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Die Agentur für Arbeit finanziert über das Programm „Wegebau“ die Führerscheine für Geringqualifizierte und ältere Arbeitnehmer.

Ferien-Abc: F wie Fahrschule : Das Glück liegt auf der Straße

Neuer Führerschein – neuer Job. Bus- und Lastwagenfahrer werden gesucht. Die Agentur für Arbeit finanziert über das Programm „Wegebau“ die Führerscheine für Geringqualifizierte und ältere Arbeitnehmer.

Die erste Fahrstunde gehört zu den Momenten im Leben, die man nicht so schnell vergisst. Das ist auch nicht anders, wenn man einen Lastwagenführerschein oder einen Busführerschein macht. Stephan Heigenfeld weiß das. Er ist seit vielen Jahren Fahrschulleiter und Fahrlehrer für alle Klassen im BZ-Bildungszentrum Tönisvorst am Tempelsweg. „Aber wenn es geschafft ist, ist die Freude umso größer“, sagt Heigenfeld.

So war es auch bei Susanne Kiesewetter. Sie war eine der Fahrschülerinnen im BZ, die im zweiten Beruf ihr Glück gefunden haben. Heute fährt die 55-Jährige als Busfahrerin durch Schwalmtal und ist mit ihrem neuen Job sehr glücklich. Bernd Rütten, Vertriebs- und Betriebsleiter des BZ, ist optimistisch, dass alle, die die Qualifizierung im BZ durchlaufen, auch eine neue Stelle finden: „Die Logistik- und Transportbranche boomt, viele Fahrer sind überaltert, die Nachfrage ist groß.“

Seit mehr als 20 Jahren gibt es das BZ-Bildungszentrum. Das Unternehmen hat sich auf Aus-, Fort- und Weiterbildung im gewerblich-technischen Bereich spezialisiert. Die Umschulung zum Berufskraftfahrer gehörte von Anfang an dazu. 13 Kraftfahrzeuge sowie diverse Auflieger und Anhänger gehören heute zur gelben Flotte des BZ. Außerdem gibt es eine Fahrlehrerakademie und eine Ferienfahrschule, in der der Autoführerschein innerhalb von zwei Wochen erworben werden kann.

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Beim Busführerschein geht es nicht ganz so schnell. „Fünf Monate dauert die Qualifizierung“, sagt Alexander Hencke, Vertriebsmitarbeiter und Teilnehmerbetreuer. Viele Firmen nutzen das Angebot für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Immer wieder vermittle auch die Agentur für Arbeit die Fahrschüler. „Über das Programm Wegebau haben Geringqualifizierte und ältere Arbeitnehmer die Möglichkeit, sich umschulen zu lassen“, weiß Hencke.

Das Berufsfeld des Kraftfahrers sei sehr vielfältig. „Es gibt nicht nur den klassischen Fernfahrer, der durch ganz Europa fährt“, sagt Hencke. Containertransporte, Tiertransporte oder das Abfahren der Bauernhöfe, um die Milch zur Molkerei zu bringen, seien Beispiele für weitere Felder. Auch im Bereich Busfahrt gebe es nicht nur den klassischen Linienbusfahrer: „Reiseverkehr, Schülerverkehr, Shuttle-Bus-Fahrer am Flughafen – es gibt viele Möglichkeiten.“

Zu der fünfmonatigen Ausbildung gehören nicht nur 89 praktische Fahrstunden und die Theorie, auch technisches Know-how wird vermittelt. „Man muss sich schon zu helfen wissen“, sagt Fahrschulleiter Heigenfeld zum Thema Wartung und Instandsetzung. Für die Menschen, die sich zum Busfahrer ausbilden lassen, gibt es übrigens noch ein Zusatzmodul: „Wir bieten zu dieser Weiterbildung auch Deeskalationstraining an“, sagt Heigenfeld. Schließlich müsse ein Busfahrer auch schon mal mit aggressiven Fahrgästen klarkommen.

Und damit die frischgebackenen Lastwagen- und Busfahrer und fahrerinnen auch wirklich gut auf den Alltag vorbereitet sind, hat das BZ noch eine Besonderheit im Programm: Nach dem Erwerb des Führerscheins folgt eine zweiwöchige Phase des begleiteten Fahrens. „Da werden dann immer wieder Bushaltestellen angefahren, und es geht in die Eifel, wo es viele enge Kurve und schmale Straßen im Hang gibt“, erzählt der Fahrschulleiter. Und es klingt, als wisse er, dass die Kraftfahrer den flachen Niederrhein mit seinen breiten Straßen danach umso mehr zu schätzen wissen.