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Bürger in Tönisvorst wollen besseren Radverkehr

Erste Auswertung zum Stadtentwicklungskonzept : Bürger wollen besseren Radverkehr

Tönisvorst arbeitet an einem Stadtentwicklungskonzept, und die Bürger machen fleißig mit. In einer Befragung kam heraus: Die Vorster beschäftigt vor allem der Verkehr, für St. Tönis wünschen sich viele mehr Außengastronomie.

Von den Bürgern hat es niemand ausgesprochen, aber die Mitarbeiter des Planungsbüros Postwelters und Partner aus Dortmund haben es in ihren Gesprächen mit Tönisvorstern immer wieder wahrgenommen, berichtet Stadtplaner Joachim Sterl: „Vorst und St. Tönis werden immer alleine gesehen, nicht als Gesamtkonzept.“ Die beiden Ortsteile seien nie nachhaltig zusammengewachsen. Wie das gelingen könnte, „muss man mal schauen“, sagt Sterl: „Da ist großer Handlungsbedarf gegeben.“

Verwaltung und Politiker haben externe Experten mit der Erstellung eines Stadtentwicklungskonzepts beauftragt. Die Idee: Veränderungsprozesse, hervorgerufen etwa durch den demografischen Wandel, geändertes Kaufverhalten oder neue Anforderungen an Gewerbe und Industrie, aufgreifen und die Stadt mit entsprechenden Maßnahmen zukunftsfähig machen.

Nach Ortsbegehungen in Vorst und St. Tönis sowie Workshops mit Schülern und einer Online-Beteiligung für Bürger haben die Planer nun ihre Erkenntnisse aus der Bürgerbefragung vorgestellt. Dafür wurden Fragebögen an 3000 Personen verschickt. 821 kamen zurück, was etwa 27 Prozent entspricht. Sterl: „Diese Zahl ist sehr hoch.“ Für die Planer ist das umso erfreulicher, da zu der Auftaktveranstaltung im vergangenen Jahr nur wenige Bürger kamen.

Die Tönisvorster vermissen etwa bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum sowie freie Bauplätze für Eigentum. Gewünscht werden altersgerechte Wohnungen für Senioren und junge Familien. Potenzial sehen die Planer für gemeinschaftliche Wohnprojekte. So wurde angeregt, im Rathaus Vorst, das für den Neubau der Verwaltung verkauft werden soll, Seniorenwohnen zu ermöglichen. Die Bürger wünschen sich, dass der Breitbandausbau und das Mobilfunknetz in den Außenbereichen ausgebaut werden. Mit der Lebensmittelversorgung sind sie zufrieden. „Sie bewerten sie als sehr positiv und kaufen vor Ort ein“, sagt Sterl. Was fehlt, sind ein Baumarkt, Bekleidungsgeschäfte für junge Menschen, ein Bio-Supermarkt und weitere Fachgeschäfte.

Der Bereich Verkehr beschäftigt vor allem die Vorster. „Der Verkehr im Ortskern ist ganz zentral“, sagt Sterl. Es geht um zu schnelles Fahren und das Verkehrsaufkommen. So sei für Vorst als Anregung sogar ein autofreier Markt genannt worden, berichtet Planer Benedikt Reitz. Das Thema Verkehr sei für die Vorster wichtiger als etwa eine neue Gestaltung der Innenstadt. Immer wieder geht es in diesem Zusammenhang auch ums Fahrradfahrer – und fehlende Radwege, zu wenig Platz, im Weg parkende Autos und ein mangelndes Sicherheitsgefühl, das sich aus all dem ergibt. „Man wird eine Gewichtung vornehmen müssen“, sagt Bürgermeister Thomas Goßen (CDU) über den Platz für Autos und Fahrräder. „Wem will man Vorrang einräumen?“ Sterl rät, den öffentlichen Nahverkehr stärker zu bewerben: „Der spielt bislang keine Rolle.“ Bürger beklagen allerdings auch mangelnde Anbindungen.

Für St. Tönis wünschen sich etliche der Befragten mehr Gastronomie, vor allem im Außenbereich. Für Jugendliche fehlen Bars, Cafés und Diskos sowie ein Freibad, in dem sie sich im Sommer aufhalten können.

Einsehbar ist die Auswertung im Internet unter toenisvorst.­heimatidee.de.