Tönisvorst: Bauunternehmer vor Landgericht

Tönisvorst : Bauunternehmer vor Landgericht

Ein Unternehmer aus Tönisvorst soll für seine Arbeitnehmer über Jahre hinweg keine Sozialabgaben gezahlt haben. Der 36-Jährige muss sich jetzt wegen Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt vor dem Krefelder Landgericht verantworten. Zu den Vorwürfen wollte er sich zum Prozessauftakt nicht äußern.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann 49 Fälle vor, in denen er keine Sozialabgaben gezahlt haben soll. Von Juni 2008 bis Dezember 2011 habe er eine Vielzahl von Arbeitnehmern in der Baubranche ohne ordnungsgemäße Anmeldung beschäftigt. Den Krankenkassen sei ein Schaden von 890 000 Euro entstanden. Unter anderem habe der 36-Jährige Aufträge offiziell an selbständige Unternehmer vergeben, die tatsächlich nur scheinselbständig waren. Es habe sich daher um abhängige Beschäftigungsverhältnisse gehandelt. Die Mittel für die Bezahlung seien über Service- und Scheinfirmen generiert worden, um die Abläufe zu verschleiern. Der Angeklagte soll teils als Einzelunternehmer, teils als Geschäftsführer einer Gesellschaft gehandelt haben.

Da der Tönisvorster zu den Vorgängen keine Angaben macht, hat die Wirtschaftsstrafkammer zunächst Urkunden verlesen. Mehrere dicke Ordner sollen nun im Selbstleseverfahren in die Verhandlung eingeführt werden. Im Falle einer Verurteilung muss der Tönisvorster mit einer mehrjährigen Freiheitsstrafe rechnen.

Im Juni gibt es drei weitere Verhandlungstage. Auch im Juli sind Fortsetzungstermine geplant. Zahlreiche Zeugen sollen an den kommenden Prozesstagen gehört werden.

(bil)
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