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Der "Kleine Chor" begleitet die Gottesdienste in St. Cornelius in St. Tönis

Chor in St. Tönis : Ein Chor voller Spontanität in der Gemeinde St. Cornelius

Seit Pfingsten treffen sich jeden Mittwochabend sechs Frauen aus St. Tönis mit Organistin Ursula Neugebauer zur Chorprobe im Altarraum der Kirche. Die Idee dahinter: Solange die Gemeinde aufgrund der Corona-Schutzregeln nicht singen darf, übernimmt das der „Kleine Chor“.

Eine dynamische Organistin und sechs Frauen, die spontan Ja gesagt haben – wenn es diese Konstellation nicht gegeben hätte, dann würden sich die Kirchenbesucher am Sonntag in St. Cornelius nicht erneut eine musikalische Chorbegleitung bekommen. So aber ist der „Kleine Chor“, wie sich die sieben Frauen nennen, um 11.30 Uhr im Gottesdienst zu hören.

„Es war wirklich alles mehr als nur ein Zufall, dass es zu unserem neuem Chor gekommen ist“, sagt Ursula Neugebauer. Die Organistin äußerte sich kurz vor dem Gottesdienst am Pfingstsamstag gegenüber Margit Gronsfeld in der Sakristei, dass es schade wäre, keine Chorbegleitung zu haben. Gronsfeld, die mit den Vorbereitungen für die Messe beschäftigt war, konterte, dass sie in der Kirche einige Sängerinnen aus zwei Chören gesehen hätte.

„Ich bin kurz entschlossen in die Kirche gegangen und habe die fünf Frauen angesprochen“, erinnert sich Gronsfeld. Und hier zeigte sich Spontanität: Elsbeth Kriegel, Gudrun Schwarz, Anneliese Gerardts, Edeltraud Lambertz und Beate Schwarz wechselten ihren Sitzplatz im Kirchenschiff von St. Cornelius mit dem Altarraum rund um die Orgel. Der Gottesdienst mit Neugebauer an der Orgel und den sechs Frauen – Gronsfeld gehört ebenfalls dazu – begann.

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Wobei zu diesem Zeitpunkt genau sechs Personen bei einem Chorauftritt pandemiebedingt unter den entsprechenden Vorschriften erlaubt waren. „Ich habe die Nummern der Lieder, die ich spielte, auf ein Blatt Papier geschrieben und ihnen gezeigt, damit sie wussten, welches Lied an der Reihe war“, erzählt Neugebauer. Im Gotteslob fanden sich die entsprechenden Texte und Noten.

„Es war einfach ein tolles Erlebnis, so ganz unerwartet gemeinsam singen zu können, und das mit der Akustik der Kirche“, schwärmt Kriegel. Da die Frauen alle erprobte Sängerinnen sind, erlebten die Gottesdienstbesucher einen auch für sie unvergleichlichen Gottesdienst. Organistin und Sängerinnen waren von dem unvermuteten gemeinsamen Auftritt und der Freude der Kirchenbesucher so begeistert, dass sie den Entschluss fassten, genau in dieser Konstellation weiter zu singen.

Der Mittwoch kristallisierte sich als Probentag heraus, da er nicht mit den anderen beiden Chören kollidiert, in denen die Frauen ebenfalls singen. Mit „Kleiner Chor“ war der Name gefunden. Seit Pfingsten proben die Frauen so einmal wöchentlich. Mehrere Auftritte in den Gottesdiensten folgten, wobei der Einsatz am Sonntag, 20. Juni, in der Messe um 11.30 Uhr der letzte vor der Sommerferienpause ist. Nach den Ferien geht es aber weiter. Die Frauen planen schon Auftritte in den Messen bis in den Advent hinein.