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Das Akkordeon-Orchester St. Tönis hat ein neues Bass-Akkordeon

Bass-Akkordeon : Das Akkordeon-Orchester hat einen neuen Taktgeber

Mit Hilfe der Tönisvorster Sparkassenstiftung konnte das Akkordeon-Orchester St. Tönis ein ganz besonderes Instrument anschaffen.

Tiefe Töne erfüllen den Probenraum des Akkordeon-Orchesters an der Corneliusstraße in St. Tönis. Moritz Leven hat sich das neue Bass-Akkordeon umgeschnallt und spielt sich an dem fast zehn Kilogramm schweren Instrument warm, während Oliver Schieren, Vorsitzender des Musikvereins, den dazugehörigen Verstärker justiert. Das Bass-Akkordeon ist seit ein paar Wochen der Star, wenn eines der vier Orchester des Vereins auftritt.

„Das Bass-Akkordeon ist das taktgebende Instrument“, weiß Oliver Schieren, es habe die Funktion, die das Schlagzeug in anderen Orchestern habe. „Ohne Bass geht es nicht“, stimmt auch Thomas Waser, Leiter des Ensembles „AkkZente“ zu. Das bisherige Bass-Akkordeon aber war in die Jahre gekommen. „Wir haben es irgendwann Anfang der 80er-gekauft“, sagt Oliver Schieren. Mittlerweile gebe es keine Ersatzteile mehr und auch keine ähnlich alten Akkordeons, die als Ersatzteillager dienen könnten. Es war klar: Ein neues Bass-Akkordeon muss her.

Weil das Musikinstrument mit dem dazugehörigen technischen Equipment aber mehr als 8000 Euro kostet, brauchte der Verein finanzielle Hilfe von außen, um das dringend benötigte, ganz besondere Akkordeon anzuschaffen. Also stellte der Verein einen Antrag auf Förderung bei der Krefelder Sparkassenstiftung. „Das war das erste Mal überhaupt, dass das Akkordeon-Orchester St. Tönis sich an uns gewendet hat“, sagt Michael Rotthoff vom Kuratorium. Dem Antrag wurde stattgegeben, und die Sparkassenstiftung finanzierte fast die Hälfte der Kosten, nämlich 4000 Euro.

Das Akkordeon, das laut Moritz Leven ein „zahmer Bass“ sei, der sich leicht ziehen lasse und mit dem auch leise Töne möglich seien, wird jetzt in allen vier Orchestern des Vereins eingesetzt und ist damit viel beschäftigt. „Unsere Musiker spielen etwa sechs Konzerte im Jahr und sind bei zehn bis 15 Veranstaltungen gebucht“, sagt Oliver Schieren. Und während die meisten Akkordeonspieler ein eigenes Musikinstrument haben, wandert das vereinseigene Bass-Akkordeon mit zu den vielen verschiedenen Auftritten und wird in jedem Orchester von einem anderen Musiker gespielt.

Auf die Frage von Thomas Goßen, Bürgermeister von Tönisvorst und Vorsitzender des Sparkassen-Stiftungskuratoriums, ob jeder Akkordeonspieler auch den Bass spielen könne, erklärte der 19-jährige Moritz Leven, der seit zehn Jahren beim Akkordeon-Orchester ist, dass der Bass-Schlüssel anders sei und es ein gewisses Umdenken erfordere, das Instrument zu bedienen. Zum Glück aber gibt es im Akkordeon-Orchester St. Tönis genug Menschen, die umdenken können.

Am Samstag, 21. März, 19.30 Uhr, steht übrigens ein ganz besonderes Konzert – wenn auch ohne Akkordeon – im Vereinsheim an. Dann kommt Dominik Schirmer, der bei Sir Paul McCartney in Liverpool gelernt und gelehrt hat. Der Mann aus Hagen, der fünf Jahre Komposition und Songwriting an der McCartney Hochschule in Liverpool unterrichtet hat, interpretiert Beatles-Klassiker und bringt mit seiner vierköpfige Band auch eigene Stücke auf die Bühne.