Tönisvorst: Demografischer Wandel bleibt aus

Tönisvorst: Demografischer Wandel bleibt aus

Eine weitere halbe Stelle bekommt der Jugendtreff Vorst. Der Fachausschuss trägt damit der Tatsache Rechnung, dass es im Stadtteil mehr junge Menschen gibt, als noch vor ein paar Jahren prognostiziert.

Um eine halbe Stelle aufgestockt werden sollen die Mitarbeiterstunden im Jugendtreff Vorst. Damit hätte die städtische Einrichtung an der Gerkeswiese zwei Vollzeitbeschäftigte. Der Ausschuss für Jugend und Soziales gab in seiner Sitzung grünes Licht für die Personalie. Nun muss noch der Jugendhilfeausschuss des Kreises zustimmen. Rund 12.200 Euro kostet die Aufstockung von jetzt 1,5 auf zwei Stellen die Stadt Tönisvorst. Den Rest übernimmt das Kreisjugendamt, das sich mit 56,6 Prozent an den Personalkosten beteiligt.

Ein Teil der Arbeitsstunden soll dann auch wieder auf die sogenannte "aufsuchende Jugendarbeit" verwendet werden. Das heißt, die Pädagogen gehen als Streetworker zu den Treffpunkten der Jugendlichen und entwickeln mit ihnen zusammen Ideen zur Freizeitgestaltung. Lange suchen muss die Stadtverwaltung nicht, um die halbe Stelle zu besetzen. Der bisherigen Mitarbeiterin Corinna Balzer soll angeboten werden, ihre halbe Stelle aufzustocken.

"Wäre es nicht besser, eine weitere Mitarbeiterin mit einer halben Stelle einzustellen?", fragt Michael Landskron für die CDU im Ausschuss. "Dann wäre eine flexiblere Dienstplangestaltung und eine bessere Urlaubsvertretung möglich." Bürgermeister Thomas Goßen stimmt dem grundsätzlich zu, weist aber darauf hin, dass eine volle Stelle attraktiver sei. "Zur Zeit gibt es wenig Auswahl auf dem Personalmarkt und die Pädagogen, die zur Verfügung stehen, wollen lieber eine volle Stelle, was aus wirtschaftlichen Gründen auch nachvollziehbar ist."

Mit Annika Weyers hat der Vorster Jugendtreff im Juni 2017 bereits eine neue Leiterin bekommen. Die 34-jährige Diplom-Pädagogin geht mit viel Schwung ans Werk und will den Jugendtreff neu gestalten, um ihn attraktiver zu machen für die jungen Menschen im Ort. So wurden bereits die verschiedenen Räume für Kinder und Jugendliche renoviert und umgestaltet. Jetzt gibt es einen eigenen Raum nur für Jugendliche, in dem sie Freunde treffen und in Ruhe quatschen können.

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Zu den offenen Angeboten gehören außerdem eine Mädchengruppe, Billardkurse, Töpferkurse und eine Kindergruppe. Auch ein Proberaum steht Nachwuchsbands im Jugendtreff kostenlos zur Verfügung. Außerdem wird ein Name für das Haus gesucht. Der Ideenwettbewerb läuft im Internet ("http://www.jugendtreff-vorst.de" ). Die Investition in die Einrichtung lohne sich, laut Bürgermeister Goßen. Das Besucherpotenzial sei im Ort vorhanden. Schließlich gebe es in Vorst kaum andere Angebote für Kinder und Jugendliche und durch das Neubaugebiet Vorst-Nord würden weitere Familien in den Ort ziehen.

Schon jetzt sei es so, dass in Vorst mehr junge Menschen leben, als noch vor ein paar Jahren prognostiziert. Das macht sich übrigens auch bei den Kindergartenplätzen bemerkbar. Der Kindergartenbedarfsplan, der ebenfalls auf der Tagesordnung der Sitzung stand, weist ein Minus von elf Plätzen für Dreijährige in Vorst aus, während der Bedarf an Plätzen für Unter-Dreijährige gedeckt ist. "Die fehlenden Plätze können durch freie U-2-Plätze aufgefangen werden", sagt Bürgermeister Goßen. Auch lasse das Kibiz (Kinderbildungsgesetz) einen Überhang von zehn Prozent pro Gruppe zu.

Auf lange Sicht blickt die Stadt optimistisch auf die Situation der Kindertagesstätten in Vorst: Eine weitere Gruppe ist in der Awo-Einrichtung bereits eröffnet, Erweiterungen oder eventuell auch ein Neubau sind darüber hinaus im städtische Familienzentrum Bruckner Straße und im Katholischen Kindergarten Grüner Weg in Planung. Insgesamt sollen dann Räume für drei weitere Kita-Gruppen im Ort entstehen.

(WS03)
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