1. NRW
  2. Städte
  3. Tönisvorst

Bürgerinitiative fordert LKW-Verbot auf Hülser Straße und Nordring

Anwohner wehren sich : Bürgerinitiative fordert Lkw-Verbot

Anwohner der Hülser Straße und des Nordrings überreichten gestern bei Straßen NRW eine Unterschriftenliste. Der Lkw-Schleichverkehr hat zugenommen, seitdem in Fichtenhain das neue DSV-Logistikzentrum eröffnet wurde.

Die Kreuzung von Nordring und Hülser Straße ist eng bebaut und nicht sehr breit: Wenn ein Sattelschlepper dort abbiegt, muss er weit auf die Gegenspur ausholen, um die 90-Grad-Biegung mit dem langen Gefährt zu schaffen. Und 100 Meter hinter der Kreuzung liegen die Grundschule Hülser Straße und die evangelische Christuskirche (mit einer Tempo 30-Zone). Beide Straßen sind Landstraßen mit überörtlicher Bedeutung. Den Anwohnern ist der Lkw-Verkehr in diesen Straßen schon lange ein Dorn im Auge. Vor etwa einem Monat hat sich eine Bürgerinitiative Hülser Straße gegründet, die gestern das Regionalbüro von Straßen NRW in Mönchengladbach besuchte und dort eine Unterschriftensammlung mit etwa 80 Namen überreichte.

Alexander Strempel, neben Christel Falk Initiator der Bürgerinitiative, wohnt seit 1994 an der Hülser Straße. Die Anlieger, so Strempel, bemerken, dass sich die Situation mit dem Lkw-Verkehr seit anderthalb bis zwei Jahren erheblich verschlechtert habe. Als Grund vermuten die St. Töniser die Eröffnung des großen DSV Logistikzentrums in Krefeld-Fichtenhain plus den großen Autohof im Gewerbegebiet Fichtenhain. Zuerst haben die Betroffenen die Stadtverwaltung angesprochen, dort habe man sich als nicht zuständig erklärt, weil es sich um Landesstraßen handele. Strempel sprach den Stadtverordneten Maik Giesen an, weil das sein Wahlkreis sei. Der CDU-Ratsherr ist froh, dass dort noch nichts passiert ist: „Man kann jeden Tag nur beten, dass kein Grundschüler in den toten Winkel eines der Lkws gerät.“ Giesen hat auch das Gespräch zu Straßen NRW eingefädelt, das alle Beteiligten als sehr konstruktiv und angenehm kooperativ empfanden. Die Landesbehörde hat ebenfalls das Problem  an dieser Stelle gesehen und will an einer Lösung arbeiten. Das könnte auch zu einer Entwidmung als Landesstraße führen.

Blick aus der Hülser Straße auf die Kreuzung Nordring Foto: Bürgerinitiative Hülser Straße

Bei der kreisweiten Erarbeitung eines Lkw-Routenkonzeptes für Navigationsgeräte hatte die Stadt Tönisvorst in einer ersten Ausarbeitung genau die Route über diese Kreuzung als Empfehlung angegeben. Nach Protesten war das geändert worden. Ein Problem mehr ist die Lkw-Verbotszone in Krefeld. Auch für den überörtlichen Verkehr zu den Autobahnen suchen sich viele Lkw-Fahrer Alternativrouten über Land. Das Logistikzentrum liegt zwar direkt an der A 44, aber auf der A 57 in Richtung Moers gibt es oft Staus. Wer auf die A 40 will, fährt oft über Forstwald und St. Tönis zur Autobahnauffahrt Tönisberg/Kerken. Wer über Hückelsmaystraße und Nüss Drenk nach St. Tönis kommt und nach Norden zur A 40 will, biegt gefühlsmäßig nach rechts in den Ostring ab und wird dann weiter in den Nordring geführt. Unproblematischer wäre es, nach links in den Südring abzubiegen und dann über die Düsseldorfer Straße dann Richtung A 40 zu fahren. Diese Strecke sei vielleicht nur zwei Kilometer länger, aber schneller und ungefährlicher.

Stadtverordneter Maik Giesen, Alexander Strempel, Christa Falk, Straßen NRW-Regionalleiter Christof Jansen und Abteilungsleiter Georg Hennecken kamen gestern in Mönchengladbach zusammen (v.l.n.r.). Foto: Bürgerinitiative Hülser Straße

Die Anwohner fordern die Sperrung des Lkw-Verkehres auf der Hülser Straße ab Biwak sowie am Nordring zwischen Mühle und Krefelder Straße. Als Strempel und Giesen vor zwei Wochen zum Bürgerdialog auf dem Nordring unterwegs waren, wurden sie auf einen Gullydeckel vor Haus 121 aufmerksam gemacht, bei dem eine Strebe angebrochen war. Inzwischen wurde der Gullydeckel von Straßen NRW ausgetauscht. Regionalleiter Christof Jansen und Abteilungsleiter Georg Hennecken haben zugesagt, zusammen mit der Stadtverwaltung von Tönisvorst bis zum Ende des Jahres eine Lösung für dieses Problem zu finden.