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Tönisvorst: CDU: Klare Absage an Fracking-Versuche

Tönisvorst : CDU: Klare Absage an Fracking-Versuche

Der Agrarausschuss der CDU Kreis Viersen hatte auf den Hof Demandt in der Huverheide eingeladen. Gast war auch die Landtagsabgeordnete Christina Schulze Föcking, die für die Landes-CDU das hochgiftige Fracking ablehnt.

Die aktuelle Entwicklung auf der Krim und in der Ukraine hat die Fracking-Diskussion in NRW neu belebt. Beim Fracking wird ein hochgiftiger Chemiecocktail in die Erde gepumpt, um in tiefen Gesteinsschichten Gas zu lösen und zu fördern. Bei den Bohrungen wird die Grundwasser-Schicht durchstoßen. Diese Diskussion landete gestern im Festsaal vom Hof Demandt in Vorst. Der Agrarausschuss der Kreis-CDU hatte dorthin eingeladen und mit Christina Schulze Föcking eine Landtagsabgeordnete eine Rednerin gefunden, die selber Landwirtin im Münsterland ist. Die 37-jährige Landwirtin lebt auf einem Hof in Hofsteinfurt. Für die CDU ist sie Sprecherin im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Landtag ist.

Die BASF-Tochter Wintershall will Kernbohrungen im Rheinland durchführen, um das Fracking-Potenzial auszuloten. Sie besitzt für drei Jahre die Konzession für den Claim "Rheinland", in den auch der Kreis Viersen und damit Tönisvorst fällt. Für St. Tönis stellte sich das Problem nicht, weil ein Großteil des Stadtgebietes Wasserschutzzone ist, in Vorst aber schon. Bürgermeister Thomas Goßen erklärte gestern, die Stadt sei klar gegen alle Fracking-Versuche. Als Christina Schulze Föcking in Vorst ankam, ergriff sie klar Position gegen Fracking. Beim Landesparteitag am 26. April in Düsseldorf soll ein entsprechender Antrag zum Thema eingebracht werden. Probebohrungen bei Osnabrück und in Ostwestfalen seien "weiter, als wir denken".

Peter Joppen, Landwirt aus Vorst und Vorsitzender des Kreisagrarausschusses bedrücken aber auch die Verhandlungen zwischen EU und USA um ein Freihandelsabkommen. "Fracking ist keine Energieart, die sich für Nordrhein-Westfalen eignet", hatte sich tags zuvor der CDU-Europaabgeordnete Karl-Heinz Florenz aus Brüssel zu Wort gemeldet. "Es gibt niemanden in der CDU, der ernsthaft den Einsatz von Fracking fordert. Es ist unverantwortlich, den Einsatz der Technologie zu fordern, wenn die Folgewirkungen auf Mensch und Natur nicht bekannt sind", sagte Florenz, Umweltpolitiker im Europaparlament.

Joppen beklagte, dass keiner etwas Genaues wisse, weil das transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) hinter verschlossenen Türen ausgehandelt werde. Viele vermuteten, so Joppen, dass bei der Ernährung unsere hohen Standards auf US-Niveau abgesenkt werden sollen, und befrüchten, dass es dann Chlorhähnchen und Hormonfleisch auch in Deutschland zu kaufen gebe.

Für die aktuelle Diskussion hatte sich der Kreisagrarausschuss der CDU bewusst für den Hof Demandt entschieden, weil er mit seinem Angebot mit Obstanbau eine Nische bediene, ebenso mit dem Hofladen. Landwirt Karl-Heinz Demandt führte seine Gäste, darunter auch Landtagsabgeordneter Marcus Optendrenk, die stellvertretende Landrätin Luise Fruhen, der Tönisvorster Parteivorsitzende Michael Höhn und Fraktionsvorsitzender Helmut Drüggen, kurz den Hof, zeigte Erdbeerfelder und Himbeerranken sowie den Hofladen. Im Hofladen, den die Demandts 1996 im alten Kuhstall einrichteten, wird nur frische Ware der Saison, eigenes Obst und Kartoffeln, aber auch Spargel und Eier aus der Nachbarschaft. Die Fleischwaren liefern Metzger aus Oedt und Geldern. Die Festhalle, in der anschließend die CDU-Runde diskutiert, kann von jedermann gemietet werden. Im Sommer sei jedes Wochenende dort etwas los, ob Geburtstagsfeiern oder Hochzeiten, erzählt Demandt.

(RP)