Das Unternehmen SL-Windenergie plant in Vorst zwei 199 Meter hohe Windenergieanlagen mit jeweils einer Leistung von 4,2 Megawatt.

Vorst : Firma plant Infomesse zu Windrädern

Das Unternehmen SL-Windenergie plant in Vorst zwei 199 Meter hohe Windenergieanlagen mit jeweils einer Leistung von 4,2 Megawatt. Sie sind für eine Lebensdauer von 20 Jahren ausgelegt.

Am 1. Juli 1996 nahm Klaus Schulze Langenhorst auf seinem elterlichen Hof seine erste Windenergieanlage in Betrieb und gründete zu diesem Zweck die SL Windkraft GbR. Das fand großes Interesse, und so baute er weitere Windenergieanlagen. Der Gründer aus Gladbeck fand großen Gefallen am Gedanken, NRW zum Vorzeigestandort für Grünstromproduktion zu machen. Windräder wurden zu seinem Beruf. Im Februar 2000 gründete er die SL Windenergie GmbH und realisierte innerhalb von zwei Jahren drei Windparks mit insgesamt zwölf Windenergieanlagen. 19 Jahre später hat das Unternehmen rund 100 Anlagen in Nordrhein-Westfalen verwirklicht.

Zwei weitere sollen in Vorst hinzukommen, geht es nach den Plänen des Naturenergie-Unternehmens aus Gladbeck. 2014 war es schon einmal in Tönisvorst vorstellig geworden. Damals ging es um insgesamt vier Standorte in Kehn und Vorst, damals noch 150 Meter hoch geplant. 2015 zog sich das Unternehmen zurück, weil es bei Stadt und Politik keine Unterstützung gab. Die Stadt stand auf dem Standpunkt, in Unterweiden ausreichend Platz für Windenergieanlagen bereitgestellt zu haben. Dabei hatte das Unternehmen schon mit Eigentümern der Flächen gesprochen. Und die artenschutzrechtliche Prüfung hatte ergeben, dass die Eingriffe in die Natur des Landschaftsschutzgebietes kompensationsfähig seien – so jedenfalls berichtet Joachim Schulenburg, Leiter Projektentwicklung bei SL-Windenergie.

Die rot-grüne Landesregierung wollte aber die Energiewende in NRW vorantreiben. So war es die Bezirksregierung Düsseldorf, die 2016 die Vorster Flächen in den ersten Entwurf des Regionalplanes wieder aufnahm, die Kehner hingegen nicht. Nach Meinung des Unternehmens hat der Regionalplan am 13. April 2018 Rechtskraft erhalten.

Und so hat sich SL Windenergie am 27. Juli 2018 erneut um die Genehmigung von zwei Windkraftanlagen in Vorst bemüht, jetzt 200 Meter hoch (genau 199 Meter bis zur Rotorspitze, die Nabe ist 135 Meter hoch. Die Anlagen sind heute höher, die Rotorblätter länger und die Generatoren leistungsfähiger. Die Bundesnetzagentur möchte die EEG-Umlage möglichst niedrig halten. SL-Windenergie wird sich im Mai bei der Bundesnetzagentur um eine Konzession bemühen. Bevor diese nicht erteilt ist, könne nicht kalkuliert und auch nicht gebaut werden. Im Jahr finden mehrere Ausschreibungen statt, auch eine Konzession erst im nächsten Jahr sei durchaus möglich. Auf jeden Fall plant das Unternehmen eine „Infomesse“ in Vorst, der Termin steht aber noch nicht fest.

Bisher hat das Unternehmen in Untersuchungen des Bodens, des Geländes und in das Verfahren eine sechsstellige Summe investiert. Für den Bau wird ein rundes Betonfundament mit einem Durchmesser von 20 Metern und einer Tiefe von drei Metern gegossen. Vor dem Turm wird eine Schotterfläche und eine Zufahrt angelegt. Für die Anlieferung der rund 60 Meter langen Rotorblätter auf Schwerlasttransportern wird eine dreieckige Fläche mit Stahlplatten bedeckt, damit die Fahrzeuge nicht im Boden stecken bleiben. Wie und wo etwas abgedeckt werden darf, wird mit der Naturschutzbehörde des Kreises abgestimmt. Anschließend werde der Boden aufgelockert und neu eingesät. Nach einem halben Jahr, so Joachim Schulenburg weiter, seien die Spuren verschwunden. Für das Errichten einer Windkraftanlage rechnet das Unternehmen vom Wegebau bis zur Inbetriebnahme mit etwa sechs Monaten.

Das Unternehmen ist ausschließlich in NRW tätig. Natürlich gebe es an den Küsten von Nord- und Ostsee bessere Windbedingungen als im Landesinneren. Aber bei den Windkraftbetreibern gilt der Niederrhein durchaus als eine Gegend mit idealen Windbedingungen.

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