tetrix war der Tanz für unsere Mütter“, erzählt Amira nach besonderen Eindrücken gefragt. Für Muttertag hatte Trainerin Kathi mit den Mädchen einen Tanz nur für die Mütter einstudiert. „Fast alle hatten Tränen in den Augen“, erzählt die 30-Jährige. Ein echter Gänsehautmoment.

Mittlerweile hat sich der Erfolg von „Tetrix“ herumgesprochen. So besuchte jetzt auch Bürgermeister Thomas Goßen ein Training der Gruppe und brachte ein kleines Präsent als Anerkennung für die Leistungen mit. „Es ist toll, was ihr macht“, lobt der Bürgermeister, „Bewegung ist wichtig, Spaß ist wichtig und dass ihr als Gruppe Zusammenhalt kennenlernt, finde ich sehr gut.“ Und damit auch jeder erkennt, dass sie zusammen gehören, sind die Mädchen jetzt in einheitlichen Trikots unterwegs: Mansur Kaywan von der Änderungsschneiderei „Kevin“ hat der Gruppe neue Outfits geschneidert, denn „Tetrix“ hat noch einiges vor: „Im nächsten Jahr peilen wir die Europa- und die Weltmeisterschaften an“, sagt Coach Kathi.