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Corona-Auflagen verändern Kita-Betrieb in Tönisvorst

Kitas in Tönisvorst : Corona-Auflagen verändern Kita-Betrieb

Disziplinierte Eltern, glückliche Kinder und gut vorbereitete pädagogische Fachkräfte. In den Kitas und Familienzentren in Tönisvorst ist der eingeschränkte Regelbetrieb wieder angelaufen.

Wenn Rolf Küntges an Montag zurückdenkt, geht ein Strahlen über sein Gesicht. „Der erste Tag war unglaublich entspannt. Wir haben disziplinierte Eltern erlebt und konnten Kinder begrüßen, die sich auf ihre Kita freuten“, berichtet der Leiter des städtischen Familienzentrums Villa Gänseblümchen in St. Tönis.

Nach mehr als zehn Wochen mit Stillstand oder Notbetreuung sind die Kitas und Familienzentren in Tönisvorst wieder im Regelbetrieb angekommen. Allerdings ist einiges anders als vor dem Beginn der Corona-Krise. Im Kontakt mit Eltern ist das Familienzentrum Kita Gänseblümchen beispielsweise sehr vorsichtig. Eltern müssen eine Mund-Nasen-Abdeckung tragen, wenn sie ihre Kinder bringen oder holen. Mitarbeiter nehmen die Kinder im Foyer in Empfang; die Abholung erfolgt über den Garten, da jede Gruppe einen eigenen Zugang hat und sich nicht in die Quere kommt. In diesen Momenten tragen die Erzieher ebenfalls eine Maske, die sie sonst bei der Arbeit mit den Kindern nicht tragen. „Kinder brauchen Mimik“, betont Küntges. Das gelte auch für Nähe, daran habe sich in Zeiten von Corona nichts geändert.

Das offene pädagogische Konzept des Familienzentrums wird unter den derzeitigem Bedingungen nicht angewendet; die Kinder bleiben also in ihren jeweiligen Gruppen, wovon es vier gibt. „Normal können die Kinder frei entscheiden, wo und mit wem sie spielen wollen. Das ist derzeit nicht möglich“, sagt Küntges. Gegessen wird ebenfalls in der Gruppe und nicht im Speiseraum. Den Garten hat das Team aufgeteilt: Die gelbe Gruppe bekommt den Part mit der Schaukel, die Blauen freuen sich über die Rutsche, und die Roten nennen das Klettergerüst ihr Eigen. Die grüne Gruppe sind die U3-Kinder, und die haben eh einen eigenen Außenspielbereich.

„Wir haben das Glück, dass jede Gruppe mit Materialien ausgerüstet ist. Bauen, Werken und Malen, alles ist in jeder Gruppe möglich. Wir mussten nichts umräumen, um das zu ermöglichen“, berichtet Küntges. Der Projektraum, die Turnhalle und das Elterncafé, das derzeit ebenfalls für die Kinder genutzt wird, sind von außen zugänglich, was in der aktuellen Situation einen Vorteil darstellt. Nach Absprache werden diese Räume genutzt sowie danach gereinigt und desinfiziert. Die Stadtverwaltung sorgt für die Ausstattung mit Desinfektionsmitteln und Co. „Da brauchen wir uns keine Sorgen zu machen“, sagt Küntges.

Ungewohnt ist, dass an jedem Türrahmen ein Desinfektionsprotokol hängt, in das die Reinigungskräfte und die pädagogischen Mitarbeiter eintragen, wann was desinfiziert wurde. Auch die Hinweisschilder mit den lächelnden Gänseblümchen für die Eltern, die an Abstandsregeln und Mund-Nasen-Abdeckung erinnern, gehörten vorher nicht zum Alltag.

Im Vorster Familienzentrum Dreikäsehoch setzt man derzeit ebenfalls statt offenem Konzept auf feste Gruppen, vier an der Zahl, die einem Gruppenraum zugeordnet sind und auch gemeinsam essen. „Wir haben unser Außengelände viergeteilt und jeden Bereich zusätzlich mit einer Aktionskiste ausgestattet. Von Kriechtunnel über Laufdosen bis hin zu Gummitwist reichen die Spielmöglichkeiten für draußen aus der Kiste“, sagt Einrichtungsleiterin Andrea Kern. Zudem schaffte man eine Postmappe für jedes Kind an, in die Erzieher und Eltern ihre Notizen eintragen können, da der Eltern-Betreuer-Kontakt derzeit auf das Minimum beschränkt ist und die Kinder vor der Kita vom Türdienst in Empfang genommen werden. In den neuen grünen Stoffbeutel, den jedes Kind sein eigen nennt, und in den alles hineinkommt, was ein Kind in der Kita braucht, wandert so auch die Mappe in Form eines Heftes. „Wir bekommen viel Lob von den Eltern und können das nur zurückgeben. Alles ist gut angelaufen“, zieht Kern ein erstes Resümee.