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Der Wertstoffhof in Tönisvorst ist wieder geöffnet

Am Lenenweg in Tönisvorst : Wertstoffhof ist wieder geöffnet

Fünf Wochen war der Wertstoffhof am Lenenweg in Tönisvorst geschlossen. Der große ­Ansturm blieb am Donnerstag aus, die Betreiber der Anlage rechnen aber für den Samstag mit Schlangen.

Der Wertstoffhof am Lenenweg 39 in Tönisvorst ist vorbereitet: Orangefarbene Hütchen markieren die Fahrspuren auf das Gelände, es sind zusätzliche Mitarbeiter im Einsatz, und es stehen genügend Container bereit, damit die Kunden alles sofort loswerden können. Der große Ansturm bleibt am Donnerstag zwar aus. Nach fünf Wochen Schließung blicken die Betreiber jedoch mit Sorge auf Samstag.

Wegen Corona verbringen viele Menschen gerade deutlich mehr Zeit in ihrem Zuhause als sonst. Mitte März „sind wir völlig überrannt worden“, sagt Geschäftsführer Ingo Theis. Darum war der Hof ab dem 18. März für Kunden geschlossen. Hauptsächlich sei es darum gegangen, das Personal zu schützen, sagt Theis. Weil dem Wertstoffhof auch die Müllabfuhr angeschlossen ist, habe man nicht riskieren wollen, diese durch Krankheitsfälle nicht aufrechterhalten zu können.

Viele Tönisvorster waren in dieser Zeit allerdings nicht untätig und haben entrümpelt, Keller, Speicher, Gartenhäuser – man habe den Möbeln, die für den Sperrmüll an die Straßen gestellt wurden, angemerkt, dass sie älter waren, sagt Theis: „Das riecht man.“ Gehen üblicherweise etwa 500 bis 600 Anmeldungen pro Woche für die Abholung ein, waren es in der vergangenen Woche mehr als 1000. Das Gleiche bei Elektroteilen: 300 statt 100 bis 150 Anmeldungen in der Woche. „Auch die Mengen sind größer“, berichtet Theis. Gerade die vergangenen Tage seien für die 55 Mitarbeiter eine „enorme Herausforderung“ gewesen.

Thomas Wirtz ist der Mann, der an der Einfahrt sitzt und die Kunden zuweist. Wer Metalle, Papier oder Folien hat, für die er keine Gebühr bezahlen muss, darf durchfahren. Wer Sachen im Kofferraum mitbringt, stellt sich in der linken Fußgängerschlange an, für Kunden mit Anhängern, die gewogen werden, geht es rechts herum. Mit Acrylglas, Mundschutz und Desinfektionsmittel sollen die Mitarbeiter geschützt werden. Gelernt habe man von anderen Wertstoffhöfen wie in Süchteln, wo sich am Montag ein langer Stau gebildet hatte, sagt Theis. Darum bleiben auch die zusätzlich aufgestellten Papiercontainer auf der Gerkeswiese in Vorst und auf dem Parkplatz Willicher Straße in St. Tönis zunächst stehen.

An einem normalen Samstag gibt es etwa 80 bis 100 Anlieferungen, nun rechnet Theis mit mindestens dem Doppelten. „Jetzt wollen alle gleichzeitig“, sagt er, „nach den ersten anderthalb Wochen wird sich die Lage wieder entzerren.“

Geöffnet ist montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr und samstags von 8 bis 13 Uhr.