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Den Weg der Godehard-Prozession in Vorst kann jeder selbst abgehen

Nach abgesagter Godehard-Prozession in Vorst : Kreuzweg selbst abgehen

Weil die Prozession wegen der Corona-Krise ausfällt, hat die Gemeinde die Texte an den Stationen befestigt, so dass jeder den Weg selbst abgehen kann. Die Statue des heiligen Gotthardus ist im Fenster der Kapelle zu sehen.

Jedes Jahr im Mai steht sie acht Tage lang im Fenster der Godehard-Kapelle am Vorster Markt: die Statue des heiligen Gotthardus. Jetzt ist es wieder so weit. Pünktlich zur Godehard-Oktav, einer achttägigen Festwoche zu Ehren des Pfarrpatrons, hat der Gemeindevorstand die Figur des Heiligen, die ihren Platz sonst an einer Säule rechts des Altars in der Kirche hat, in das Fenster der Seitenkapelle gestellt.

„Godehard wird zum Schutz gegen Krankheiten verehrt“, erklärt Katharina Knappe vom Gemeindevorstand und findet, dass es deshalb gerade jetzt wichtig sei, die Figur des Schutzpatrons öffentlich auszustellen. Eigentlich beginnen die Feierlichkeiten zu Ehren des Heiligen Godehard am 1. Mai mit dem Setzen des Maibaums auf dem Marktplatz. Eine öffentliche Messe im Seniorenhaus, der Umzug der Schützen und als Höhepunkt die Godehard-Prozession entlang des Jahrhunderte alten Kreuzwegs gehören dazu. „All das muss in diesem Jahr ausfallen“, bedauert Knappe, „aber wir haben Prozessionstexte an den Kreuzwegstationen befestigt, so dass jeder für sich den Weg abgehen kann.“

Der heilige Gotthardus wird seit fast 900 Jahren in Vorst verehrt. Damals schenkte Erzbischof Friedrich I. von Köln der Pfarre eine Reliquie des Heiligen – Vorst entwickelte sich zum Wallfahrtsort. An die alte Pfarrkirche wurde eine Kapelle gebaut, in der eine Figur von Gotthardus aufgestellt wurde. Auch die neue Kirche erhielt 1896 eine Kapelle, in deren Fenster jetzt die Figur des Heiligen zu sehen ist.

(RP)