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Der ehemalige Vorster Pfarrer Ludwig Kamm ist gestorben

Nachruf : Trauer um den ehemaligen Vorster Pfarrer Ludwig Kamm

Er war ein Mensch mit Ecken und Kanten, und er hatte das Herz am rechten Fleck. Am Montag ist der 71-Jährige im Kempener Krankenhaus gestorben.

Nach kurzer schwerer Krankheit ist der katholische Theologe Ludwig Kamm am vergangenen Montag im Kempener Krankenhaus gestorben. Er war 27 Jahre lang Pfarrer der Kirchengemeinde St. Godehard Vorst und wurde 71 Jahre alt. Dies teilte die katholische Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Kempen-Tönisvorst am Dienstag mit.

Ludwig Kamm war ein Mensch mit Ecken und Kanten, und er hatte das Herz am rechten Fleck: Er hat sich immer für die Armen und Schwachen eingesetzt, er hat das Unrecht gesehen und es in deutlichen Worten angeprangert. Bis zum Sommer 2017 war er als Pfarrer der GdG in Vorst und St. Tönis tätig. Dann verabschiedete er sich mit 69 Jahren in den Ruhestand, blieb aber als Subsidiar im Dienst der Kirche.

Auch sein Engagement für das Zachäus-Haus im afrikanischen Burundi, für das Ludwig Kamm 2015 das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde, hielt der Pfarrer aufrecht, solange seine Gesundheit das zuließ, teilt die GdG mit.

Bevor Ludwig Kamm, der 1948 in Schwerte geboren wurde, Theologe wurde, hat er in Aachen Chemie studiert. Erst 1977, mit 29 Jahren, schrieb der Chemiker sich in Bonn zum Theologiestudium ein. Im Oktober 1982 wurde er in Aachen zum Priester geweiht. Er war Kaplan in St. Michael in Waldniel, danach Pfarrvikar in Mönchengladbach-Hockstein. 1990 wurde Ludwig Kamm Pfarrer an St. Godehard in Vorst. 2011 übernahm er zusätzlich die Leitung der Kirchengemeinde St. Cornelius in St. Tönis.

„Viele Menschen sind über seinen frühen Tod sehr traurig“, sagt Pfarrer Thomas Eicker, der die Gemeinschaft der Gemeinden Kempen-Tönisvorst leitet. „Sein Engagement besonders für benachteiligte Menschen vor Ort wie in vielen Teilen der Welt, etwa Burundi, Rumänien oder Indien, wird allen in dankbarer Erinnerung bleiben.“

Auch das Motto des Theologen Ludwig Kamm, das er zu seinem Abschied 2017 mit auf den Weg gab, bleibt in Erinnerung: „Religion ist der Hinweis darauf, dass der Mensch ein gemeinschaftliches Wesen ist. Sie ist Schutz vor Überheblichkeit und Ermahnung zur Menschlichkeit.“

(RP)