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Die A-capella-Band „Viva Voce“ tourt zu ihrem 20-jährigen Bestehen durch die Welt. Jetzt war sie in St. Tönis zu Gast.

Stadtkulturbund : Jubiläumsshow der fünf Goldkehlchen

Die A-capella-Band „Viva Voce“ tourt zu ihrem 20-jährigen Bestehen durch die Welt. Jetzt war sie in St. Tönis zu Gast.

Gleich zwei Jubiläen an einem Abend gab es im Forum Corneliusfeld in St. Tönis zu feiern. Nachdem der Stadtkulturbund sein 25-jähriges Bestehen mit einer kleinen Feier vorgezogen hatte (siehe Artikel unten), konnte auch eine der erfolgreichsten A-cappella-Bands Deutschlands, „Viva Voce“, ein besonderes Jubiläum begehen: 20 Jahre besteht die Ansbacher Formation der fünf männlichen Goldkehlchen bereits, die aus den Windsbacher Chorknaben hervorging. Sie tourten in dieser Zeit durch die ganze Welt, wandelten sich in ihren Auftritten entscheidend um, haben in dieser langen Zeit aber nichts von ihrer Frische, ihrem Schwung und ihrer eindrucksvollen Stimmgewalt eingebüßt.

„Es lebe die Stimme“ – Viva Voce – hieß es zwei Stunden lang: Mit witzigen Liedern, stimmungsvollen Songs und einer mitreißenden und überzeugenden Performance gestalteten die fünf tollen Sänger den Abend mit ihrer Jubiläumsshow. Mit ihrem jungenhaften Charme ersetzen die Sänger ein ganzes Orchester und zwitschern sich durch einen bunten Abend voller Gags und guter Laune. Jörg Schwartzmanns ist der „Mouth Percussionist“ der Truppe, legt beeindruckende und rockige Auftritte hin und ist als „musical director“ für alles Wichtige der Band zuständig. Er komponiert und textet ebenso wie der gesanglich immer wieder herausstechende David Lugert, der gemeinsam mit Matthias Hofmann seit vielen Jahren für einen Großteil der Songs und Texte verantwortlich zeichnet. Bastian Hupfer, zweiter Tenor, ist der Clown des Gesangsquintetts. Er hat die besonderen komischen Gags auf Lager, die neben dem gesanglichen Können das Publikum zu unterhalten verstehen. Und der Fünfte im Bunde ist Heiko Bentjes, der neben seiner faszinierenden tiefen Singstimme auch über eine besonders hörenswerte Sprechstimme verfügt.

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Sie begannen ihr Programm mit einer Hymne auf sich selbst: „Happy Birthday to us“, brachten ein „One Night Ständchen mit Happy Endchen“ dar und sorgten mit dem „Smalltalk Checker“ für erste Heiterkeit. Die witzigen Mundwerker singen alles: von Rock und Pop über Heavy Metal bis Klassik und Oper, aber auch die Schlagerwelt ist ihnen nicht völlig fremd. Helene Fischers Dauerhit „Atemlos“ wandelten sie auf Zuruf aus dem Publikum spontan und gekonnt auf Hip-Hop-Art, auf gregorianischen Gesang und auf Country und Reggae um – einfach umwerfend. Songs wie „Guter Freund“ oder die Ode an den völlig ungeliebten Chef kommen beim Publikum ebenso gut an wie die Songs mit den technisch zugeschalteten Künstlern, unter ihnen der so beachtlich Piano spielende Bodo Wartke.

Immer wieder merkt man dieser Sangestruppe ihre kirchlichen Wurzeln an: Sie singen auch ernste und besinnliche Stücke, haben ja ein eigenes Konzertprogramm im Repertoire, das sie einzig und allein in Kirchen singen, und hatten damit selbst bei einer Konzertreise nach Brasilien großen Erfolg.

So mischen sich Hörenswertes und Denkwürdiges mit absolutem Slapstick in munterer Weise. Der Mix aus Beatles-Songs und einem bunten Potpourri bis hin zu Heino und Opernarien löste Beifallsstürme aus, und am Ende der Jubiläumsshow gab es Standing Ovations für die fünf Sänger, die es sogar schafften, das Publikum zum kräftigen Mitsingen zu animieren. Alles in allem ein gekonnter Festabend für beide Jubilare, den Stadtkulturbund und die A-cappella-Band gleichermaßen.